Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1843)
- Date
- 1843-10-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Jahrgang. Allgemeine No. 44. Ein ■ ■ unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. ^Rcbactm: ■ ‘ ' Verlag von ör. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. - jU Leipzig. :; (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Concession.) Leipzig, den 30. Oktober 1843' •. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig» mit 3 Lhlr. ftr den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Haüptspedition für beide Letzter« hat fich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. - - , 2nh a l t. Lellender Artikel: Einige fragen.! - . Zeitungsnachrichten r Deutschland: Frankfurtam 'Main, Baiern, Darmstadt. Oesterreich: Pesth (Forts, u.Schluß), aus österr. Schlesien,:Brody, Preßbürg. Preußen: Berlin. Frankreich: Paris. Türkei: Rhodus. Rußland und Polen: Warschau. Derfonalnachrichten: Aachen. Literar. Nachrichten r Magdeburg (Legislatur), Magdebürg (Religionsphilosophie. Fortsetzung). . Korrespondenz: Wanderung durch Krakau, Galizien, . Bukkowina, Moldau und.Wallachei. (Fortsetzung.)- . Leiten-er Artikel. Magdeburg, den 22. Oktober. E t it t e Frag e n. 1. Was ist's? Wenn man das Einst mit. dem Jetzt des Judenthums vergleicht, stellt sich auf's überraschendste die alte Erfahrung heraus: Die Extreme, berühren sich. In dem Ehemals Alles mäuerfest, grundsicher, bestimmt, geordnet) eisern. In.dem Jetzt Alles schwankend, unstcher, in Frage gestellt, zweifelhaft. Woher kommt dies? Wie so ist es geschehen, daß man mit einem Male aus dem enggeschlossenen , rvohlumkaiten See in das stürmische Meer hinausgeworfen ist , daß selbst dem kräftigsten Steurerdas Mreuer in den Händen schwankt, wo-nicht ihnen' entgleitet? Die Losung ist nicht schwer: Weil eine Welt der fözia len ^ünd intellektuetten Zivilisation der jüdischen Volksmasse üb er den Kopf gekommen. Es ist zu plötzlich gekoMmen, -eS ist so mit einem Male hereingebrochen, daß das Schwanken, die Verwirrung gar nicht Wunder nehmen darf. — Mag immerhin ^die 'Zeitder Aufklärung -bei den küropäischen Juden von Mendelssohn her datirt werden. Daß die gesellschaftliche und geistige Bildung in der Ma sse Wurzel gefaßt hat, ist' kaum drei Dezennien her, und-geht noch heutigen Tages erst vor sich. Wie oft tretet Ihrin - ein jüdisches Haus> in welchem der Vater noch nicht schreiben und lesen kann/ und-der Sohn ist von der-Universität abgegangen. Diese Kontraste begegnen sich inden FmwilLen der Inden überall. And unter solchen Verhältnissen, bei dem unmittelbaren Zusammenstöße -zweier WeK ten, die in ihrem Gegensätze nichtentgegengesetzt glinug erwogen werden können, will man, daß Alles so glatt und gerade hergehen solle, wie bet einer S'tästsvisite? Die neue Zeit soll der alten einen Knix, diese jener eine steife Reverenz machen, und so sollen sie von einander, gehen? Da soll alte und neue Sitte, älter und neuer Brauch nicht tausendfältig aneinander, prallen/ und in Hellem Kampfe sich das Dasein «bringen wollen? — Wo zwei Zeiten, zwei Denkungsarten, zwei Sittenkomplexe auf einander .stoßen: da setzt es einen heißen Kampf, einen mächtigen Streit, wo „die Funken sprühen" und „die Rosse schnauben." Ja, im Gegentheile: je gewaltiger der Prozeß' gährt, je sonderbarere, - gemischtere, wunderlichere, verschiedenartigere TranSfiguratidtteu aus