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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-11-06 · Heft 45 (6.11.1843) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 45 (6.11.1843)
Date
1843-11-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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vif. Jahrgang. Allgemeine No. 45. Zeitung des Zir-enthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur : Verlag von Dr. Ludwig Philippsou, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 6. November 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. f. w.' umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis, äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang -, — I Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 £ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an;'der Hauptspedition für beide Letzter« hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Blicke in die Geschichte des Geistes des # jüdischen Volkes. Einige Fragen: 3. Was will man? Zeitungsnachrichten r Deutschland: Frankfurt am . Mam, aus dem Meklemburgiscken, Hamburg. Oesterreich: Groß-Canischa, Groß-Canischa, Pesth. Großbritannien: Hamburg.' Rußland und Polen: Warschau. Belletristisches: Straflied von Steinheim. Der alte und neue Ahasver von Wihl. Korrespondenz: Wanderung durch .Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung.) Leitende Artikel. Magdeburg, den 29. Oktober. Blicke in. die Geschichte des Geistes dLs jüdischen Volkes. Je mehr die Geschichte des jüdischen' Volkes eine eiserne Konsequenz apfweist, wie sie in der ganzen Weltgeschichte nicht zum zweiten Male erscheint, eine Konsequenz der Bestimmung, eine Konsequenz der Erfüllung, wie sie sich nirgends wiederholt hat — desto wichtiger und interessanter ist es, sowol diese Konsequenz entstehen und sich ausbilden, als auch im Fortbestände verbleiben zu seheu. Das israelitische Volk sollte vorzugsweise das MleligioNsvolk sein, und ist dies gewesen zu aller Zeit, und ist es noch in der Jetztzeit. Es ist es so sehr gewesen zu aller Zeit, daß die übrig gebliebenen Eeschichtsschriftcn aus der Periode, in welcher Israel am wenigsten der Religion anhänglich gewesen, doch nur Berichte über das Verhältniß des Volkes und seiner Herrscher zur Religion sind (BB. der Könige und Chronik). Es ist das Religionsvolk so vorzugsweise z« aller Zeit gewesen, daß alle seine Bestrebungen zu aller Zeit auf die Religion gerichtet waren, seine Literatur eine religiöse, seine geringe Kunst eine religiöse war. Sehen wir bis-auf die neueste Zeit, so haben in anderen Gebieten so wenige klassische, bleibende Schriften ihren Ursprung Juden zu verdanken, daß die vorhergehende Bemerkung dadurch nur bestätigt wird. . Und wie viele jüdische Aerzte beschäftigen sich doch eifrig mit der theologischen Literatur? Neuerdings haben auch andere Fakultäten ihr Kontingent gestellt. ES ist, als ob eine geheime Macht alle Geisteskräfte Jnda's auf diesen einen, freilich himmelhohen Gegenstand immer wieder zurückwürfe— und diese geheime Macht ist? — eben die eiserne Konsequenz im Charakter Jnda's! Ich habe mehre jüdische Jünglinge gekannt, die auf der Universität sogar eine Verachtung gegen die Angelegenheiten des Judenthums gehegt, und sobald sie in's praktische Leben getreten, waren sie darin verwickelt, sie wußten nicht Die. — Daß zu Solchem eine ungewöhnliche Willensstärke, eine Energie gehört, die für die Kraft und Mächtigkeit des innen pnlsirenden Lebens zeuget, wer will es leugnen? Daß diese Willensstärke aber wiederum durch das Schicksal des Volkes gefördert und gebildet werden mußte, ist eben so einleuchtend. Und bei welchem'andern Volke zeigt uns seine Geschichte mehr und'offenbarere Momente, die all' dies erzeugen mußten, wenn sie auf

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