Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1843)
- Date
- 1843-09-18
- Page
- Seite 574 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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S74 Las, welches ihn zum Ebenbilds Gottes stempelt, so haben wir wahrlich an ihm nichts verloren, vielmehr haben wir durch seinen Abfall vom Juden- -thume gewonnen. Wir wollen vielmehr diejenigen Hedauern, welche so blöde > sein können, eine Reli- Giotr durch verzwickte Konsequenzen und verdrehte Interpretationen untergraben zu wollen, welche allen Stürmen so vieler Jahrhunderte Trotz bot, die von allen Völkern der Erde, als eine von Gott gevffenbarte anerkannt wird. Ich möchte sie nur fragen, wenn eine Religion, die einen einzigen Gott und wahre Nächstenliebe lehrt, nicht zur Glückseligkeit führen kann, welche dann? — Daß aber unser Freund Alles der Unthätigkeit und Lauheit unseres allgemein geachteten Herrn Rabbiners, und der Gleichgiltigkeit der in jeder Hinsicht thätigen Gemeinde zuschreibt, diesem kann keineswegs beigepfiichtet werden. Verfasser dieser Zeilen hatte den Punkt etwas, genauer erwägen sollen, bevor er sich zu einem so absprechenden Urtheile verstand. Nihil sine ratione. Wüßte unser Verfasser, daß es gerade in dieser Stadt gewisse Umstände nicht zulaffen, diese Religionsstörer zu verscheuchen, daß man schon bei manchen Versuchen scheiterte, er würde sich wahrlich gegen den Herrn Rabbiner und die achtungswerthe Gemeinde solcher Ausdrücke nicht, bedient haben. Mögen alle Gemeinden unseres Vaterlandes, der Pesther in ihrem rastlosen Streben nachahmen; mögen sämmtliche. israelitische Gemeinden Ungarns in der Wahl ihrer Rabbiner so glücklich sein, wie es .die Pesther Gemeinde ist, dann könnten wir bald eigner schönem und freudigem Zukunft entgegen sehn. A. Liebemann, Kandidat der Medizin. Rußland und Polen. Pose«, 26. August. Die D. A. 3. läßt sich von hier aus schreiben: „Der strenge Ukas gegen die Juden in Rußland und Polen hat, wie bekannt, von mehren Seiten "Bittschriften an den Kaiser Nikolaus zu Gunsten der Juden in's Leben gerufen, die ihren menschenfreundlichen Absendern alle Ehre machen. >;Jn der -Ferne fleht freilich die Sache schlimmer aus , als sie wirklich ist. Die Maßregel wird die eine gute Folge haben, daß einige Hundert dem Schleichhandel -ergebene Israeliten von der Grenze entfernt werden; alle übrigen werden hoffentlich wohnen bleiben, wo sie bisher wohnten, wenn sie auch einige Scherereien davon haben, die persönliche Erlaubniß zu ihrem fernem Verbleiben an den Grenzorten zu erlangen.' Wir glauben in der That nicht, daß irgend eine seit längerer Zeit ansässige israelitische Familie, die frei von dem Verdachte des Schmuggelhandels ist, eine Translozirung in das Innere ernstlich besorgt. — Literarische Nachrichten. Magdeburg, 81. August. (Befchneidung.) Die Befchneidung in pathologischer, überhaupt wissenschaftlicher Bedeutung, mit der Auseinandersetzung eines neuen Verfahrens in Bezug der Ausübung des zweiten Aktes der Operation. Vorzugsweise ein Leitfaden für den Beschneider. Von L. Terquem vr. meä. etc. Uebersetzt und mit Anmerkungen versehen von Dr. Ludw. Heymann, prakt. Arzte'ff. Magdeburg, 1844. — Wir haben in No. 20 ein Referat über das Original dieses nützlichen Merkchens gegeben, und den Wunsch einer deutschen Ucbersetzung ausgesprochen. Dieser Wunsch ist erfüllt, und in bester Weife. Wir können den Inhalt hier nun übergehen, und machen nur darauf aufmerksam, daß die Zerschneidung durch das vom Verf. erfundene Instrument, Postheotom, anstatt des Zerreißens, sich immer mehr in Frankreich Beifall erwirbt, und ganz allgemein zu werden scheint. Da die deutsche Uebersetzung mit Anmerkungen vom Uebersetzer versehen ist, die noch Vieles suppliren, so können wir das Publikum nur desto mehr auf dies Werkchen aufmerksam machen. Es soll die Befchneidung aus den Händen der Routiniers genommen und auf wissenschaftliche Basis gestellt werden, um auch nicht die geringste Gefahr, den mindesten Nachtheil bei diesem religiösen Akte übrig zu lassen. —