Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1843)
- Date
- 1843-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Jahrgang. Allgemeine m No. 4V. ♦ Er» «npartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Rebatteur: Verlag von' Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. . Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 20. November 1843. Diese Aeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 98 Bogen in -Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 £ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. * Inhal t. Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin, Berlin, Trier. D eu tsch la n d: Mittelfranken, Hannover. Großbritannien: London. ^Frankreich: Paris. Rußland und Polen: Magdeburg, Brody. Literae. Nachrichten: Ungarn (Halachische Literatur. Fortsetzung.) Korrespondenz: Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten. Preußen. Berlin, 10. November. (Privatmitth.). Seitdem die hiesige Gemeinde, den Plan gefaßt hat, das seit einer langen Reihe von Jahren lückenhafte Rabbinat zu vervollständigen, ist die Aufmerksamkeit und das Interesse aller preußischen Juden im höchsten Grade, gespannt, durch welche Wahl diese so bedeutsame und. schwierige Aufgabe ihre Lösung erhalten würde. So verschiedenartig, auch der Eindruck gewesen sein mag, den die Ablehnung des Oberrabbinats von Seiten des De. Frankel in den Gemüthern hervorgebracht hat; so war man doch allgemein darüber einig , daß die Art und Weise seiner Erwählung keinesweges eine solche war, die immer und unzweifelhaft einen für die Interessen der Gemeinde heilsamen Ausgang verbirgt. Anstatt, wie es-, einzig ersprießlich gewesen wäre unter der Anzahl in praktischer Wirksamkeit erfahrner und durch wissenschaftliche Leistungen ausgezeichneter Rabbiner, die das Judenthum besitzt, eine freie Konkurrenz zu eröffnen, warf man den durch das Loos bunt zusammengewürfelten Wählern einige ihnen sicherlich zum Theil unbekannten Namen von Kandidaten hin; und'suchte der — gleichviel ob verdienter oder unverdientermaßen — vorgefaßten günstigen Meinung von den Vorzügen des Einen bei den Wählern Eingang zu verschaffen. Dabei war man sich jedoch im Allgemeinen klar bewußt in welche Würde und in welche Funktionen man den Erwählten einsetze.n wolle: er sollte das geistliche Oberhaupt der .hiesigen Gemeinde sein, das die religiösen Interessen nicht nur dieser, son- dern wo möglich aller preußischen Judengemeinden durch Stellung und Autorität vertreten sollte. Um so größere und gerechtere Verwunderung erregt es, daß die, durch die Ablehnung Frankels nothwendig gewordne zweite Wahl nicht nur wiederholt durch jene verkehrte Maßregel eingeleitet wird, sondern noch dazu jedes bestimmten Charakters entbehrte Der Vorstand ist bereits unter sich einig den Prediger Herrn Dr. Sachs aus Prag zu berufen; in einigen Wochen sollen die Wähler versammelt werden, denen nicht schwer-einleuchtend gemacht werden wird, daß Dr. Sachs, der im voraus desi'gnirte, die vortrefflichste Akquisition für die Gemeinde sei; die Wähler, die zum großen Lheil wol nicht die öffentlichen, religiösen und wissenschaftlichen Angelegenhei-