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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-03-24 · Heft 13 (24.3.1845) · p. Seite 182

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 13 (24.3.1845)
Date
1845-03-24
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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182 a. Herr Mayer bediente sich gegen uns einer Verdrehung, indem er uns die Gegenstände der Kom- WWiUNG Wr unpraktisch erklären läßt, WDrWd wir, wie wir aus'unseren Zitaten erwiesen, nnr die Häufung großer, weit umfassender Gegenstände in den Kommissionen für unpraktisch erachteten. li. Herr Mayer bediente sich gegen uns einer Lüge, indem er uns einen Antrag unterschob und ihn für unwürdig erklärte, der von ihm selbst ausgegangen, wie die von ihm Unterzeichneten Protokolle erwiesen. Unter dem Eindrücke eines solchen Verfahrens gehen wir denn zu dem zweiten Vorwurfe über, den Herr Mayer unsrer Kritik macht. Der Leser verzeihe uns, wenn wir ihn nochmals mit unseren eigenen Worten behelligen müssen; die Natur der Sache verlangt es, da Vielen die No. 28 des vorigen Jahres nicht gegenwärtig ist, noch Mehre die Lust nicht haben werden, erst nachzusuchen. Wir hatten gesagt: „Es war überhaupt ein Uebelstand, den die Versammlung mit unsrer ganzen Zeit theilte, daß sie eine kritische Richtung nahm, daß, anstatt zu beleben und zu schaffen, das kritische Messer an das Bestehende gelegt ward, und zuletzt lauter Fragen kritischer Natur herauskamen. Ueber die Frage, ob die Gebetsprache die hebräische sein solle? wurde ein ganzer Tag durchsprochen — zu einer Zeit,- wo wie ein Redner richtig bemerkte, eine, nichts Wesentliches antastende Synagogenordnung der Versammlung noch zur Begutachtung vorgelegt ward — während die Frage: wie ein Verein zur Belebung des religiösen Sinnes zu bewirken sei? außer dem Schreiber Dieses keinen Redner fand." Ferner: „Ich glaube im Rechte zu sein, diese Ansichten zu äußern, weil es gilt, die zukünftigen Versammlungen auf'das Wesentliche im Voraus aufmerksam zu machen. Die Versammlung war in der Ausarbeitung der Statuten, in der Erklärung über den Eid, in der Begutachtung der meklemb^ Synagogenordnung, in der Bestätigung der Antworten des Sanhedrins gewiß auf dem richtigsten Wege. Als sie sich aber einließ, das ganze Ehegesetz, die ganze Liturgie,- das ganze Sabbatgesetz sich zu Fragen zu machen, konnte sie gewiß als aus den naturgemäßen Grenzen herausgeschritten angesehen werden." Diesen Worten gegenüber weiß sich Herr Mayer nicht anders zu helfen, als daß er sagt: indem wir die Bestätigung der Beschlüsse des französischen Sanhedrin beantragten, waren damit schon alle kritische Fragen angeregt und in die Versammlung geworfen — somit sind wir Schuld, daß die Versammlung lediglich kritisch wurde, und wenn wir dies der Versammlung voMverfen — sind wir folglich -inkonsequent. Wir k'önntzen ^diesem Syllogism einfach begegnen, indem wir darauf Hinweisen, daß diese Bestätigung allerdings der erste Antrag war, daß er aber — ohne weitere Diskussion (s. Prot. S. 20) einer Kommission überwiesen ward, und erst in der neunten Sitzung wieder vorkam, so daß zuvor die Begutachtung der meklemb. Synagogenordnung, die Diskussion über die Revision des Ehegesetzes, die Erklärung über den Eid, die lange Diskussion über die Revision der Liturgie abgemacht waren, ehe die Bestätigung der Antworten des Sanhedrin an die Reihe kam. Somit hatte die Rabbinerversammlung ihr. ganzes Werk schon vorher größtentheils vollendet, und nicht diese Antworten des Sanhedrins konnten die kritischen Fragen in der Versammlung anregen, da diese längst in vollem Flor waren, als jene Antworten an die Reihe kamen. Herr Mayer hat also hiermit nur wieder ein Kunststückchen gemacht, wieder einen Purzelbaum geschlagen, um uns ein Bein unterzusetzen. Es thut uns wirklich leid, daß der Mann sich unsertwegen so in Bewegung gesetzt. Aber wir wollen die Sache einmal so gelten lassen, daß wirklich — was doch nicht der Fall ist — die Bestätigung jener Antworten die erste Stelle nach den Statuten eingenommen — während sie die siebente einnahm — wie lächerlich ist der Einwand, alle Fragen, die mit einer Frage nur in irgend einer Verbindung gedacht werden können, müßten von einer frei sich bewegenden Versammlung, wie von einem systematischen Lehrbuche, -durchgenommen und behandelt werden, und wer daher eine Frage angeregt hat, trägt nun die Schuld, daß mau sich mit Nichts weiter beschäftigt als mit ähnlichen Fragen. Ich will dem Herrn Mayer erweisen, daß mit den Antworten des Sanhedrins so viele Fragen verknüpft werden könnten, daß die Rabbinerversammlung die Jahre Methusalem's hindurch sitzen und "berathen könnte, ohne ganz zu Ende zu kommen, und davon wäre ich dann die einfache Ursache. Wie? fühlte Herr Mayer, als er jenes niederschrieb, nicht, daß er alle Herren Theilnehmer der Versammlung durch seine Worte von uns abhängig machte, da er sie sämmtlich durch uns in die betretene Bahn hiueingeworfen angiebt? Die Herren hätten also gar keinen Antrag mitgebracht, sondern hätten dieselbe erst sich-gebildet, nachdem wir die Bestätigung jener Antworten beantragt? Holdheim hätte seinen Antrag auf Revision des Ehege-

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