Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 29 (14.7.1845)
- Date
- 1845-07-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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IX. Jahrgang. Allgemeine No. 39. Zeitung -es Zu-eitthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von »r. Ludwig Philippfon, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 14. Juli 1845. Liese Ieitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang;.— I Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Gruß an die Leser. — Kennt das Judenthum einen Unterschied zwischen Geistlichen und Laien? von M. Dreifuß, Rabbinatskandidaten. Zeitungsnachrichten; Frankreich: Paris. Preußen: Breslau, Berlin. Deutschland: aus dem Württembergischen (Schluß), Aschaffcnburg, Karlsruhe, aus Mittelfranken, aus Württemberg, aus Sachsen, Darmstadt. Korrespondenz: Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung). Leitende Artikel. Magdeburg, 8. Juli. Gruß an die Leser. In dem Augenblicke, wo wir zu der zweiten Rabbinerversammlung uns begeben, können wir nicht unterlassen, unseren Lesern einen herzlichen Gruß zu entbieten. Das Institut der Rabbinerversammlungen, das durch unsere Bemühungen vor einem Jahre in's Leben gerufen worden, hat seine Lebensbefähiguvg erwiesen; es ist die Aufgabe dieser zweiten Versammlung, dieselbe zu erkräftigen. Seien wir nicht undankbar: die angestrengten Bestrebungen der Gegner, sie zu hrntertreiben, haben Vieles dazu beigetragen, dieses Institut zu erhalten, haben ihm erst das rechte Relief gegeben. Hegen wir nicht zu viele Erwartungen von dieser zweiten Versammlung. Unmöglich kann sie das große Werk gänzlich überwältigen, das im Judenthume unsrer Zeit vorliegt. Aber sie wird Schritte thun, die in zukünftigen Jahren sich weiter fördern werden. Sie wird namentlich das Institut selbst ausbilden, damit es das werde, was es sein soll: ein Mittelpunkt des deutschen Judenthums, und vermöge des entscheidenden Einflusses dieses deutschen Judenthnms auf unsre Glaubensgcnossenschaft in allen Zonen der z i vi lisirte n Welt, ein Mittelpunkt des ganzen Judenthums innerhalb letzterer. Mögen nun die Richtungen der einzelnen Theilnehmer sein,, welche sie wollen, vor Allem müssen Alle darin übereinsiimmen, einen bestimmten Standpunkt für die Gesammtheit zu wahren — den biblischen Standpunkt, den Standpunkt der göttlichen Offenbarung an Israel. Dies muß der Vereinigungspunkt Aller,sein, von hieraus die Verzweigungen' ausgehen. Der Standpunkt des willkürlichen Rationalismus, der ganz nach Gutdünken die Institutionen der Religion über die Schrift hinaus auf eigene Faust erbauen will, kann nimmermehr der in Israel geltende werden. Er zersetzt, aber verbindet nicht. Er ist der wahre Despotismus, der unter der Lockspeise der Freiheit, Fesseln schmieden will. Er ist es, der nichts dulden will, als — sich selbst. Diese Selbstvergötterung ist nicht I israelitisch.