Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 41 (9.10.1843)
- Date
- 1843-10-09
- Page
- Seite 609 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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609 "! trba m5»b" Seit meinem jüngsten Bericht in diesen Blättern (No. 1V—13 d. Jahrg.) über Herrn Lehre ns Verwaltung der Spenden für Palästina ist in dieser Sache so Manches geschehen und zum Theil öffentlich besprochen worden, wobei ich mich, meiner übernommenen Verpflichtung gemäß, nicht selten aufgefordert fand, auch meinerseits ein Wort mitzureden. Daß dies bisher unterblieb, hatte keine weitere Ursache, als daß ich während dieser Zeit offizielle Berichte und Dokumente aus Jerusalem über den fraglichen Gegenstand erwartete und, des zwecklosen Wortgefechtes überdrüßig, nur mit einer gehörig belegten Darstellung des Thatbestandes vor das Publikum zu treten wünschte, was nunmehr in möglichst kurzer Zeit geschehen wird. Unterm 20. Marchefchvan 5603 (24. Okt. 1842) hatten sich nämlich mehre Personen von hier schriftlich an das Rabbinat (Beth-Din) und den israelitischen Gemeindevorstand von Jerusalem gewendet, um in neun Fragepunkten wegen der damals über die Lehren'sche Verwaltung in Umlauf gekommenen Gerüchte Erkundigung einzuziehen. Um zu verhüten, daß das Schreiben irgendwo unterschlagen würde oder etwa in Jerusalem selbst in Unrechte Hände siele, übersandte ich, mit der Besorgung beauftragt, den Brief an den, jedenfalls hier unbetheiligten engl. Bischof Herrn Alexander zu Jerusalem, mit dem Ersuchen, denselben dem israel. Vorstande dortselbst zuzustellen. Am 16. April d. I. erhielt ich darauf durch Sir Moses Montefiore, nebst dessen Begleitungsschreiben vom 9. ejusd., einen Brief des ersten Vorstehers der aschkenasischen Gemeinde und Direktors der Synagogeirst dnaa, Herr Abraham Salomo S alomon S ep har di (desselben, von dessen Hand auch die durch Sir Montefiore an die Kontribuenten damals gesendeten Quittungen, so wie die in diesen Blättern durch Sir M. veröffentlichte Abrechnung unterzeichnet ist), 6. d. Jerusalem, 26. (26. Febr.), worin mir vorläufig die Ankunft des gedachten Erkundigungsschreibens und zugleich angezeigt wurde,, daß die resp. Rabbinate und Vorsteher (T^ft •’sna nun) der aschkenasischen und der portugiesischen Gemeinde sich sofort mit der sorgfältigen Prüfung dieses Gegenstandes, sodann mit der Beantwortung der ihnen vorgelegten neun Fragen beschäftigen und seiner Zeit das Ergebniß an mich gelangen lassen würden. Mittlerweile kam Herr Lehren hieher» und bereiste von hier aus einen Theil von Süd- und Norddeutschland, um, wie er es nannte, sich gegen die wider ihn ausgestreuten Verleumdungen zu „rechtfertigen" und zugleich durch Erhebung frischer Gelder und Sammlung neuer Subskriptionen auch für die Zukunft zu sorgen. — Welche diverse Mittel und Mittelchen bei dieser Gelegenheit zum Ziele führen mußten — oder wenigstens sollten — darüber bleiben Notizen meinem nächsten Berichte Vorbehalten; bekannt, daß jene „Rechtfertigung" keinesweges mittelst der verlangten öffentlichen Rechnungsablage oder etwa durch Vorlegung -er einschlägigen Korrespondenz versucht worden, und daß also auch in dieser Hinsicht das Beispiel des ebenso bescheidnen als edlen Montefiore an Hrn. Lehren verloren gegangen. Unterm 15. d. M. sind nun endlich die erwarteten Aktenstücke, zehn an der Zahl, bei mir eingetroffen. Diese in mehrfacher Beziehung sehr merkwürdig gen Dokumente, deren Inhalt zu erfahren das Publikum ein Interesse und ein Recht hat, werden, dem mir gewordnen Aufträge gemäß, der OeffentlichkeiL übergeben werden. Eine skizzirte Darlegung ihres Hauptinhalts gedenke ich vorerst mit der Hülfe Gottes in der früher versprochenen, kurzen Geschichte der Spenden für die israelit. Armen Palästina's seit deren Verwaltung durch das amsterdammer Komitv niederzulegen und Ihnen, Herr Redakteur, zur gefälligen Mittheilung Ln Ihrem vielverbreiteten Blatte zuzusenden, da die Rücksicht, welche mich bisher von einer ähnlichen Veröffentlichung abhielt, nämlich der Mangel am direkten amtlichen Mittheilungen, nunmehr verschwunden ist. Bis zur Vollendung dieser Ausarbeitung mögen Sie und Ihre geehrten Leser nur. einstweilen die beiden Hauptresultate vernehmen: I) daß die von mir gegen Herrn Lehren früher öffentlich vorgebrachten Anklagen sämmtlich b e-. stätigt werden und daß die unterm 19. August 1842 an ihn gestellten sieben Fragen (A. Z. d. I. No., 13) im gravirenden Sinne gegen ihn beantwortet sind, und