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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-10-23 · Heft 43 (23.10.1843) · p. Seite 646

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 43 (23.10.1843)
Date
1843-10-23
Page
Seite 646 (sequence 10)
Language
German
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616 den des Gottesdienstes etwas ^bequemer anzuberaumen, einen großen Allarm verursachte, und die Erklärung hervorrief, daß auch die allergrößte Synode nicht die geringste Veränderung vornehmen dürfe. Wozu soll also solchen Herren ein Rabbiner, als — sich zu Tode füttern zu lassen? — Literarische Nachrichten. ^Magdeburg, 1. Oktober. s Religionsphilosophie. La Kabbaleuon Franck. Fortsetzung.) Zu dieser Lehre gesellt sich nun die von der Identität des Wortes mit dem Geiste Gottes. Mit den 22 Buchstaben (des hebr. Alphabets) 1)cit Gott, indem er ihnen eine Form und eine Figur gegeben, und sie auf verschiedene Weise vermischte und kombinirte, die Seele alles dessen gebildet, was da geformt ist und was da sein wird. Sie zerfallen in drei Klassen. „Drei Mütter" tBEK, rr Luft, 12 Wasser, ID Feuer, ebenso: v) Sommer, 12 Winter, und di gemäßigte Jahreszeit, ebenso: w Kopf, 12 Bauch, 8 Brust. — „Sieben doppelte" msb sieben Planeten , sieben Tage, sieben Pforten im Körper: Augen, Ohren, Nasenlöcher und Mund ff. — „Zwölf Einfache" jpü: 3>ö 3V •’tan Tin: 12 Zeichen des Thierkceises, 12 Monate des Jahres, 12 hauptsächliche. Glieder des Körpers, 12 hauptsächliche Attribute der menschlichen Natur: Sehen^, Hören, Riechen, Sprechen, Ernährung, Erzeugung, Fühlen, Bewegung, Zorn, Lachen, Denken, Schlafen. — Die Idee des Makrokosmus und Mikrokosmus ist hier nicht zu verkennen. Die Einheit beherrscht aber die Drei, die Drei die Sieben, die Sieben die Zwölf, aber kein Theil dieses Systems kann von den anderen getrennt werden. Obgleich daher ziemlich der Dualismus im S. Jez. anklingt, so wird doch in der Wesenheit derselbe der Einheit untergeordnet. — Da, wo das S.°Jez. aufhört, fangt der Sohar an. (Fortsetzung folgt.) Magdeburg, 3. Oktober, sKalender und Jahrbücher.) Kalender und Jahrbuch für Israeliten auf das Jahr 5604. Mit Beiträgen von Auerbach, Broda, Frankl- Heller, Jost, Letteris, Mannheimer, Philippen, Sachs, Saalschutz, Salomon, Stern, Wertheimer, Zunz. Herausgegeben von Isidor Busch. Zweiter Jahrgang. Wien, 1843. Der Fortschritt, den dieses Jahrbuch, das-auch .für sich abgelassen wird, in diesem Jahre gemacht, ist in Bezug auf die Reichhaltigkeit seines Inhalts nicht zu leugnen. Allerdings hätten wir Einiges aus demselben als unpassend hinweggewünscht, Einiges ist so flüchtig angelegt, daß es noch weniger als eine Skizze zu nennen ist. Aber der Werth der meisten Gaben ist unbestreitbar, und die würdigen Artikel füllen den bei weitem größeren Raum aus. Es wird dies den Lesern aus der folgenden Inhaltsangabe ersichtlich werden. Der Redakt. d. Z. giebt den Rückblick auf die, auf das Judenthum sich beziehenden interessanten Ereignisse des Jahres 1842. Es möchte wol nichts Bedeutendes dieses Jahres sein, was hier nicht in gedrängter, lebhafter Schilderung an dem Leser vocüberginge. — Kurze Geschichte der israel. Gemeinde zu Wien seit dem Jahre 1784. Ein Aktenstück, mitgetheilt von vr. I. Auerbach, das darum wichtig ist, weil es uns die Art und Weise zeigt, wie eine ganz junge Gemeinde in nach Verhältniß kurzer Zeit zu der trefflichsten Organisation durch Energie ihrer Leiter gelangen kann. Ein würdiges. Seitenstück - hierzu ist ein darauf folgender Bericht des Gemeindevorstandes in Lemberg. — Dr. Jost setzt seine Charakteristiken durch die des verst. Creizenach fort, in blühender Sprache und liebevoller Auffassung.— Wertheimer spricht sehr verständig über zu wünschende größere Vorsicht in der Wahl des Lebensberufes bei den Juden.— Die Predigt Salomon's „Mose und Jethro" schien uns etwas schwach. — Eine ausgezeichnete, tief gemüthliche „Betrachtung" ist die von Zunz über „Tesillin," kurz, aber gediegen. — Schön geschrieben, aber nicht bestimmt und charakteristisch genug, so daß sie kalt läßt, und der Aufschrift nicht genügt, ist die folgende von Saalschutz „an die Jugend Jscael's." — Eine treffliche Novelle ist. „Glück und Wissen" von I. Heller, nur müssen wir bemerken, daß der Verf. sich noch , oft in den Ausdrücken vergreift, und seinen Styl nicht korrekt genug halt. — Es folgen Legenden aus Midrasch und Talmud, metrisch von Sachs, prosaisch von Mannheimer, persische von Frankl, die Sage vom „Gam-su" von Stern ist zu weitschweifig und inkorrekt, das Winzerfest zu Siloh von Letteris ist gleichfalls nicht konzinn genug.' — Es schließen Personalnotizen und Nekrologe. — Bei so fortwährend rüstigem Streben wird der Herausgeber seinem Ziele immer näher kommen, und die Freunde dieses Jahrbuches sich mehren. Volks-Kalender für Jsrqeliten auf das Jahr 5604.

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