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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-08-11 · Heft 33 (11.8.1845) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 33 (11.8.1845)
Date
1845-08-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ix. Jahrgang. Allgemeine No. 33. Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Nr Ludwig Philippsou, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigfter Konzession.) Leipzig, den II. August 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und tpirb jährlich 98 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigrnit 3 Thlr. für.den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22| Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Bericht über die Gründung einer jüdisch-theologischen Fakultät, vom Rabbiner vr. Philippson. — Bericht über die Sabbatfrage, vom Rabb. vr. Geiger. Zeitungsnachrichtenr Großbritannien: London (Schluß). F-rankreich: Paris. Deutschland: aus Mittelfranken. Korrespondenz: St. Petersburg (Schluß). Leitende Artikel. Magdeburg, 4. August. Bericht über die Gründung einer jüdisch-theologi- . scheu Fakultät, vorgetragen in der 12ten Sitzung der zweiten Rabbinerversammlung, vom Rabbiner Ivr. Philippson. Die Frage: ob die hochwürdige Rabbinerversammlung dahin wirken solle, daß eine jüdisch-theologische Fakultät, oder auch mehre gegründet werde? ist von dreifachem Gesichtspunkte zu betrachten. 1) Es muß ein Institut vorhanden sein, wo die zukünftigen Lehrer der israelitischen Religion, mit einem Worte, wo die jüdischen Theologen wissenschaftlich und methodisch gebildet werden. . Die Art und Weise, auf die in unsrer Zeit diejenigen Jünglinge, welche sich dem Lehramte unsrer heiligen Religion widmen wollen, zu diesem Ziele gelangen können, ist die traurigste und wirrste von der Welt. Die allen Talmudschulen sind untergegangen, die Rabbinen selbst haben, mit geringen Ausnahmen, aufgehört, neben dem daß sie Lehrer des Volkes sind, auch Lehrer der zukünftigen Lehrer zu sein; und keine Schaaren wißbegieriger Jünger sammeln sich mehr um ihre Lehrstühle. Hierzu kommt der große Konflikt, daß an den jüdischen Theologen unsrer Zeit die widerstrebendsten Forderungen gestellt werden und werden müssen, ohne daß eine hinlängliche Gelegenheit, dieselben auf angemeffne Weise in sich zur Ausgleichung zu bringen, bis jetzt vorhanden ist. Von der einen Seite die Forderung einer klassischen und philosophischen Bildung auf Gymnasien und Universitäten, welche die Grundlage aller wissenschaftlichen Ausbildung ist, von der andern Seite eine gründliche Kenntniß und wissenschaftliche Auffassung der jüdischen Theologie, die bekanntlich einen immensen Umfang hat, der durch die neueren Bestrebungen anstatt verengert, nothwendig immer mehr vergrößert wird, da zu der alt-jüdischen Theologie die neuere Bearbeitung als eine eigene Schöpfung gekommen ist. Man braucht nicht erst darauf hinzuweisen, in welche unlösbare Verwirrung der Jüngling durch diese verschiedenartigen Forderungen geräth: wir Alle haben sie selbst durchempfunden, durchgekämpft! Denn welche sind die Mittel, die dem Jüngling zur Erlangung eines gedeihlichen Zieles hierin zu Gebote stehen? Hat

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