Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 14 (31.3.1845)
- Date
- 1845-03-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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IX. Jahrgang. No. 14. Allgemeine Zeitung des Zu-enthums. Ei» unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Dr. Ludwig Philippsort, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 31. März 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — I Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22£ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Ieitungö-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Der Sieg. Die Debatten über die Bill: „Bürgerliche Unfähigkeiten der Juden" im englischen Oberhause. Zeitungsnachrichtenr Frankreich: Paris. Preußen: Berlin, Magdeburg, Trier, Essen, Berlin, Berlin. D eutsch land: Hannover, Hamburg. -Oesterreich: Eperies. Krakau: Krakau. Leitender Artikel. Magdeburg, den 23. März. Der Sieg. Die Debatten über die Bill: „Bürgerliche Unfähigkeiten der Juden" im englischen Oberhause. Vorbemerkung. Wir geben diese Debatten in extenso, da es von anderen deutschen Zeitungen doch wol nicht zu erwarten ist, (von der Augsburg. Allg. gewiß nicht, denn diese verbannt den ganzen Gegenstand in die Uebersicht — viile No. 72 und in die Beilage;) und wir den Lesern doch gar zu gern Gelegenheit geben, die legislatorische Weisheit des badischen Herrn Oberamtmanns Fauth mit der der Lords L y ndh u rst und B ro ug h am, so wie die Christlichkeit des Bischofs von London und des Herzogs von Cambridge mit der des Herrn Bibliothekars Ghillany zusammenzuhalten. Wie tröstlich wäre es uns als Deutschen, aus dem Munde deutscher Staatsmänner Grundsätze zu-hören, wie die von jenen Männern geäußerten: „Cs giebt nichts Unpolitischeres, als die Anreizungsmittel zu guter Auf- und Amtsführung (die Aussicht auf das Avancement) zu vermindern. Und: „Man sagt, die Juden seien besonders für wissenschaftliche und Lehrämter befähigt; darum — müssen wir sie hierzu zu benutzen suchen." Und nun beschuldigt man die guten Deutschen der Nachahmungssucht! — Oberhaus, M on tag 10. März. Zweite Verlesung. Lord Monteagle reichte eine Petition zu Gunsten der von dem Lordkanzler eingebrachten Bill ein, und bemerkte, daß obgleich solche nur von fünf Personen unterzeichnet sei, diese Personen doch von großer Wichtigkeit und Achtbarkeit wären. Sie feien nämlich von jüdischem Glauben, und seien die Vorsteher der Synagoge brittischer Juden (vom neuen Ritus). Der Lordkanzler trug auf die zweite Lesung der Bill zur Beförderung israelitischer Personen, die zu Munizipalämtern gewählt seien, an, und fuhr fort: Mylords, da ich keine bedeutende Opposition gegen diese Bill erwarte, so will ich Ihnen bloß in der Kürze deren Motive auseinandersetzen. Cs sollen nämlich einige Ilnregelmäßigkeiten, Inkonsequenzen und ich erlaube mir zu sagen, einige Absurditäten aufgehoben