Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 28 (7.7.1845)
- Date
- 1845-07-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 38. ix. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Vertag'von Dr. Ludwig Philippforr, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. jy Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 7. Juli 1845. Liese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit'des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedriganit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22z Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr Eingesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächf. wohlläbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. 3 ti 1) a l t. Leitende Artikel: Gefahren. — Bemerkung. — Was und wie im Judenthume reformirt werden soll? (Fortsetzung). Zeitungsnachrichtenr Frankreich: Mühlhausen, Koli mar. Türkei: Konstantinopel. Oesterreichs St. Nikolau, Preußen: Trier .(Schluß), vom Niederrheiu. Deutschland: aus dem Württembergischen, Schwerin. Leitende Artikel. Magdeburg, 29. Juni. Gefahren* Meine geehrten Leser haben sicherlich bis jetzt gemeint, daß der Redakteur dieser Zeitung, (wenn auch nicht auf Rosen, doch) einen sehr friedlichen, gefahrlosen Weg wandte. Giebt es auch dann und wann Kämpfe, so werden sie doch nur auf dem Papiere ausgefochteü, und hat man nur sonst eine nicht zu leicht zu erregende Galle, so ist noch. Niemand an solchen Fehden des Todes verblichene Alleinmeine geehrten Leser haben sich dennoch geirrt. Ja, große, schwere Gewitterwolken haben sich über das Haupt des Schreibers dieses gethürmt, Kanonen werden gegen ihn anfgefahren, Schwerter geschwungen — und wenn auch diese nickt, doch wenigstens Pfeile auf die Sehne gelegt, Dolche gezückt — und wenn auch diese nicht, doch — Drohbriefe gegen ihn geschleudert. Ja, Drohbriefe! Bis jetzt gehörten die anonymen, und pseudonymen Briefe nur zu der. Kategorie der Schmähbriefe, jetzt aber zu der, die mit Mord und Brand bedräut. Als Beispiel machen wir uns das Vergnügen, -folgendes Exemplar-, das unter Anderen diese Woche n»S zugekommen, wörtlich abdrucken zu lassen. Es lautet: Kolomea, den 16. Jnni. Vorige Woche habe ich die Ehre gehabt, da ich hier den Chaffid spielen muß, und daher ein Geheimniß das vor den Augen der unchaffidischen Welt verborgen bleibt, unser einem aber nicht vorenthalten werden darf, das Schreiben eines Rabbiners — an Rebbe Srulie — der in Angelegenheiten Seiner Heiligkeit nach London abgeschickt worden ist, zu Gesichte zu bekommen. Die Mysiik dieses Schreibens scheint ein Geheimniß zu verhüllen; so viel aber leuchtet daraus hervor, daß es um der Verwaltung der yiN-- (Mber zu thun sei. Er versichert dem Rebbe des besten Erfolges. Herr Moses Montefiore, sagt er, habe versprochen, da er baldigst nach Palästina reisen und' den Rückweg über Gallizien nehmen wird, beim Rebbe einzufprecken und sich von ihm segnen zu lassen ,„rö'na bapVi:" Am Rande des Schreibens fügt er hinzu: „ich und Herr „Montefiore und alle Gläubigen sind recht böse auf den „Redakteur der Allg. Zeit, des Judenthums, alle Ver- „laumdungen die wider «ns bei ihm eiugehen, nimmt er „auf; die Erfahrung soll ihn aber belehren mit wem er „es zu thun hat. Wir werden Gleiches mit Gleichem ver- „gelten. Sch o n i st die. S eh n e gefpa nnt!" Was