Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1845)
- Date
- 1845-01-06
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zur Allgemeinen Zeitung des JudeuthumS Nr. 2. Erster Rechnnugsbericht der jüdischen Badearmenkasse zu Warmbrunu für die Badesarson vom 1. Mai bis nitim» September 1845. In unserem Aufruf vom März d. I. (A. Z. d. I. Nr. 15.) haben wir es uns zur Pflicht gemacht, am Schluffe der Badezeit einigen renommirten Badegästen über die Verwaltung unserer Armenkasse Rechnung zu legen, und diese der Oeffentlichkeit zu übergeben. Da aber zu jener Zeit jüdische Badegäste nicht mehr hier waren, haben wir den löblichen Vorstand der nächsten jüdischen Gemeinde, den zu Hirschberg, Herrn Herrn Banquier Schlesinger nnd Kaufmann G. Michaelis zu Rechnungsrevisoren erwählt; und hat sich nach genauer Revision folgende Bilanz herausgestellt: A. Einahmen. Es sind Beiträge eingegangen von wohllöblichen jüdischen Gemeinden: lau 5 Thlr. — Pinne 3 Thlr. — Samter 5 Thlr. — Sarne 3 Thlr. — Schrimm 3 Thlr. — Strzelno 5 Thlr. — Wöllstein 4 Thlr. — Wreschen 6 Thlr. — Zdury 1 Thlr. 15 Sgl. — in Summa.102 Thlr. 7 Sgr. — Pf. Durch Sammlungen bei hiesigen jüdischen Badegästen.83 - 8 - 9 - Durch Ueberschuß vom Betlokal. 6 - 29 - 2 - Von Herrn Hermann Epstein aus Warschau einen jährlichen Beitrag (exclusive der 50 Thlr. ' von Herrn Gebrüdern Epstein zur Erbauung eines Hospitals). 5 - — - — - Anonym aus D.17 - — - — - Interessen von 120 Thlr. *). 5 - 1 - — - Summa 219 Thlr. 15 Sgl. 11 Pf. B. Ausgaben. An Bäder (exclusive der von unserer Grundherrschaft gnädigst bewilligten Freibäder für 12 jüdische Arme zu je drei Wochen) 64 Wochen ä 14 Sgl..29 Thlr. 26 Sgl. — Pf. An Trinken 7 Wochen a 7 Sgl. 1 - 19 - — - - Douche- und Wannenbäder 173 Stück a 31/* Sgl.20 - 5 - 6 - - Wöchentliche Unterstützung.46 - 8 - 6 - - Mittagbrod 464 Portionen ä 1 Sgl. 7V» Pf..24 - 19 - 6 - - Hospital-Utensilien.25 - 16 - 6 - - Hospital-Miethe und Bewirthung.23 - 2 - 6 - - Medizin. 6 - 11 - 5 - - Reisegeld für die das Bad verlassenden Armen.9 - 12 - — - - Reisegeld für die das Bad nicht erhaltenden Armen. 5 - 7 - 6- Lxtra oräinaire Ausgaben und Porto.19 - 26 - 9 - - Ueberschuß. 7 - 10 - 9 - Summa 219 Thlr. 15 Sgl. 11 Pf. Indem wir allen edlen Wohlthätern unserer Badearmen, besonders unserer Grundherrschaft Sr. Ereellenz Herrn Grafen von Schaffgottsch, für die gnändigst gewährten Freibäder, so wie den für Menschenwohl stets bemühten Badeärzten, Herrn Herrn Sanitätsrath vr. Preiß und Dr. Luchs, für ihre unentgeltliche Behandlung jüdischer, armer Badegäste, hierdurch den tiefgefühltesten Dank im Namen derselben öffentlich aussprechen, fühlen wir uns verpflichtet, den Geschäftsgang unseres Instituts, wie die Verwaltung der erhaltenen milden Gaben der Oeffentlichkeit zur Prüfung vorzulegen. Da unsere Bemühungen für das erste Jahr nicht den Erfolg hatten, den wir von einem so wichtigen Unternehmen zu hoffen berechtigt waren; da wir nicht in dem Maße Unterstützung fanden, wie sie einer so allgemein wohlthätigen Stiftung nöthig war; da überhaupt die meisten zahlreichen, als wohlthätig bekannten Gemeinden unseren Aufruf ganz unberücksichtigt gelassen; konnten wir nicht unsere Fürsorge, wie wir es gern gewollt, für alle Armen, die dieses Jahr die hiesigen Bäder besuchten, in gleichem Maße walten lassen; konnten nicht alle Leidenden die Unterstützung finden, die ihnen so nöthig war. Wir hielten dafür, wie wir es auch schon in unserem Aufruf vornweg geäußert, daß die Armen derGemeinden, die einen Beitrag unserer Kaffe zugesendet, bevorzugt und kräf- -tkger unterstützt werden müßten, als die der Gemeinden, welche, obwohl sie unseren Aufruf direkt erhalten, keinen Anstand genommen uns mit ihren Kranken zu belästigen, ohne irgend eine Beihülse zu gewahren. Wohl mag es hart scheinen die Armen die Nachlässigkeit ihrer Gemeinden büßen zu lassen; allein da die geringen Mittel unserer Kasse nicht so weit ausreichten alle Armen mit dem Nöthigsten zu versehen; haben wir beschlossen, den Versuch einer besseren Gestaltung der Armenverhältnisse lieber an einer kleinen Zahl, und zwar au der meist berechtigten zu unternehmen, als durch Zersplitterung unserer Kräfte nur etwas ganz mangelhaftes zu bewirken. Wir haben demnach sämmtliche Armen in zwei Klassen gethetlt; in solche, deren Gemeinden zu unserer Armenkasse beigesteuert, und in solche, deren Gemeinden nichts beigetragen. Erstere, deren Zahl 15 Personen betrug, sind versorgt worden mit Logis, in zwei geräumigen Parterrestuben; täglichem Mittagbrod, bestehend in kräftiger Fleischbrühe und V» Pfund Fleisch; *) Durch Ueberschuß von früheren Jahren 70 Thlr. und die von Herrn Gebrüdern Epstein zu Warschau zur Erbauung eines Hospitals eingesandten 50 Thlr. hat unsere Kaffe ein Grundkapital von 120 Thlr.