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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-09-11 · Heft 37 (11.9.1843) · p. Seite 559

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 37 (11.9.1843)
Date
1843-09-11
Page
Seite 559 (sequence 15)
Language
German
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559 ist dies, wenn ich nicht irre > . im dritte Broschüre des Vers., und wenn unstreitig derselbe in ihr schon mehr Reife, als in dm früheren zeigt, so leidet er dochnoch an denselben Fehlern, die wir ihm früher bezeichnen mußten: seinen Gegenstand fertigt er mit Wenigem ab, und zerstreut sich über tausend Dinge, die gar nicht hergehören, viele Worte, wenig Inhalt. Im ersten Abschnitt spricht er über Heidenthum in. der altisraelitischen Religion, wo er mit vielem Aufwands die altbekannte Sache, daß die alten Israeliten oft dem- Götzendienste verfielen, . daß aber der Kultus des Einigen doch immer als legitimes Prinzip galt, auseinandersetzt, was auf einer halben Seite abgemacht werden konnte. Er nimmt hierbei Gelegenheit, aber nur fragweise, über die Frage der Zeremonialverpflichtung zu sprechen. Im zweiten Abschnitt „Menschenopfer in der altiscaelkt. Religion" (S. 25) kommt er nun zu Ghillany, bleibt hier aber so ungenügend, daß er dem Titel seines Merkchens auch nicht im Geringsten genügt. Er begnügt sich, mit Wenigem zu zeigen, wie unsinnig es sei, Abraham, Moses und David als .Molochdiener anzusehen. So kommt er schon S. 38 zu einem Schlußwort, worin er sein Lieblingsthema, die Kollision irn jetzigen Iudenthum, bespricht, und mit einem ziemlich frivolen Gleichniß schließt — wie das in eine Entgegnung des Ghillanyschen Machwerk gehört, weiß ich freilich nicht. Es ist daher nur zu bedauern, daß, sollte einmal die Ghillamfsche Schrift von jüdischer Seite berücksichtigt werden, dies auf so ungenügende Weise geschah. — Praktische Anleitung zum Erlernen des Hebräischen. Von Dr. S. Herxheimer, Landrabbiner. Berlin, 1843. Zweite verm. und Verb. Auflage., Der Verf. hat es verstanden, auf angemessne Weise in dieser Auflage die praktische Anleitung noch erfolgreicher und gründlicher zu machen, so daß sie zum ersten Unterricht sehr empfehlmswerth ist. — Magdeburg, 11. August. (Dogmatik.) Lhe spirit of Judaism. By Gr'ace AguL lar. Ediled by Isaac Le es er. Philadelphia, 5602. Wir haben es hier mit einer Schriftstellerin auf jüdisch-theologischem Gebiete zu thun, einer gewiß höchst seltenen Erscheinung! .Dieselbe hat bereits eine englische Uebersetzung des Israel Tenge und verschiedene poetische und prosaische Piecen geliefert. Hier tritt sie mit einer Orr'gr'nalarbeit auf, die sie insonders an die Mütter und Töchter Jsrael's richtet. Miß Grace Agüilar steht auf dem festen Boden der Offenbarungsglaubkgkeit. Aber sie bricht mit der heil.. Schrift ab , und zeigt sich der Tradition feindlich. Aust diesem Gebiete bringt .sie eine große Fülle des Gemüthes zu Tage, es ist eine warme, schwärmerische Liebe, die sie für ihren Glauben hegt, .sie weihet sich ihm mit dem ganzen Ergüsse weiblicher Innigkeit. Das erste Kapitel behandelt .das. über die Einigkeit Gottesüber den'Namen Gottes, über die Erwählung des Volkes Israel; überall dringt sie darauf, daß die Religion Mit ganzem Herzen aufgefaßt werden müßte, daß das*.Grbet^icht Gewohnheit, sondern Innigkeit, daß wkr^Dbst/Dcht Israeliten sein müssen, weil es unsre Väter ^gewesen - sondern weil, wir dies als den höchsten Beruss'anerkennen. Im zweiten Kapitel betrachtet unsre Verf. den Vers näftio uni besonders „mit ganzem Herzen." Sie ergeht sich zuerst in Betrachtungen über den Charakter Moscheh's, über die Göttlichkeit der Offenbarung, dann daß der Gott Jsrael's ein Gott der Liebe ist, und da er diese insonders Israel erwiesen, Israel besonders Gott zu lieben verpflichtet ist. Das „Herz" erklärt sie für den Sitz der Affekte, die sich allesammt einocdnen müssen der Liebe zu Gott. Kap. 3 über „mit ganzer Seele," d.-i. mit Eckenntniß (Intelligenz), die wir insonders durch das fortgesetzte und wiederholte Studium der heil. Schrift zu erlangen trachten müssen. Miß Aguilar verfechtet die Lektüre der heil. Schriften mit den kräftigsten Worten, verdammt auf's schärfste die große Vernachlässigung derselben unter den jetzigen Juden, und weist nach, wie alles Malen, Zeichnen, alle modernen Sprachen Ersatz dafür nicht bieten. Das vierte Kap. „mit ganzem Vermögen," was die Verfasserin als „Gott dienen" auslegt. Hier spricht sie zuerst über die Verwerflichkeit alles Religionshasses, aller Religionsverfolgung, dann über die Nothwendigkeit unfern Glauben zu verherrlichen, doch nicht allein in den Augen der Nichtjuden, sondern in unfern» Hause durch ein echt religiöses Leben, endlich über religiöse Erziehung. Im fünften Kap. bezieht sie irw “Pi-n besonders, auf die Zehn-Worte und erklärt diese, wo sie sich vorzüglich über den Sabbat und seine hohe Bestimmung mit wahrhaftem Enthusiasmus aus-' läßt; im sechsten knüpft sie an vnddLl die Hindernisse einer religiösen Erziehung, und wie besonders die Mutter sie zu überwinden habe. Auch hier eifert sie darüber, daß man die Kinder die Henriade, den Goethe, den Dante auswendig lernen laßt, aber das Wort Gottes vergißt. Das siebente Kap., V2 JYWi, fordert, Laß wir im gewöhnlichen Leben auch immerfort von religio-

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