Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1843)
- Date
- 1843-10-23
- Page
- Seite 638 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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638 die schwierige Aufgabe, die Begn'ffsverunrelnLgnng^ die B^LLffsMwLrrllngen -in de» O rlst l We n tHeÄog.i - WhM MM> G hMOfoch h i sch e» Sch» len MichMweiM, .wodurch eben die gestellte Frage niemals gelöst, sondektt fffi recht in Wirre gebracht worden ist. Er hebt mit den griechischen Kirchenvätern an, und geht bis Twesten. Judeß müssen wir hier auf das Merk selbst'verweisen, da diese Untersuchung so unserm Gegenstände fern liegt. ' . In der zweiten Abtheilung, „das Schiboleth," der St. Ln frommer Weise eine Uebersetzung des 96sten Psalms voransetzt, und die er abermals durch' fünf Prolustonen einleitet, kommt unser Verfasser zum Inhalte des Offenbarungsbegriffes, und zur Vergleichung desselben mit dem Inhalte der sogenannten natürlichen (d. i. Vernunft-) Religion, worunter alles das zu verstehen, was die menschliche Seele durch ihre eignen Mittel und Kräfte über das'Wesen Gottes, der Geister- und Körperwclt und ihrer Schöpfung zu ihrer Kunde gebracht. Deshalb betrachtet er in der ersten Prolusion die Entwickelung der Gottesidee im Menschen, wie der Mensch vom rohen Atheismus dahin gelangte, daß sich mit dem allerersten religiösen Bewußtsein jenes.doppelte Prinzip der Liebe und des Hasses, das sich in der natürlichen Religion, sowol in ihrem Gewände als Mythus und Symbol, als auch in ihrer offenem Form als Philosophem, mithin im Heidenthume in dessen zwiefacher Gestaltung bis auf den heutigen Tag herunter deutlich verfolgen läßt, entspann. Die natürliche Religion hatte zwei Hauptresultate: Z)das doppelte göttliche Prinzip des Guten und Bösen, und 2) des ewigen Weltstöffes, der Materie, wo sich jedoch bei Vielen die Urmaterie mit dem Prinzip des Bösen idenlifizirte. Die Philosophie enthält aber, ,wie in der zweiten Prolusion gezeigt wird, wesentlich nichts Anderes, als die Poesie im Mythos hervorbrachte, es ist nur die Methode, die Form, die sie unterscheidet. Der Mythos lehrt: Chaos; Nothwendigkeit; vorzeitlicher Gott in seiner Einbeit; nachzeitliche Gottheiten der zwei Prinzipien; Determinismus; Willenlosigkeit der Gottheit, wie des Menschen; Ewigkeit der Folgen aus den. Ursachen; ein diesem entsorechendes ewiges Heil, oder ewiges Unheil (ewige Höllcnstrafen). Aristoteles lehrt: Gott ist „ein iwiges Wesen; Eine Energie, Eine Thätigkeit ohne Kraft (d. h. eine nie ruhende Thätigkeit,) und ohne Materie, ohne Größe, ohne Theile, unzertrennbar, ohne Leiden, ohne Veränderung." Da ist denn Gott Sklave des eisernen, über ihn waltenden Gesetzes, und Sklave der trägen, störrigen Materie. Da dieses nicht genügen könnte, so Eänderte ^man chm Satz „es chli mothwendig, dH-Etwas in den Satz: ,M # nicht möglich, daß Nichts sei," und thalMbei den Mißgriff, Gott,-oHi,e den kein Sein denkbar ist, aus dem Sein erklären zu wollen. Diese Kritik Kants trifft seine Nachfolger eben so gut, und unter diesen Hegel, der das Lügengewebe aufstcllt: die-Wahrheit des Seins und des Nichts qst die Eincheit Beider, und diese Einheit ist das Werden. Die Realität ist das Anderssein des Nichts, der Widerspruch desselben, das Etwas, die Welt. Das Urnichts verwandelt sich in sein Gegentheil, in das Etwas, und jenes ist'Gott, und dieses'ist Welt, und der Akt des Verwandelns ist der logkAe Prozeß — eine der sublimirtesten Inkarnationen und Uebertreibung der Lehre: aus Nichts-ist die Welt gemacht, indem er dem „Nichts" seinen Gott substitnirt, das Absolute, das An-sich-sein, die leere Idee. Diesen "Hauptbeweisen der Philosophie schließt sich noch der ethische Beweis vom suimnuut bonuni und sumnmin mal um an, der kategorische Imperativ, wobei nicht bedacht ist, daß ein Pflichtgebot ohne Motiv eitel ist, mit einem Motiv aber aufhört absoluter Imperativ zu sein. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Frankfurt am Main, 8. Oktober. (Privatmitth.)") Die sogenannten Reformer haben sich viele Mühe gegeben, Rießer bei seiner Anwesenheit hier für sich zu gewinnen, aber vergebens. Der ganze Verein ist übrigens, wie jeder Nebel, mehr in der Ferne sichtbar, hier ist er kaum bemerkt und bleibt unbeachtet, weil man hier auch am besten weiß, wie sehr unwissend in theologischen Dingen die. sind, die sich an die Spitze stellten, und wie theilnahmlos diese bis jetzt für Religion waren, und gewiß keinen andern Zweck haben, als — von sich reden zu macken. Wirklich können sie auch mit der Zahl ihrer hiesigen Anhänger kaum Minjan machen. *) SBon einem andern Korrespondenten. Redakt.