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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-06-02 · Heft 23 (2.6.1845) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 23 (2.6.1845)
Date
1845-06-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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IX. Jahrgang. Allgeiner ne No. 23. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Mir, Ludwig Philippfon, Rab biner zu Magdeburg. Verlag von - Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnödigster Konzession.) Leipzig, den 2. Juni 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckenderselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Me Buchhandlungen, Postämter und Aeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Was und.wie im Judenthume refornürt werden soll? (Fortsetzung). — Einige- Ansichten über die nächste Nabbinerversammlung. Von vr. Abraham Geiger. Zeitungsnachrichtenr Preußen: Magdeburg, Lissa, Zülz, Magdeburg. Oesterreich: Pesth, Leipnick, aus Mähren. Deutschland: von der Saale, Mainz, Braunschivcig, aus Baiern, Braunschweig. Rußland und Polen: Warschau, von der polnischen Grenze. Großbritannien: London. Personal- und Lokalnachrichten: Krefeld, Gumbinnen, Hohebach, Lobsens. Leitende Artikel. Magde'-burg, 27. Mat. Was llttd wie im Zndenthrnne reformirt werden soll? (Fortsetzung von V.) Wenn aber Schemnel das Gesetz von der Einheit des Gottesdienstes nicht beobachtete — weil die Zeitverhältnisse eine freiere Bewegung erheischten, da doch kein nationaler 'Mittelpunkt vorhanden war — wenn David ein gänzlich neues Element, die Musik, in den Gottesdienst brachte, wenn Schelomoh am Tempel die mosaische Symbolik zerstörte — wie? war nicht die ganze Synagoge eine vollständige Neuerung? In der ganzen heiligen Schrift findet sich keine Spur von ihr — (denn Jeschaj. 1, 12—15 spricht nur von Gebetversammlungen in den Vorhöfen des Tempels) und reicht sie auch weit über das makkabäische Zeitalters hinaus, so ist sie doch immer erst neben dem zweiten Tempel entstanden. Natürlich. Da das lebendige Bewußtsein im Opferdienste immep mehr erstarb, so trat der lebendige Gedanke in dem Gebetwort immer mehr an dessen Stelle, und dieses schuf sich die Synagogen in dezr einzelnen Ortschaften. Im 5 Buch Mos, 31, 10—13 wird die Vorlesung des Gesetzes am Laubhütienfeste des Erlaßjahres, also alle sieben^Jahre, zur Pflicht gemacht — anstatt dessen sehen wir in der Synagoge in dreijährigem, später in einjährigem Zyklus die Tora verlesen. Natürlich. Das Wort Gottes hatte jetzt tiefe Wurzel im Volke gefaßt, und es war mit einer Vorlesung alle sieben Jahre nicht mehr zufrieden, es wollte immmerfort das heilige Wort sich vor die Seele geführt haben. Wie gesagt! Ueberall Anpassung an die Zeitbedürfnisse! Umgestaltung der Kultformen nach den Forderungen der geistigen Zustände in der Gegenwart! So ging es mit der Vorlesung aus den 2^22; so ging es mit den Targumim, die in der Synagoge aufkamen, und wieder ausgeschiedeu wurden, als sie unnütz geworden *), *) Lange behaupteten die Ra6bineu, das Targum müsse in den Synagogen verlesen werden. Es sei Pflicht.

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