Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 34 (18.8.1845)
- Date
- 1845-08-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 34. ix. Jahrgang. Allgemeine Zeitung des Zudenthnms. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig 'Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 18. August 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheil des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; - l Thlr. 15 Ngr. (> Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22£ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter un»' Ieitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die zweite Rabbincrvcrsammlung. Zeitungsnachrichten: Frankreich: Paris. Großbritannien: London, London. Deutschland: aus Mittelstarken, Octtingen, aus dem Württcmbrrgischen, Heidelberg. Rußland und Polen: St. Petersburg. Palästina: 'Jerusalem. Literarische Nachrichten: Magdeburg. Korrespondenz: Russisch-jüdische Skizzen. Leitender Artikel. Magdeburg, 7. August. Die zweite Nabbrnerverfamnrlrmg. R e f u m e. Wir würden unsere Berichte über die diesjährige Rabbincrversammlung für unvollkommeu halten, wenn wir das Roslimo, welches der Präses, Rabb. Steiu, in der Schlußsitzung gab, nicht ebenfalls hicrhersicllten, da es nicht allein die Resultate, sondern auch den ganzen Geist der Versammlung charakteristisch hervorhcbt. Es lautete: „Meine Herren! Erlauben Sie mir, zum Schlüsse unserer Verhandlungen noch einen Rückblick auf dieselben zu werfen, und sie in kurzen Umrissen an Ihrem Geiste nochmals vohäberführen. Kurz war die Zeit unseres Zusammenseins, nicht Alles konnte erledigt werden, was uns vorlag, aber wir können's doch mit erhebenden Gefühle sagen, Bedeutendes ist geleistet oder doch angebahnt worden. Der Kommissio ns bericht über die Umgestaltung des Gottesdienstes wurde uns vorgelegt, seine Durchsprechung nahm den größten Theil unserer diesjährigen Verhandlungen in Anspruch. Wir gingen langsam, sichern Schrittes, ohne leicht über die wichtigsten Dinge zu nrtheilen, und dies hat unseren Verhandlungen jenen Ernst gewahrt, welcher bei Besprechung religiöser Dinge so noch thut, und ihnen jene Theilnahme erweckt, welche zur Förderung des Guten so unumgängliche Bedingniß ist. Es wurde das Hebräische beim Gottesdienste nicht verdrängt, dies begutachteten wir Alle; aber auch dem deutschen Elemente einen breiten Boden in unserm Gotteshause einzuräumen, auch darin stimmten wir Alle zusammen. Es wurde der Messiaslehre ihre hohe Bedeutung in den Gebeten einstimmig vindizirt; aber daß die Bitte um Versetzung aus unserm Vaterlande, eine Bitte, die aus einer Zeit stammt, in welcher jenes nichts als ein düsteres Gefängniß für den Israeliten war, aus dem Gebetbuche gestrichen werde, auch hierüber waren wir einerlei Sinnes. Daß der Gottesdienst vereinfacht werde, ermüdende Wiederholungen wegfallen, darauf trugen wir Alle an; daß die Bitte um Wiederherstellung des Opferdienstes nicht wieder aus unserm Munde löncn soll, das war unser Aller Meinung; aber daß unser Gottesdienst durch Ausscheiden wichtiger und uralter Bestandtheile seinen Grundcharakter verliere, dem widersetzen wir uns, und Alle stimmten wir dafür, daß das Baud mit unserer erhabenen Vergangenheit durch erhebende Erinnerungen in unseren Gebeten, in den