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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-07-21 · Heft 30 (21.7.1845) · p. Seite 467

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 30 (21.7.1845)
Date
1845-07-21
Page
Seite 467 (sequence 19)
Language
German
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467 ben zu haben, etwas Besseres zu liefern, und hat auf Anrathen des Religionsweksers und Schuldirektors Herrn Abraham Kohn sich entschloffen, die fehlenden Typen mit mn gießen zu lassen. Die Artikel, die er bisher geliefert, sind : ni«Brv‘»‘vna sechs Th eile von Hartwig Wesseli 1844. ivia bip eine Sammlung von fünfzig hebräischen Gedichten von Schimschon Kohen Modon, und ein Gebetbuch mit deutscher Uebersetzung, (wahrscheinlich das erste in allen polnischen Landen, und daher von ungleich größerer Bedeutung als in Deutschland, wo die Ausgaben mit deutscher Uebersetzung' kaum zu zählen sind). Endlich ist auch das zweite Heft öpJiü'n“» — einer hebräischen Zeitschrift — aus dieser Offizin hervorgegangen, deren erster Theil in Zolkiew erschienen. Freilich verdient eine Schrift die mit der' Zeit und deren Aufgabe in gar keiner Verbindung stehet den Namen einer Zeitschrift nicht. Das arme Jerusalem, das den Titel führet ■pirp r6 N-QNw *1122 ist als ein im Bau zusammengestürztes Gemäuer zur Welt gekommen, das nicht einmal für Freunde und Verehrer alterthümlicher Ruinen einen Werth hat. Klagen über die geringe Benutzung der hebräischen Sprache, Gedichte ohne Poesie, phantastische Schciftecklacungen ohne moralisches Ziel, politische Betrachtungen ohne alle Welt- und Staatenkunde, kritische Untersuchungen ohne Streben nach Wahrheit, Biographien von Männern, die weder durch eine Schrift noch durch eine That sich außerhalbihres Kreises bekannt gemacht haben, sind wahrhaftig nicht geeignet geistiges Leben zu wecken und wissenschaftliche Erkmntniß zu fördern. Das Beste darin ist die ‘jarnnp laanb yi«ä swv© naausri eingeleitet und kommentier von Jakob Bodek. Die Herausgeber dieser Zeitschrift sind auch von einer in Deutschland viel geltenden Autorität aufgefordert worden, gegen die Bestrebungen der neueren deutschen Rabbiner aufzutreten,. waS jedoch selbst im Jntresse des Stabilismus nicht zu rathen sein dürfte, indem dadurch nur die Aufmerksamkeit des Hebräisch lesenden Publikums auf die ihm bisher fremden Vorgänge in der Jndenheit gerichtet würde. Da ich schon die neuesten Lieferungen der diesseitigen hebräischen Presse bespreche, darf ich auch nicht unerwähnt lassen, daß der Herr Kreisrabbiner Chajes m Zolkiew unsere Literatur wieder mit einer Schrift bereichert hat. Sie führt dm Titel nabnir? Ria» und ist bei Meyerhosser in Zolkiew erschienen. Man darf jedoch von diesem Titel verleitet keineswegs an eine Einleitung in dm Talmud für dm Neuling und Uneingeweihten denken, und noch weniger eine Begründung der Aussprüche des Talmuds und seines Verfahrens erwarten. Es wird darin vielmehr A'ne nur für den Talmud kundigen und darin Orientirten, verständliche Eintheilung seines Inhalts eine umständliche Aufzählung der angeblichen Einrichtungen und Anordnungen der Tradkzionsmänner von Moses bis auf den Talmud gegeben, wobei unter Andecm 'n £p auch önas vorkommt, welcher nach W»bR SS •’pns (welch' eine Autorität!) aur Yiöä rnrrfch V* aroan aröia w-nr-nn verboten haben soll aa^anö zu trinken. Daß jedoch aa^ ünö nach dem Talmud zu den "Di im irraiö« gehört und eine trv»w von bbfi rva und rPitjl, weiß Herr Chajes recht gut und führt es auch afa» S jp an, ohne Deshalb Bedenken zu tragen aws als Urheber jenes Verbotes anzuführen. Zuletzt kommen auch Regeln und Bemerkungen über die Agada vor, worin nach ihm ebenfalls Vieles traditionell ist, was man freilich nicht wol zugeben kann, wenn diese Tradition auf Moses zurückgeführt werden soll. Im Ganzen zeigt die Schrift von großer Bekanntschaft mit den beiden Talmuden und der cabbinkschen Literatur. X. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen I^Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Vakanzen. Für die hiesige Gemeinde wird zu pm rh ein Lehrer, welcher zugleich als Vorsänger und Schächter fungiren kann, gesucht. Hierauf Reflektt'rende wollen sich recht bald in portofreien Briefen wenden an Osten bei Stade M Friedländer, im Juli 1845. LV^Das hier erledigte Rabbinat, mit welchem außer freier Amtswohnung und Sporteln, welche circa 200 ktytl betragen, ein festes Gehalt von 600 Thlr. verbunden ist, soll zum 1. Mai 1846 wieder besetzt werden. Wissenschaftlich gebildete Rabbinatskandidaten, welche vollständige Gymnasialstudien und ein triennium LeeackeinLcum absolvirt haben, können auf portofreie Einsendung' eines Curriculum \itae und ihrer Zeugnisse, unter wel-

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