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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-01-02 · Heft 1 (2.1.1845) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 1 (2.1.1845)
Date
1845-01-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 den können, daß sie, was Sittlichkeit und Erl düng betrifft, den übrigen Landes-' Einwohnern nicht nachsteht, mithin eine solche Gleichstellung wohl verdient." Die Stände haben diesem glänzenden Zeugnisse durch die Annahme des Gesetzes ihre Beistimmung gegeben. In Baiern hat es sich durch amtliche Darstellung gezeigt, daß über den fünften Theil der jüdischen Bevolkrung bereits dem Handwerken und dem Feldbau angehöret. Der jüngst veröffentlichte Rechenschaftsbericht des Vereins zur Verbesserung des Zustandes der Israeliten für die Provinz Rheinhessen hat die erfreulichsten Resultate geliefert, namentlich in Betreff der Zuführung junger Israeliten zu den bürgerlichen Gewerben. Ja, Preußen, das in der Judensache noch immer schwankende Preußen, das weiß, die alte Bahn in dieser Angelegenheit ist für immer verschlossen, das aber zur neuen Bahn sich noch immer nicht entschließen kann; Preußen hat Erkundigungen eingezogen in Holland über die Erfolge der Emanzipation, und von der dortigen Regierung befriedigende Berichte erhalten; es hat Erkundigungen eingezogen bei den süddeutschen Staaten (Baden und Würtemberg) über die Erfolge einer freisinnigen Gesetzgebung und geordneten Synagogenverfassung, und — sehr Künftige Mittheilungen erhalten. Warum sollen wir bei solchen glänzenden Thatsachen nickt triumphirend verweilen? Sie erstarken unser Bewußtsein, sie spannen unsre Kräfte von Neuem an, sie zeigen uns auf das Ziel unsres Strebens hin, sie ermuthigen uns gen unsre Feinde. Die Stimme des Pöbels muß davor verstummen, die Stimme gehässiger Skribenten muß davor schweigen, und der Staatsmann fühlt, daß bei solchen Erfahrungen der Weg der Humanität und des Rechts jedenfalls auch der Weg der Staatsklugheit ist. Wohl, da wird Wahrheit der Spruch unsres großen Propheten: „Die auf den Ewigen vertrauen, erneuen die Kraft, erheben gleich Adlern die Schwingen, sie laufen, und werden nicht müde, sie eilen, und werden nicht matt." (Jes. 40.) Mit diesen Worten auf den Lippen, mit diesen Gefühlen im Herzen, gehen wir mnthig und unverdrossen — in das Jahr 1845. Harfenklänge zu den Wochenabschnittcn der Schrift. I. Schemoth. 1. Trotz dm Künsten, dem Wissen In dem alten Aegypterland Ward geboren allda Sklaverei, Sklaverei eines Volkes! —: O Du vom Himmel gefallener Stern, Herrschsucht, Die da herrscht um des Hercschens willen: Aber dem Staub entwunden Ist die Begier, Zu genießen was Andre gemacht, Was im Schweiße des Angesichts sie erschufen. Und zu ernten, was Andre gesät. Siehe, da drangen die Dornen Um die Rose der Menschheit hervor — Siehe, da wurden die Fasern des Flachses, Zarte Fasern des bläulich blühenden Flachses, Hart zu schnürenden Banden gedreht, Arme- und Willenschnürenden — Siehe, da sank die Menschheit hinab Tief in den Sumpf — Beinah' versank sie. Friedlich wanderten sie auf den Ruf des Herrschers In das ungastliche Land: Ihnen öffnete selbst der Herrscher die Pforte. Friedlich lebten sie in der östlichen Landschaft Von der Viehzucht Gewinn und der Hände Erwerb. Ganze Geschlechter gingen hinweg; Ganze Geschlechter fanden Ihre Gräber allda. Ganzen Geschlechtern standen . Ihre Wiegen allda. Wie sie lebten, friedlich, um Keinen sich kümmernd/ Nüchtern und mäßig, nur ihren Frauen und Kindern, Mehrte die Zahl des Volkes sich sehr. Wohl! der gerechte Herrscher, der freuet sich dessen, Wenn die Völker erblühen in Wohlstand und Menge, Für des Vaterlands Macht und Größe die Bürgschaft.

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