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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-01-13 · Heft 3 (13.1.1845) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 3 (13.1.1845)
Date
1845-01-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ix.Jahrgang. Allgemeine No. s. Zeitung -es Zudenthuws. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung . Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 13. Januar 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.f. w. mnfaffen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 £ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Skizzen über das Mer der jüdischen Gebete. (Fortsetzung). Harfenklänge zu den Wochmabschnitten der Schrift. III. Bo. Zeitungsnachrichtenr Preußen: Breslau, Berlin, Elbing, Hamburg. Deutschland: Frankfurt am Main, aus Baden, Hamburg, München, Berlin. Oesterreich: aus dem Oesterreichischen. Frankreich: Straßburg. Palästina: Jerusalem. Leitender Artikel. Leipnick, den 22. Dezember. Skizzen über das Alter der jüdischen Gebete, von D. ^Oppenheim, Rabbinatskandldat. (Fortsetzung.) Die Zeit der Redaktion der jüdischen Gebete zu einer förmlichen geordneten Sammlung läßt sich schwer ermitteln; überhaupt müssen wir, die Möglichkeit, eine positive Behauptung darüber aufzusiellen, im voraus negiren. Allenfalls bleibt es konstatirt, daß zur Zeit der Abfassung des Talmuds noch kein geschriebenes, systematisch geordnetes Gebetbuch vorhanden war. Ein strenges Verbot finden wir darüber in den beiden Talmuden, in der T^sephta angeführt (vide Sabbat f. 1X5 b. '*ot srmn isniöD niia ^ns), welches noch zur Zeit der Redaktion der Talmudisten in seiner vollen Kraft gewesen zu sein scheint; weil doch sonst der Talmud darüber etwas augemerkt hätte, und das oft gebrauchte mcyb rtf, mit dem man sich später aushalf (vide Tosephos) würde hier auch gute Dienste geleistet haben. Ja, aus der Strenge womit R. Israel gegen ein geschriebenes Heft mit Gebeten verfuhr, läßt sich auf die Wichtigkeit, die man auf dieses Verbot legte, schließen. Durch die Roth gezwungen, wie es die Kommentatoren des Talmuds daselbst angeben, jedes Mittel zu ergreifen, machte man zur Zeit der Geoniw, vielleicht auch unter den Seburaiw, den Versuch die Gebete zu ordnen und durch Abschriften zu verbreiten. Die vielen Konjekturen und Varianten, die Menge der Zweifel und Fragen über einzelne Formeln der Gebete und dergleichen gottesdienstliche Vorträge, die häufig im Talmud Vorkommen, lassen sich nur daraus leicht erklären, daß eine derartige stereotype Sammlung, als allgemeine Norm, noch nicht vorhanden war. Auch die Grenzscheide der beiden Hauptrituale in der Liturgie, nämlich die spanische und deutsche, fällt in die Periode der Geonim, die jene Redaktion Vornahmen und viel zur Verbreitung der Sidurim beitrugen. Die Deutschen haben ihren Sidur von R. Amram Gaon (blühete im neunten Jahrhundert) überkommen, das zwar der Verfasser für die spanischen Juden ausarbeitete, aber nicht angenommen wurde. Auch ältere Sammlungen waren schon vorhanden, die aber wenig bekannt sind, und wahrscheinlich durch die unternommenen Arbeiten des genannten R. Amram, Sadias und

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