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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-08-11 · Heft 33 (11.8.1845) · p. Seite 508

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 33 (11.8.1845)
Date
1845-08-11
Page
Seite 508 (sequence 8)
Language
German
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508 In Beziehung auf den Kommissionsbericht über die Sabbatfrage, fühle ich mich verpflichtet, folgende Erklärüng abzugeben. Mit der Begriffsfeststellung und der Begründung der Idee des Sabbats erkläre ich mich vollkommen mit der Majorität der Kommission einverstanden, sowie auch mit allen daraus gezogenen positiven Konsequenzen. Hingegen kann ich mit einigen, sowol angedeuteten als ausdrücklich daraus gezogenen negativen Resultaten nicht übereinstimmen, was ich bei später stattfindender Debatte näher angeben und zu motiviren suchen werde. unterz. Joseph Kahn, Oberrabbiner. Als Kommissionsmitglied in Bezug auf die Sabbatfrage, fühle ich mich zu erklären gedrungen, daß ich mich mit den im Kommissionsberichte niedergelegten Ansichten über den biblischen Sabbatbegriff und dessen Konsequenzen nicht einverstanden erklären kann, weil eine solche Auffassung des Sabbatbegriffes mir nicht hinreichend begründet erscheint, manches prophetische Wort zwar für sich zu haben scheint, aber der Geist, wie der Buchstabe mancher hierher gehörigen Stelle im Pentateuch einen ganz andern Grundgedanken verrathen, und weil ferner einen zweitausendjührigen, traditionellen Begriff aufzugeben, es einer vollen, unbezweifelbaren Gewißheit von seiner Nichtigkeit bedarf. unterz. S. Adler. . Zeitungsnachrichten. Großbritannien. London, 18. Juli. (Schluß.) Das Parlamentsglied für Oxford, Herr Jnglis, nahm hierauf das Wort, indem er bemerkte, Peel's Rede sei für ihn nicht schlußfester (more -conelusive), als es die früheren über denselben Gegenstand von Russell, Macauley, Grant und anderen Judenfreunden gehaltenen Vorträge gewesen; Peel begehe einen großen legalen und historischen Jrrthum, wenn er das Hinderniß der Zulassung von Juden zu Munizipalämtern v'on der Akte aus dem Jahr 1828 ableite und aus der damals inferirten Form der Deklaration; nichts sei klarer und ausgemachter, als daß bis zum Jahr 1828 kein Jude jemals ein Munizipalamt bekleidet habe; man habe früher einen Eid auf das Evangelium oder auf das Kreuz, oder auf irgend sonst ein christliches Symbol von dem zu einer städtischen Funktion gewählten Juden verlangt; einen solchen Eid habe der Jude mit seinem Gewissen nicht vereinigen können; die Anstellung sei daher unterblieben; das Gesetz sei auch in dieser Beziehung nichts weniger als ungewiß; es bestehe ja die bekannte Entscheidung des Gerichts derQueensbench; übrigens werde durch die gegenwärtig in Berathung stehende Bill eine ganze Nation naturalisirt, indem die Juden sich nicht für eine Sekte, sondern noch immer für eine Nation halten; die Bill gebe einem deutschgeborenen Juden dieselben Rechte wie einem britischgebormn; die Bill sei eingebracht mit Rücksicht auf Personen, wie Herr Salomons und Sir Montefiore — diesen solle der Zutritt zu Korporationsämtern geöffnet werden; aber dieselbe Befähigung werde damit allen fremden Juden zu Theil; er — Jnglis — sehe nicht ein, was die Juden zu so großer Begünstigung berechtige; man müsse nicht in Anerkennung der wohlthätigen Freigebigkeit und wissenschaftlichen Bildung der Juden die Fortdauer der christlichen Konstitution England's auf's Spiel setzen; der verstorbene Doktor Arnold (eine anerkannte Autorität!), der in kirchlichen Dingen zu der freisinnigen und liberalen Schule gehörte, habe erklärt: obschon er den Juden das jus commercii und das jus connubii (Handels- und Heirathsrecht) gerne einräume, so würde er ihnen doch nicht das jus suffragii oder das jus honorum (das politische Stimmrecht und das Recht auf Ehrenstellen) zugestehen. Er — Jnglis — beschwöre das Haus, nicht um einer Hand voll Juden willen die Identität der britischen Konstitution mit dem Christenthum aufzugeben, die so lange schon ihr Ruhm sei und sie auch künftig schützen werde; er bedaure, daß Sir Robert Peel der Bill die Sanktion seines Namens geliehen habe; er — Jnglis — halte sich so überzeugt, daß die Maaßregel unpolitisch sei, daß er antragen müsse, die Bill von jetzt an in drei Monaten zur zweiten Verlesung zuzulaffen. Plumptree unterstützte diese (die Verwerfung der Bill implizirende Motion) in einer glaubenseifrigen Rede, worin er bemerkte, die neue Bill sei ganz aus einem Stück mit anderen in der letzten Zeit durchgegangenen, die des Parlaments einer christlichen Legislatur und der britischen Regierung, als einer christlichen, gleich unwürdig seren. Der fromme Zelote ging so weit, zu äußern, das Haus werde, wenn es die Bill passire, den Zorn

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