Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 27 (30.6.1845)
- Date
- 1845-06-30
- Page
- Seite 415 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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415 freiem Entwickelung der inneren Lebenskräfte auf dem Gebiete des Judenthums es einer leitenden Hand bedarf, ist es auch ferner nicht zu laugnen, daß dem Bedürfnisse der Herstellung gefälliger, unseren Bedürfnissen in der Nachgiebigkeit gegen die Zeit mehr entsprechender Formen durch einen begeisternden Aufruf an die Glaubensgenossen abgeholfen werden muß, ist es auch endlich nicht in Abrede zu stellen, daß dem so sehr überhandnehmenden JndifferenlismuS nur durch die Abschaffung einiger mittelalterlichen Formen gesteuert, und dem Judenthume um so mehr Geltung verschafft werden kann; so muß dies aber nicht von Individuen ausgehen, die bis jetzt dem Judenthume den Rücken gekehrt, mit den Tendenzen desselben zu wenig vertraut, und überhaupt mit Allem, nur nicht mit jüdischen Sitten und Verhältnissen bekannt sind. Auch ist die Triebfeder, die Herrn Berliner zu diesem Schritte veranlaßt eine zu entehrende, und jedes religiöse Gefühl zu sehr beleidigende, als daß sein an uns ergangenes Manifest nur die geringste Wirkung hervorbringen könnte; denn nicht die Herstellung der reinen Lehre Israels und die Zurückführung des jüdischen Glaubens auf seine ursprünglichen Quellen ist es, die ihn dazu veranlaßt, sondern bürgerliche Verhältniffe sind es, die diesen Schritt hervorgerufen, die Ueberzeugung, daß die Emanzipation; oder, um mit dem Reformator zu sprechen, die Kolonisation der Juden nach den jetzigen Satzungen ein Ding der Unmöglichkeit sei, hat ihn dem rabbinischen Judenthume entfremdet und dem berliner" Verein zugeführt — "ann *p inibs,,. Wahrhaftig, acht reformatorisch, sein künftiges Seelenheil irdischen Interessen, die noch nicht einmal vorhanden 82 5610 'nn — und auf die wir vielleicht noch lange vergebens hoffen werden, so leichtsinnig zu opfern. Haben doch die keine Mühe und Kosten scheuenden Bestrebungen der Missionäre auf uns so wenig vermocht, weil ihre Proselytenmacherei nicht in der reinen Ueberzeugung, sondern in ihrem eigenen Interesse lag, und wir sollten uns von den aus unserer eigenen Mitte erstandenen Proselytenmacher, die ebenfalls nicht die heiligsten Interessen vor Augen haben, zu dem ketzerischen Dienste der Bequemlichkeits- und Genußsucht bethören lassen, und somit über den ganzen Jsraelglauben, den weder Zeit noch Umstände anzutasten vermocht, den Stab brechen? 0 nein! Der wahre Jsraelgtaube ist unerschütterlich, und mögen alle Stürme über ihn herziehen, mögen alle Aexte an ihn gelegt werden, er trotzt jeglichem Versuche ihn zu stürzen. Wir wollen daher kämpfen für ihn, nie von ihm lassen, und auch die Form achten, in welcher der Geist sich darstellt. Dies die Worte eines Laien. W.....r. Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen ly»Ngr. (IgGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. G e f » ch e. Zu Neujahr k. I. soll an der hiesigen, jüdischen Schule ein erster Lehrer, mit einem sixirten, jährlichen Gehalte von 250 Thlr. incl. Wohnung und Hotzgeld angestellt werden. Bewerbern ertheilt auf portofreie Anmeldungen nähere Auskunft bis zum 1. Oktober d. I. Lobsens im Juni 1845. Der jüdische Schulvorstand. »r Littauer. S. I. Brasch. A. Wolfssohn. Au pum rih d. I. sucht die hiesige Gemeinde einen Lehrer, Vorderer und Schächter. Das Nähere ist auf portofreie Anmeldungen zu erfragen bei dem Vorsteher M. Falk. Drosse im Juni 1845. Ein im Hebräischen und Deutschen examim'cter Lehrer und ümiö wünscht bald oder von Michaeli ab eine Stelle. Näheres durch Adresse A. Z. in Balz. Offene Lehrerstelle. Die erste Lehrerstelle an der israelitischen Elementarschule in Meseritz (Großherzogthum Posen) mit welcher ein Gehalt »von 200 Thlr. verbunden ist, ist erledigt, und ihre Wiedecbesetzung kann sofort erfolgen. Der anzustellende Lehrer muß in einem Lehrerseminar gebildet, mit dem Unterrichte in. der hebräischen Sprache vertraut .und mit-guten Sittenzeugnissen versehen sein. Qualifizkrte Bewerbermögen sich, unter Vorlage ihrer Atteste, innerhalb vier Wochen persönlich oder schriftlich bei dem Schulvorstande melden. ,