Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 31 (28.7.1845)
- Date
- 1845-07-28
- Page
- Seite 470 (sequence 2)
- Language
- German
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470 antwortung der Fragen selbst Ln vielen Punkte^ HL»fsentzlreu. Mf mfe GM m be*. ganM BMW PehnM durchaus als kein Kommifsionsbericht anzusehen, die Kommission erschien mit gar keiner bestimmten Antwort versehen 'vor der Versammlung , und die Kommission als solche hatte ihren Zweck nicht genügend erfüllt. PHLlippson stellte daher den Antrag, den Bericht als solchen nicht anzuuehmen, und. der Kommission vielmehr aufzugeben, bis zum andern Morgen eine bestimmte Beantwortung der Fragen zu geben, noch dazu da der Bericht weit über den eigentlichen Gegenstand hinausgegangen sei und eine neue Liturgie aufstelle, ohne daß die Kommissionsmitglieder damit einverstanden. Hol dH ei m wollte dies nicht gelten lassen und meinte, jedenfalls seien doch die Fragen beantwortet, und wenn man mehr gethan, sei es des Dankes werth (!?) Die Debatte wurde daher vertagt. Zweite Sitzung am 16. Juli. Nach Verlesung des Protokolls der vorigen Sitzung kam man überein, in Zukunft das Protokoll erst in der Nachmittagssitzung zu verlesen. Es wurden eingelaufene Anträge verlesen, nämlich: 1) und 2) von Geiger und Philippson wegen Errichtung einer jüdischtheologischen Fakultät; 3) von Geiger zur Einsetzung einer Kommission wegen Verfertigung eines gediegenem Gebetbuches für die häusliche Andacht; 4) von Reis: es sei gestattet, ja geboten, die nothweudigen Berufsgeschäfte im Dienste des Staates am Sabbat ohne Unterschied zu vollziehen; 5) von demselben: nach den gegenwärtigen Verhältnissen fei außer s"'1 und 282 '<2 kein Fasttag mehr zu halten; 5) vom Bezirkstheologen Hoch st älter zu Schwalbach (nicht gegenwärtig) über Reform der biblischen Vorlesungen in der Synagoge; 6) von demselben, die Herausgabe einer jüdischen Kirchenzeitung (!) durch die Rabbinerversammlung; 7) vom Pfarrer Robert Haas: das von ihm redigirte Volksblatt zu befördern; 8) von Herxheimer: Abschaffung der zweiten Festtage. — Diese Anträge wurden dem frühem Ausschüsse zur Prüfung und Berichterstattung, sowie die (in vor. No. mitgetheilte) Denkschrift von 168 Breslauern der Addreßkommission überwiesen. — Die sechs liturgischen Fragen standen abermals auf der Tagesordnung, und Maier stattete nun einen regelmäßigen Bericht über dieselben ab, und zwar dahin: 1) Ob unh in weit die hebräische Sprache bei. dem GobtMiMe ivrchwenhLg,, und, tmto auch yichtz nothwechig, hochvorerst Wch WUan» «Wntz unWr Herr israelitischen Gemeinden-hoch deutschen Vaterlandes? i, Antwort: eine objektive Nothwendigkeit der hebräischen Sprache ist nicht, wohl aber eine subjektive Nothwendigkeit in einem großen Theile der Gegenwart vorhanden, daher dieselbe rathsaw, und zwar im 12^2 mit seinem Responftn»; dem den drei ersten und letzten Benediktionen der •dh oder und der Vorlesung aus der Tora. Alle anderen Theile müssen in deutscher Sprache bearbeitet werden. 2) In wie weit das Dogma der Messias und was mit demselben im Zusammenhänge steht, in den Gebeten berücksichtigt werden müsse? Antwort: Das Dogma des Messias verdient eine hohe Berücksichtiguug in den Gebeten mit Ausschließung aller politischen und nationalen Vorstellungen. 3) Ob die Wiederholung der 5>'b nothwendig sei, und die tpDöiE beibehalten werden müssen? Antwort: Die Wiederholung der /ü ist überflüssig, und die lP2ö7?:i sind unstatthaft, da sie die Wiederherstellung der blutigen Opfer repräsentiren. (Dies ist die Meinung der Majorität der Kommission; Maier dagegen will sie beibehalten haben, um zwischen die ersten und letzten Benediktionen ein eigenes Gebet über den Tag einzulege».) 4) Auf welche Weise die Vorlesung aus der Tora und das Aufrufen eingerichtet werde, daß diese weniger störend sei und die gemeinschaftliche Andacht und Erbauung befördere? Antwort: Die Vorlesung sei in dreijährigem Zyklus, für die Haphtoroth die ganze Bibel in ausgewählten Stücken und deutsch anzuwenden. Die Kommission will das Aufrufen ganz abschaffen, und zwar nur eine Benediktion vor und nach der Vorlesung durch den Vorbeter gestatten; Maier dagegen will es beibehalten, ohne namentlichen Aufruf und ohne ^222) vd. 5) Auf welche Weise *1212) ns^pn und 2V12 nh'tt ansprechender, das ästhetische Gefühl weiniger beleidigend (!) eingerichtet werden kann? Antwort: *,212) n^pn nur einmal, b'b ohne Schütteln. Maier will noch Laudesfrüchte im Tempel aufgestellt haben (!)