Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 31 (28.7.1845)
- Date
- 1845-07-28
- Page
- Seite 482 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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482 -Regula me nt <d. h.!das Grundgesetz für dieses Fürstenthum) enthält keine Beschränkungen hinsichtlich der Juden.; ja bis vor ein Paar Jahren durften Juden Mbst He.rrschaftsgüter und Dörfer kaufen, und einige .der vornehmeren Spaniolen besaßen sie auch, leider aber Hat -zu jener Zeit eine ungünstige, in den damaligen lokalen politischen Mißhelligkeiten begründete Konjunktur, diese exzeptionelle Beschränkung hervorgerufen. Es stehet jedoch zu erwarten, dgß die jeHige, in allen Beziehungen .musterhaft humane und erleuchtete Regierung, diese und jede andere mit dem Geiste der liberalen Staats- Verfassung und .selbst der toleranten Volksansichten der Wallachen.unverträglichen politischen Beschränkungen wegen .religiöser Meinungsverschiedenheit aufheben werde. Sinh doch..hier wenigstens ein halbes Dutzend verschiedener .Religionen geduldet und ihre.Bekenner emanzipier, warum nicht auch die jüdische? — Was den Geist der christlichen Bevölkerung hinsichtlich der Juden in der Wallachei betrifft, so ist er nicht im Mindesten judenfeindlich, und es ist in der That merkwürdig, wie manches weniger gebildete Volk, aber mit einem gesunden Sinne begabt, vorurtheilsfreier ist, als manches andere der sogenannten zivilisirten, die jenen alten Sauerteig — den Judenhaß — von sich nicht abzuschüttteln vermögen. Der Jude wird in der Wallachei selbst von Bauern „Hebräer (Jewr«") genannt, (nicht mehr „Jüdan" wie in der benachbarten bei Weitem bornirtern Moldau.) Die hiesigen Juden, besönchers die polnisch-deutschen, sollten sich nur mehr Mühe geben, -dmch Zeinen chrbaren, ruhigen Lebenswandel diese' freundliche Stimmung des Publikums zu ihren eigenen Nutzen noch inniger zu gestalten. In die vornehmsten Bojarenhauser kommen vornehme jüdische Kausleute und Gelchrte, die aus ihrer Religion kein Geheimniß machen, und werden da sehr freundlich empfangen. Das -bessere Publikum hat auch -das Gerücht von der Gründung einer israelitischen Schule hier mit Freuden ausgenommen, und so möge auch dieser Umstand den Befferfühlenden der beiden Gemeinden in -Bukarest als wichtiger Impuls dienen, um jenes projektive Institut — die Elementar- und Realschule oder in welcher anderer Form es auch realisirt werden möge — bald in',s Leben zu rufen. Und so möge Fortschritt, Eintracht und Verbrüderung, wahrhaft innige Religiosität, verbunden mit warmer,. allgemeiner Menschenliebe, .Glaubenstreue und Vaterlandsliebe in allen Herzen und Hütten Israels weiten.' Möge in seiner Mitte das Verwelkliche dcchür -welken, das Ewige aber in feiner ewigen Glorie zum-Heile der Menschheit rmbenebek da stehen und mit seinem Himmelslichte alle düstere Pfade des Lebens uns.erhellen-! — Dakael?Sincerus. Sinket ge*. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen 1^/»Ngr. (I g<8r.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder -deren Raum sowie literarische, merkantile:u. o. Beilagen ausgenommen. Di e V er la g s h an d lun g. Lehr - and Pensionsanstalt für israelitische Knaben in Hamburg. Am 1. Oktober d. I. eröffne ich eine Lehranstalt, deren hauptsächlicher Zweck Ausbildung für dm kaufmännischen Beruf sein soll, und werde vom 1. Januar 1846 an eine Penfions-Anstalt damit verbinden. Den resp. Eltern, welche geneigt sind, mir Ihr Vertrauen zu schenken, darf ich, gestützt auf langjährige und mannigfache Erfahrungen, die Versicherung geben, daß ihre Kinder bei mir das elterliche Haus nicht vermissen werden, und daß nicht die wissenschaftliche Ausbildung allein, sondern die sorgfältigste Erziehung überhaupt das Ziel meiner Bestrebungen sein wird; auch ist bereits für Alles, was der Anstalt von Nutzen sein kann (gute Lehrer, zweckmäßiges Lokal mit Garten u. s. w.) gesorgt worden. Wegen weiterer Mittheilungen wolle man sich schriftlich an mich wenden (vorläufig per Addresse des Herrn vr. E. Kley, Direktor der isr. Freischule)^ und da ich mich für jetzt auf eine gewisse Zahl beschranken muß, werden Anmeldungen recht frühzeitig erbeten. Hamburg, im Juli 1845. Louis Simon, Lehrer an der isr. Freischule G e f n ch e. Die hiesige jüdische Gemeinde wünscht zum 1. November b. I. einen geprüften Religiouslehrer, der zugleich Kantor und Schächter sein kann, gegen einen Gehalt von circa 250 Thlr. jährlich, incL Nebenakzidenzien, zu engagiren. Quaisizirte Subjekte wollen sich baldmöglichst in portofreien Briefen und Beilegung glaubhafter Zeugnisse -melden. Wangerin, 16. Juli 1845. Der Vorstand.