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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-02-03 · Heft 6 (3.2.1845) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 6 (3.2.1845)
Date
1845-02-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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IX Jahrgang. Allgemeine No. 6. Zeitung -es Zudenthurns. Ei» unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur:. Verlag von irr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig» (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 3. Februar 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22A Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angefetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Zeitungs -Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Blicke auf die großen Zeitfragen vom Standpunkte des Judenthums. .Harfenklänge zu den Wochenabschnitten der Schrift. VI. Mischpatim. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Braunschweig, Braunschweig, Hamburg, München, Hamburg. Preußen: Breslau, Köln, Königsberg, Magdeburg, Posen. Oesterreich: aus Ungarn (Schluß), Lemberg. Holland und Belgien: Ostende. Personal- und Lokalnachrichtenr W. Neustadt (Ungarn), Berlin, Warschau. sollte, das mochte!" niemals: „das soll und muß!" Wir können aus dem Leben nicht jenes hölzerne, bloß materielle, sich selbflbestimmende Treiben machen: sondern es muß vom Prinzip des Göttlichen wie der Körper vom Nervenfluidum durchdrungen werden. Es hat öfter Zeiten gegeben, wo man die Religion in ihr Luftkabinct eingesperrt zu haben, wo man ihre Grenzen für sich sicher abgesperrt zu haben glaubte, wo man sich vor ihr sicher meinte: plötzlich stürzten die religiösen Fragen mit neuer Gewalt über die Menschheit, daß die Grundvesten der Gesellschaft davor erbebten. Nein! sagen wir, Religion und Gesellschaft können zu keinem Ziele gelangen, wenn sie beide nicht zu einem einigen Ganzen in einander verwachsen. Das Christenthum sagte: „mein Reich ist nicht von dieser Welt!" damit war der Religion für die Gesellschaft die Seele gebrochen. Denn allerdings muß die Religion in dieser Welt ihr Reich haben, denn nur dadurch kann sie den Menschen für eine andere angemessen erziehen. Das Christenthum hat darum auf der einen Seite unnütze Asketiker, auf der andern eine Priesterherrschaft geschaffen, welche an die Stelle der Religion die Kirche setzte — mitten inne eine Welt, auf die cs keinen Einfluß übte, weil es einmal, um das Individuum zu beherrschen, die Gesellschaft aufgegeben. Es war damit aber gerade vom Judenthum abgefallen, und es wird einst eine große Verwunderung sein, wenn das Christenthum auch in diesem Abfall von seiner Mutter einen riesigen Fehler begangen zu haben erkannt Leitender Artikel. Magdeburg, den 27. Januar. Blickans die großen Zeitfragen vom Standpunkte des Iudenthnms. I. Der Satz: Religion und Staat müssen von einander getrennt fein — ist falsch. Im Gegentheil: Religion und Staat müssen sich einander durchdringen, müssen sich organisch assimiliren — dies ist das Ideal. — Wir können aus der Religion nicht bloß jene Metaphysik der Moral machen, die den wirklichen Menschen nur aus der Vogelperspektive beschaut, und die ewig ausruft: „das I

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