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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-04-21 · Heft 17 (21.4.1845) · p. Seite 258

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 17 (21.4.1845)
Date
1845-04-21
Page
Seite 258 (sequence 14)
Language
German
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258 Schriften befleißigt *), unter der pomphaften Benennung „Rabbinerversammlung Deutschlands" auftreten, und sich als maßgebend für Judenthum und Rabbinismus konstituiren zu sehen, und konnte man bei der bekannten Geistesrichtung der Leiter jener Versammlung1 2 * 4 5 6 7 8), auch darum schon von ihr keine segensreiche Resultate erwarten^): so würden wir, die Unterzeichneten*), uns dennoch bei diesem ganzen, seit geraumer Zeit ausposaunten Getriebe^), die Verirrung von Glaubensbrüdern nur still bemitleidend 0), ruhig verhalten Habens, waren die Berathungen jener Versammlung, in bescheidener Würdigung der Beschränktheit ihrer theologischen Kenntnisse gepflogen^), und ihre Beschlüsse mit dogmati¬ 1) Gab es noch niemals Leute, die die rabb. Schriften gründlich studict, und ihnen dennoch sehr abhold waren? Korresp. 2) Unter denen es keinen Rabb. aus Szonitz, Skalitz, Rechwitz, Lakenbach, Wassertrüdingen ff. gab, denn wer kennt die Geistescichtung dieser? Aber, auch keinen Altonaer, der den Lulab mit den Zähnen schütteln will, wenn er seine Hände nicht mehr rühren kann — ein rührendes Bild, einen Obcrcabd. mit dem Lulab zwischen den Zähnen, und noch dazu schüttelnd! Korr. 3j Z. B. nicht, daß alle Juden sich wieder 3—4 Stunden nach dem Verscheiden begraben lassen, daß-alle Juden wieder das Taschentuch am'Sabbat sich um die Hüfte binden, daß alle Juden wieder sich Schulenklopfen lassen ff. ff. Korresp. 4) Zu Werbofzy, Jchenhausen, Gunzenhausen, auch Altona ff. Korresp. 5) Freilich, die Leute in Burgpreppach, Werbo, Bonn, Stampfen, Saschin, Strelitz, Endingen, Brezowa ff. sind so bescheiden, daß sich von ihnen höchstens auspofaunen laßt, daß sie gut gegessen, lang geschlafen, und endlich des Todes sanft verblichen sind. Korr. 6) Bis jetzt glaubte man, diese Herren wären überhaupt still, nun weiß man: nur ihr Mitleid ist still. O, ihr Herren zu Altona, Gailingen, Schattmansdörf ff. mit dem stillen Mitleid! Korresp. 7) Herrlich, „ruhig verhalten haben" — herrlich: „Ruheist die erste Bürgerpflicht." Die armen Männer $tt Beyerdorf, Ungwar, Pappenheim, Heidelberg, Emden, Hannover, wollen so gern sich ruhig verhalten, und ihr, Männer der Rabbinecversammlung, duldet es nicht — das habt Ihr am jüngsten Tage zu verantworten! Korresp. 8) Wären aber die Leute zu Hürden, Halberstadt, Fellheim, Alterstadt, St. Georgen, Pösing, Witzenhausen ff. ff. da gewesen — Himmel, welche theologische' Kenntnisse wären da zu Tage gekommen, wie waren scher Wahrhaftigkeit gefaßt *). Leider mußte sich jedoch, durch die erfolgte Veröffentlichung ihrer Protokolle, 'auch der enttäuscht sehen, der sich geschmeichelt, wenigstens einiges Ersprießliche vom etwaigen gründlichen Forschen jener Versammlung erhoffen zu dürfen. Außer bei einigen richtigen, das politische, bürgerliche Leben .des Israeliten dem Staate gegenüber bestimmenden Belehrungen2), die übrigens auch bisher schon in allen Religionsbüchern sich finden^), in allen Synagogen und Schulen*) gelehrt werden, und die ohnehin, bei der bekannten Unterthanentreue des gläubigen Israeliten als überflüssig erscheinen können^), — sieht ex0) in den übrigen Verhandlungen dieser Versammlung das Judenthum angefeindet und verläumdet von Männern, die seine Lehrer, seine Beschützer sich nennen. Er sieht mit maßloser Arroganz über die wichtigsten Religionsfragen ohne Forschung, ohne Quellenstudium aburtheilen?). Kein Ansehn, so altehrwürdig es auch sei, wird gescheut. Keine Autorität wird geachtet; selbst die die Daumen geflogen und die Bärte gekraut worden. Da hätte man was erlebt, und die Welt wäre vor Staunen in die Knie gesunken! Korresp. 1) Wir setzen hiermit einen großen Preis fest, den die Männer in Szonitz, Szobotitsch, Werbofzy, Hollitsch, Nadasch ff. ff. erhalten sollen, wenn sie erklären, was das heißt, was sie unterschrieben haben: „Beschlüffe mit dogmatischer Wahrhaftigkeit gefaßt! " Ein-Preis ist zu gewinnen,'ein großer Preis! Korresp. 2) Sehr unbestimmt: welche sind diese richtigen Belehrungen? (schönerStyl!) Sehr klug — man kann sich nun denken, welche man will. Wie steht's mit den Antworten des französischen Sanhedrin's. Pfäffleins, warum so bestimmt in den Verurtheilungen, und warum das liebe Israel nicht eben so bestimmt über die „richtigen Belehrungen" klar machen? Korresp. 3) Z. B. in dem vom darmstadter Auerbach!?! Korresp. -4) Z. B. in den Schulen zu Wecboffzy, Werbo, Szonitz/ Wassertrüdungen ff. .. Korresp. 5) Warum hat auch der Dummkopf Napoleon danach gefragt, es erscheint ja so überflüssig! Kora;. 6) Da die Unterzeichneten Herren notorisch wegen Lichtscheue nicht sehen können, schieben sie beim „Sehen" einen großen Unbekannten unter! Korresp. 7) Wie natürlich, da z. B. der bonner Auerbach, zwar kommen wollte nach Braunschweig, aber nicht gekommen. Hat man doch z. B. bei den Gutachten über die Beschneidung gesehen, welch außerordentliches Quellenstudium der Altonaer entwickelt hat!!! Korr.

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