Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1843)
- Date
- 1843-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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VII. Jahrgang. eurer ne C& No. 50. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. . Redacteur: Verlag von »r. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concefsion.) Leipzig, den 11. Dezember 1843. Diese.Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. f. w. umfaffen. . Stt Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedri.gr mit Thlr» für den Jahrgang; — 1 Thlr. Io Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Mongte — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr - angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere . ' . hat sich die König!..Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. 3 n h a 1t. Leitender Artikel: Kritik und Philosophie. II. Zeitungsnachrichten: Preußen: Vom Rhein, Berlin, Berlin. Oesterreich: Aus Mähren, Prag. Deutschland: Fürth,-Steinbach, Hamburg. Personalnachrichten: Königsberg. Literar. Nachrichten: Magdeburgs sHomiletikj, Magdeburg (Vermischte kleinere Schriften j. ' ' Belletristisches: Rabbi Juda Chasid's Mauer zu Worms. Leitende»; Artikel. Magdeburg, den 1. Dezember. Kritik und Philosophie. II. Nichts natürlicher, als daß der Blick, der zum ersten Male in eine unbekannte Landschaft fällt, sich noch nicht zu orientiren versteht. Nichts einfacher, als daß das Auge, das in schnellem Wechsel auf verschiedenfarbige Lichter stößt, geblendet tvird. In der jüdischen Welt war der Zweifel an der^ Echtheit der heiligen Schriften §ar nicht Vorhänden. Einzelnes, was aufgefallen, war mittelst sehr willkürlicher Erklärungen zurechtgelegt worden. Aben E fr «sprach zu zurückhaltend und dunkel. Spinoza — und so war doch ein Jude der Vater der biblischen Kritik war den Inden unbekannt. Als nun die jüdischen Gelehrten stch um die biblischen- Arbeiten der christlichen zu bekümmern begannen, und dies gerade in eine Zeit fiel, wo die vernichtende und zerfleischende Kritik an der Tagesordnung war: so ließen sich jene verblenden vom schillernden Lichtschimmer, und warfen sich jener Kritik in die Arme. . Welch' ein Fehlgriff! Welche maßlose Sünde am Geiste der eigenen Nation! Von den Spitzfindigkeiten sophistischer Kritiker, die ein uraltes Schriftdenkmal über den Leisten moderner Geschichtschreibung schlugen, und die kleinlichen Vorschriften der Diplomatik von Werken der Vorzeit befolgt verlangten, sich so befangen zu lassen, das erhabenste Monument, das welthisiorische .Besitzthum unsres Volkes, worauf dessen ganzes Dasein beruht, unser Ruhm und ganzer. Stolz,, auf die Straße zu werfen, in den Koch zu treten, die Herren unsres Stammes für Betrüger, und die ganze Nation für gläubige Narren zu erklären. Denn man verberge -es sich nicht: Solches, wie wir es eben bezeichnet haben, , geschieht, wenn wir die fünf Bücher Moscheh's, und .mit ihnen das Buch Joschua, und mit diesem das Buch -der Richter, und mit diesem die Bücher Schemuel für Priestermachwerk davidischer und salomonischer, oder noch späterer Zeit erklären. Dieses eine Heiligthum hat Juda gerettet aus allen seinen Trümmern, und man zerschlug es; diese eine Krone war ihm verblieben, > und man brach sie auseinander! Und wie. lächerlich — bald ließ man den. Verfasser der Genesis aus einer Menge Urkun- . den zusammenschreiben, ohne Urtheil und Verständniß, als wenn ein spekutanter Buchhändler eine Chronik bei ihm bestellt hätte. Bald war ein Stück zu hoch und zu