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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-08-04 · Heft 32 (4.8.1845) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 32 (4.8.1845)
Date
1845-08-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ix. Jahrgang. Allgemeine No. SS. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Vr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rab biner zu Magdeburg. Z U Leipzig. (Mit König!. Sächsischer aUergnädigster Konzession.) Leipzig, den 4. August 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Regisiers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist, der Preis äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; —1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22£ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat MH die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die zweite Nabbinerversammlung. (Schluß). Zeitungsnachrichten ^Großbritannien: London. Korrespondenz:: St.- Petersburg. Leitende» Artikel. FranksArt am Main, 28. Juli.. Die zweite Rabbinerversammlung. Fünfte Sitzung am 2V. Juli. (Schluß.) Es umrde eine Denkschrift aus Worms verlesen, welche Gottesdienst, die Speisegesetze und die häusliche Andacht bespricht; ferner ein Schreiben des Rabb. RappaPort zu Prag auf den Tisch gelegt, das die Gründe angiebt, warum er nicht gekommen, und seine Ansichten, die auf die Versammlung Einfluß haben sollen. Auf der Tagesordnung stand die Frage: wie die Messiaslehre in den Gebeten zu:behandeln sei? worauf die Kommission beantragt hatte: die Lehre vom Messias muß in den.Gebeten eine,hohe Berücksichtigung finden - mit Ausschließung ' aller politisch-nationalen Vorstellungen. Der Präses meint, je verschiedenartiger: der Begriff, vom Messias aufgefaßt werden könne, desto allgemeiner müsse der Ausdruck desselben im Gebete sein, damit das Individuum seine Ueberzeuguvg hineintragen könne. Einhorn hält die Wiederherstellung der Opfer in Palästina einer längst vergangnen Phase angehörig; dagegen muß er sich denen widersetzen, welche die Auserwähltheit Jsrael's leugnen wollen. Allerdings habe Israel eine Aufgabe in der Menschheit vor allen Völkern zu lösen, und zu dieser sei sie von Gott berufen. Heß dringt darauf, sich nicht in die Theorie zu sehr zu versenken, sondern sich rein au das Faktum zu halten; die Hoffnung aus einen politischen Messias ist überall bei unseren Glaubensbrüdern erstorben, wir müssen also diese Lüge aus unserm Gotteshause entfernen. S. Adler legt dar, daß,Niemand über die Gestaltung der verheißenen Zukunft Bestimmtes auösagen, daß die Versammlung darüber nicht debattiren könne; die Zukunft ist ungewiß; , man kann , sich von ihr jedwede Ansicht, bilden, ohne daß die Gegenwart darunter leide; es darf daher im Gebetbuche.einer bestimmten MeKaS.idee nicht gehuldigt, sondern nur.die Grundidee, so ausgehxsiK werden, daß alle Ansichten sich darin wiederArltM. . In einem länger» Vortrage stellt HoldheimffejKe" Ansichten auf. Obgleich die Idee, einer politisch-nationalen Restauration mit einem völlig ernst gemeinten Anschluß an das Vaterland im Widerspruche steht,. so sei dies doch nur, in der Theorie, nicht aber in Bezug auf die Gläubigen zu verstehen. Ohne Furcht vor Mißdeutung müssen wir erklären, . daß wir lediglich die religiösen Interessen vertreten , nicht. aber.. politische. Wir dürfen aussprechea> daß das Rationale in unserm Bewußtsein nicht mehr, als

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