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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-12-25 · Heft 52 (25.12.1843) · p. Seite 767

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 52 (25.12.1843)
Date
1843-12-25
Page
Seite 767 (sequence 7)
Language
German
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767 schlag Gebrachte verständigt, und wir hatten die -Leitung des Steuerwesens zwei Männern anvertraut gesehen, die, beide verständig, unterrichtet, wohlwollend sich — wie dies schon bei mehreren Gelegenheiten geschah, wo es galt das-gemeine Beste zu fördern — freundschaftlich di.e Hand reichen konnten, und dadurch, daß. in ihnen beide Partheien repräsentirt würden, auch beiden gleiches Vertrauen eingeflößt werden müßte. Und dieß konnte um so mehr geschehen, da schon seit 20 Jahren immer 2 Direktoren dem Steueramte vorstanden, und die ökonomische Frage hier gar nicht in Betracht kommen konnte, da, soviel wir wissen, die in Vorschlag gebrachten Herren eigentlich gar nicht gefragt wurden, ob sie für Geld dienen wollen, in jedem Falle aber nach dem, was über die festzusetzenden jährlichen Entschädigungen verlautet, noch immer eine bedeutende Ersparniß im Vergleiche zu dem, was die frühere Direktion gekostet, erzielt würde; abgesehen davon, daß die Steuerpflichtigen leichter ein Geldopser bringen können, wenn ihre Wahl Männer getroffen, die rücksichtlich ihrer Persönlichkeit des vollkommensten Vertrauens würdig sind. — Nun aber sind wir nochmals in ein Provisorium versetzt, das, obwol von einem der redlichsten Männer * *) vorgeschlagenen Individuen von einempersönlichen Mißtrauen nicht die Rede sein kann. Es ist ein Mißtrauen gegen die Partei und Ansicht. Die Landbewohner halten sich nämlich rücksichtlich der Steuerleistung von den Städten übervortheilt, und da sie anerkanntermaßen neben der Bezahlung unmittelbar,' noch anderen mittelbaren Bedrückungen, mehr als die Städter, ausgesetzt sind, so ist es ihnen nicht zu verargen, wenn sie bei der' Zentralverwaltung durch einen Mann ihrer Wahl besonders vertreten sein wollen, der die eigenthümlichen Verhältnisse, wie sie sich auf dem Lande.anders gestalten, als in der Stadt durch eigene Anschauung genau -kennt, und mit ihnen fühlt, während der in der Stadt im Wohlstände Lebende davon keine Ahnung hat und daher auch gleichgültiger dagegen ist. Korr. *) Der seit mehreren Monaten, wegen seines vorgerückten Alters freiwillig in den Ruhestand getretene ehemalige Steuerdirektor Herr Samuel Dormizer. Unbegreiflich ist es, daß dieses Mannes, dessen fleckenlose Rechtlichkeit allgemeine und ungetheilte Anerkennung findet, vor einiger Zeit in einem Blatte auf eine den unbescholtenen Ruf dieses Mannes verdächtigende Art Erwähnung geschehen konnte! Unkenntniß der Personen und Verhältnisse oder Bosheit können wir dem Verfasser jenes wohlversehen, doch, wie alle Provisorien, der Förderung der Geschäfte nicht günstig ist, und es soll erst am 8. Januar 1844 entschieden werden, was schön am 6. Dezember d. I. ganz gut hätte erledigt werden können. Und wenn wir bedenken, welche Einflüsse sich in der Zwischenzeit geltend machen, und welche Einflüsterungen sich Gehör verschaffen können, dann können wir freilich neue Besorgniß nicht unterdrücken, und-nur das Vertrauen, das wir aus dem Ernste schöpfen, mit welchem die Dinge in den letzten Verhandlungen ergriffen wurden, läßt uns hoffen, daß der'einmal kräftig erwachte Sinn für's allgemeine. Beste wenigstens noch bis zu Ende dieser Verhandlung fest halten werde, und ein Monat Zeit ist doch nicht zu viel verlangt! Wenn nun aber bei dieser Versammlung in der Hauptsache so viel wie nichts — wenigstens nichts Positives — erreicht wurde, so ging in mancher Hinsicht die Zeit doch nicht unbenutzt vorüber, namentlich was die Maßregeln betrifft, die auf eine künftige Reduktion des großen Regieaufwandes hinzuzielen scheinen, und die verbesserten Instruktionen zum Schutze der Steuerpflichtigen, für die man den versammelten Pächtern zu um so größerem Danke verpflichtet ist, als sie vermöge ihrer Stellung als Pächter und die Reicheren dem Druck ohnedieß nicht so sehr ausgesetzt sind, oder wenigstens nicht so sehr fühlen, und ihre Beschlüsse mehr als aus einem nicht genug zu lobenden Mitgefühle für die große Masse hervorgegangen zu betrachten sind. Wäs aber auffällt ist, daß, so viel, uns zu Ohren gekommen, von einer eigentlichen Abänderung des Einhebungs-Modus jetzt gar nicht mehr die Rede war, nur daß die Sachen so zu stehen scheinen, als.waren alle früheren Besprechungen, Protokolle, genehmigte Bittschriften von höchsten,'hohen und unteren Behörden, Zirkulären, Aufforderungen zur Einsendung von Projekten, Zeitungsartikel und sonstiges Gerede gar nicht dagewesen, und doch ist^und bleibt es dringendes Bedürfniß, ein System, das, weurr wollenden Aufsatzes nicht vorwerfen. Uns kam jenes Verfahren nur als ein Coup vor, mit dem etwas Anderes, gesagt werden sollte, als gesagt wurde; indessen ist es,, mildestens gesagt, leichtsinnig, den Namen eines ehrlichen Mannes auf eine solche Art zu mißbrauchen. Korresp.

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