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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-02-17 · Heft 8 (17.2.1845) · p. Seite 110

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 8 (17.2.1845)
Date
1845-02-17
Page
Seite 110 (sequence 14)
Language
German
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110 Ritus — wenigstens wie ich ihn sah — bilden die kabbalistischen Floskeln; die da vorkommenden abenteuerlichen Permutationen und Kombinationen mancher indifferenten Buchstaben der unschuldigsten Ausdrücke, die stets sich wieder erneuerenden Leschem-Jüchud's (üiab irm) und unzähligen sonderbaren Engelnamen, die jenes sonst so schöne Gebetbuch entstellen, und neben den erhabenen, die klarste und reingeistigste israelitische Gotteslehre athmenden, feierlichen Hymnen und herzechebenden Gebeten, nur noch um so greller ihre trübe Quelle aus jener heidnisch-persischen düstern Weltanschauung verrathen. — Es wäre wahrlich an der Zeit, daß die Befferen der Spaniolen, die diesen Unfug wohl einsehen, dieses Unkraut aus dem Garten Gottes so bald als möglich ausjäten mögen. — Eine eigenthümliche Erscheinung beim spanischen Ritus ist es ferner, daß ec -,©8 1122 , 121N mm üö bs ,12122 bs b$ v->° tnmrin i©822 'im — .m b2 2)22 ,Tra, .8-172 p 02228 .ibi3 n 11211733 öip28i apn© 22122(1 .117372 ,inb2n 2322 y28m ,1>3 n ,in-)7 m27873 .121 abmb 1ib?3i m ,inb733 ai)3©m 12125221 ,-sb?3 11 nittim y28 52©3> 8b 2m (2 D2itiön y2pi D21 , -sbio ’ii y28 *»b2 amitti /121 .232 übl2b 1lb73i n , nittian 22-1873 In 2738© 1122 nach l'W-nb 21© 22© 2b©73 wird Folgendes eingeschaltet: 812737 Nb^28 -P2273 1122 ■p8© 1122 ,Ntt3b mpi 23>b m b8 11-12 , 52-118 NP73 8bl 213D 81273 8bl 52N2© 8bl Nbl2 8b l^öb 1122 ,1^12273 b22 möm T222 b22 8121 pi2tt , 2127© (n2©b) ri8 b82©i 1732b p>3© 11-12 , >32731 52212 ,N7N ni2l252 3N (ni21vb) tl81 52752 tl2©52 2li 82P73 2123 tm —! 121 52752 2,13273N 3N (Nd2b) 1-127 11221 17312 11221 8152 1122 , 527N 1221p pn252 28 '121 I3i!2b8 #n!2D8 1122 ,22 mbmb. /l2l In der 252122 523173© ist die 213©52 12273 N222 wie folgt: 1221 ,l3->2^ i2©2?3 b22 13mb8 n 131222,, Nri">2N8 mm , 522231 52222 11322 ibb©2 131.213© b8 *12 52222b ni21©N Qi3©2 Ülb©7 22©1 2^N 12273 n 52H8 1122 Üi3©!2 122731 Ntl8 2^731 21£3 a^b©12*’ 1in2 *}72©n„ 2ib©l2i 52312 n222 ".213©52 N21212 5225273 1223? 212 8221 ,17222 21282 12m 1122 1317312 52252732 vblV y32 523218 52321 *p2n ."2->b©l2'> 52312 ii 2ri8 nicht stabil und abgeschloffen ist, sondern gewissermaßen in seinem Entwickelungsprozesse noch immer fortschreitet. So wurde z. B. am vergangenen Versöhnungstage ein, von einem orientalischen Rabbiner neu verfaßtes Gebet in der Synagoge vorgetragen und somit — wenigstens für jetzt dem Ritus einverleibt. Obschon dieses und alle dergleichen von orientalischen Rabbinern verfaßte Gebete, wie sich wol denken laßt, nichts weniger verdienen als im Gotteshause im Namen der Gemeinde vorgetragen zu werden, so ist dieses Prinzip der lebendigen, fortwährenden Entwickelung des Ritus in einer so orthodoxen orientalischen Gemeinde höchst interessant, und mag auch somit als Gegenstück dienen zu den so hartnäckigen Kämpfen auf demselben Felde, die jetzt im aufgeklärten Deutschland, so viele Köpfe erhitzen und so viele Herzen entfremden und gegenseitig verdächtigen.— Es läßt sich wol erwarten, daß in einer israelitischen Gemeinde wie die spanische, die noch so sehr den orientalischen Typus an sich trägt, und die überdieß noch so viele, unverwischbare, großartige Reminiszenzen aus der ehemaligen Glanzperiode des spanischen Judenthums (im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert) aufbewahrt hat, was Alles für uns in Europa nur noch historisch vorhanden ist; — daß, sage ich, sich hier in Familie wie in Gotteshaus manche so eigenthümliche Gebräuche und Zeremonien erhalten haben müssen, die in den Kreisen des zivilisi'rten europäischen Judenthums ziemlich unbekannt sind. — Allein eben weil deren so viele sind, so wollen wir, um uns nicht in's Einzelne zu sehr zu verlieren, nur einige Hervorstehende derselben hervorheben und sie hier unseren Lesern mittheilen. Während des Morgengottesdienstes am Sonnabend gehen von Zeit zu Zeit Knaben in der Synagoge herum, wohlriechende Bouquetts und Blumensträuße tragend, die sie den Erwachsenen, besonders den bejahrten Leuten zum Riechen darbieten, wofür sie von diesen den Segen empfangen. Dieser Gebrauch stellt sich in concreto höchst gemächlich dar, und ist ein schönes Seitenstück zum patriarchalischen Familienleben der Spaniolen, wie wirs später noch näher kennen lernen werden. Aus derselben klaren Quelle entspringt ein anderer sehr ansprechender, ja ehrwürdiger Gebrauch. Nämlich wenn der Familienvater zur Tora aufgerufen wird, so erheben sich alle seine Kinder, mit ihren Blicken nach dem, auf der Bimah stehenden Vater gerichtet, und dürfen erst dann ihren Sitz wieder eknnehmen, wenn

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