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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-10-16 · Heft 42 (16.10.1843) · p. Seite 622

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 42 (16.10.1843)
Date
1843-10-16
Page
Seite 622 (sequence 2)
Language
German
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622 Gebieten, auch nicht von. seinem verdienstvollen Wirken in seiner Gemeinde; 'ich hebe mhü derrei-we w Punkühervor, dem err heute Ln-feiner Zubslfveud^. feiert, fe'in>e predigt. Dafür will ich daS Interesse des Publikums in Anspruch nehmen, und gerade je mehr sein Werk gediehen ist, je schöner und mächtiger er die deutsch-israelitische Predigt erblühen steht, und fortwährend zu Mer Entfaltung beiträgt, desto lebhafter muß der allgemeine Antheil am.dieser Jubelfeier süm,. dL; Srabom o n hierin nicht für seine Gemeinde allein, sondern für alle Gemeinden Zeschurun's gewirkt hat: denn von Odessa bis Philadelphia wird jetzt in den Landessprachen auch bei den Juden gepredigt, und welcher jüdische Prediger hat nicht von Salomon gelesen und gelernt? So bringe ich Ihnen, verehrter Mann und Diener des göttlichen Wortes, meinen Glückwunsch zu dem zurückgelegten Viertel des Jahrhunderts öffentlich dar. Ich flechte Ihnen im Geiste einen Lorbeerkranz, und setze ihn im Ramen Vieler auf Ihr Haupt. Sie haben ihn mühsam und ruhmvoll verdient, Sie.mögen ihn tragen und ihm'immer frische Blätter ansetzen wieder ein Vierteljahrhundert! Sie sind ein Manu des Wortes, und darum nahe ich Ihnen nur mit dem Worte. Aber dieses Wort quillt mir aus dem innersten Herzen. Dieses Wort ist kein, erkauftes, es kommt von einem freien Manne, der das Wort nur im Dienste, dessen, was er für wahr und. ehrwürdig erkennt, führet, der unabhängig neben Ihnen steht, aber darum mit desto größerer Freudigkeit dem Verdienste huldigt und seine Krone bringt. Sehen Sie, ich komme vom Sterbelager eines geliebten Weibes, mit dem mir der Vater eine edle Perle meines Lebens genommen: aber ich habe in meinem Herzen des Tages nicht vergessen, der Sie. Israel zu allgemeiner Wirksamkeit gab, und feiere ihn! Der. Engel, der uns löset von allem Uebel, er wandle vor; Ihnen her in Ihren übrigen Lebenslagen; er beglücke Sie; er, lasse Sie noch lange Saaten streuen, und sie fröhlich erwachsen sehen; er erfülle Ihres Herzens Wünsche als Diener des göttlichen Wortes, als Lehrer in Israel und als Haupt zahlreicher und blühender Familie! Magdeburg, den 1. Oktober. Die Oberpostämtszeitung bringt folgenden Artikel: ,-Offiziellen Mitthrilungen, von Seiten des Gemeindevörstandes und Rabbinats zu Jerusalem, vom 16.^Aili zuföA, wUrdF in Mlästinn mit - deckfüOitf*. dMigen jsraelltffchen Nvthleidend'en untrer de«' europüiscMrk' Israeliten durch ein zu dieseNr'Zwecke in Amsterdam besteDndes sogenanntes Komite gesammelten Almosengeldern (wozu auch in Frankfurt a. M. noch vor wenigen Wochen wieder bedeutende Beiträge gezeichnet wurden), der beispielloseste Mißbrauch getrieben, indem die Gelder nicht sowol zur UnrerstützmU? dev' ArmvW>; als vielmehr zu deren tyrannischer Bedrückung, wie zur UMvrhaltung eines nur in der Türkei möglichen Spionage-Systemes und dergl., verwendet wurden. Ja, der zur Vertheitung der Gelder von Amsterdam aus ernannte Beamte (Vekil) erwirkte sich für einen Theil eben dieser Gelder von türki, scheu Beamten die sonderbare Machtvollkommenheit, die Widerspenstigen in der Gemeinde mittelst der Bastonade zur Raison zu'bringen! Bemerkenswerth und charakteristisch ist noch hierbei, daß in einem Erlaß des RabbinatS zu Jerusalem das Amsterdammer Komite und dessen Agenten mit dem Banne bedroht werden, wofern sie ihre Geldsammlungen für die Armen Palästinas fortsetzten." ES ist also hiermit das bestätigt, was unsere Zeitung schon vielfach berichtet hat. Wird es nun wol Zeit sein, daß sich die Gemeinden entschließen, sich nicht mehr mißbrauchen zu lassen? Wird es nun wol Zeit fein,, daß ' sich die Gebenden einem Institute attschließen, welches eine sorgfältige Organisirung des palästinensischen Armen. wesens bewirken will, nämlich dem Hospital- und der Schule für Jerusalem? Aber es ist dies eine alte Unsitte unter unseren Glaubensgenossen, zu geben, wo weder Vernunft und Rechenschaft sprechen, Alles aber zu verabsäumen, was einen bestimmten und klaren Zweck vor sich trägt. Wien haben in den letzten zwei NumMerM fc'ief Akt'eNffucfc des sogenannten Reformvereins ln Frankfurt am Main gegeben, und glauben damit nun fertig zu sein. Wir halten es ganz für überflüssig, gegen diese Negationengegen diese Schmähungen des ganzen Jüdert» thums, endlich gegen Etwas, was-gar keine Existenz hatnoch ferner zu polemisiren. Sichers Künde aus Frankfurt am Main berichtet uns, daß dort mit einer Frivolitätdarüber gedacht und gesprochenwird , die grenzenlös. ist; man behandeltmit mehr Ernst eine' Whifistarthle.' Dies ist freilich noch trauriger. Dü aber die Gegenstands! einmal zur Sprache gekommen-sind, wollen wir hier noch!

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