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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-09-11 · Heft 37 (11.9.1843) · p. Seite 546

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 37 (11.9.1843)
Date
1843-09-11
Page
Seite 546 (sequence 2)
Language
German
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546 Alterthume nur hie und da eingehüllt Ln Mysterien <nls K eim e vorhanden war, das ftM v'vüeÄdet und vollständig (ln ÄerOffMbarnng aD, Wd in^der^fteienMfftwickelung der Menschheit die Herrschaft zu gewinnen. Je mehr aber das Heidenthum' das Produkt des Menschen selbst war, und sich darum mit allen anderen Errnngnissen des Menschen Ln Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft, auf's innigste verzweigt hatte: desto mächtiger waren seine Kräfte, desto gewaltiger und immer wieder erneuert war der Kampf, und ist es noch bis heute. Das Heidenthum hatte den ganzen Bestand der Menschheit zur Basis, die Offenbarung Nichts als ein traditionelles Wort, aber vom Geiste Gottes belebt. Während der Verbündete des Heidenthums das ganze wirkliche Leben des Menschen war und ist, hatte und hat die Offenbarung eben nur die Nichtigkeit dieses Lebens zum Bundesgenossen. Je mehr aber diese, die Täuschung des wirklichen Lebens aufdeckt, -muß -die Offenbarung an Boden und /Kraft gewinnen. Dies ist der ganze Inhalt des' großen ReligionS- - Prozesses, den die Menschheit seit Jahrtausenden durchwacht, und es ist wenigstens viel gewonnen, daß die Menschheit immer mehr zum Bewußtsein dieses Kampfes kömmt. Mit Nichten haben wir daher immer neue Auflehnungen des Heideuthnmes, immer neue daraus entspringende Streitigkeiten zu bedauern." Im Gegentheil, jeder Kampf ist ein Schritt vorwärts, der Wahrheit den Sieg zu schaffen. Das Heidenthum hat zum wesentlichen Charakter: da ß 'der Mensch sich selbst an die Stelle Gottes und der Welt fetzt; während die Offenbarung den Menschen in leiblicher wie geistiger Beziehung nur als ein Geschöpf Gottes setzt. Die Taktik des Heidenthums war nun vom Beginne an die: daß es die Religion der Offenbarung selbst zu durchdringen, seine Elemente in die dieser hineinzuschwärzen, und so das Ganze zu verfälschen sucht. Dadurch wird es ihm leicht, seine eignen Makel der Religion der Offenbarung anzuhängen, UNd den Widerspruch, der ihm-selbst als Wesen einwohnt, auch ftner anzuheften. Diese Operation ist auch ganz natürlich, da die Offenbarung der menschlichen Auffassung preis gegeben ist, und der nothwendige Kampf, den die frei sein sollende Entwickelung der Menschheit voraussetzt, darin seine vollständige Ausführung findet. Es wirre nun hier eigentlich nochwendig, zu zeigen, 'wie das Hei- ^denthüm bei den großen Religiönsenrlffioneu, die aus 'dem Judenthume hervorgegangen, Ihätig gewesen. Allein Wir nrüssen dies Anderen überlassen, und bemerken nur, daß das Judenthum auch dies für nothwendig im Gange der Dinge erachten mffff, Därnit Mur im HeidRthume ftW Mberhanht Platz Ur He Weübaruug geKA werden konnte. Wir haben es hier nur damit zu thSn^ in zeigen, wie das Heidenthum im Lager der Offenbarung selbst rege und wirksam.zu sein trachtete. Das Heidenthum stellt sich in zwei Richtungen dar: im groben Götzenthum, wo der Mensch, ja selbst das Thier ganz materiell vergöttert wird, und in der Philosophie, die die-menschliche Erkenntniß an die Stelle der göttlichen Lehre setzt. Jenes iß allerdings eine Phase, die ihr Entwürdigendes von. selbsten dem erweckten Menschen aufdeckt. Die Philosophie hingegen trägt ihre Nothwendigkeit im'Wesen des Menschen selbst, und ist an sich dem Menschen unentbehrlich: aber nur die Stellung, die .sie sich giebt, die Unabhängigkeit, die sie sich vindizirt, und die Täuschung, mit der sie ihre Resultate für sicher, für siegreich, für wahrhaftig aüsgiebt, während sie ewig am Widerspruche kränkelt, und in diesem ihren Inhalt hat, machen daß Heidenthum an ihr aus. In beiden Richtungen nun suchte und sucht das Heidenthum in die Lehre der Offenbarung zu dringen. Wir sehen das göldne Kalb am Fuße des Sinai selbst errichtet, wir sehen die Zeit der Richter und Könige vom Götzenthume immer wieder angefallen, wir sehen im mittelalterlichen Judenthume, im Chassidismus den Aberglauben, astrologischen Unsinn, Zauberei und Amuletenwesen vorhanden. Von der andern Seite sehen wir den chaldäischen Dualismus aus Babylon nach dem h. Lande mit den rückekehrenden Exulanten dringen, vom Neuplatonismus in Aegypten und Griechenland verstärkt, wir sehen die kabbalistische Philosophie die Lehre der Offenbarung in ihrem eignen Schooße entstellen, wir sehen jetzt die moderne Philosophie durch Umwege die Lehre der Offenbarung mitten in Israel vernichten Wollen, indem sie ihr eine ,-unbeschränkte , Fortbildung" — bis zu den sich selbst vernichtenden und negirenden -Höhen dieser heidnischen Philosophie — zweideutig einschwärzt — das heißt also eine Fortbildung, bis zum Heidenthume selbst. , So sieht' man, wie das Heidenthum kein Mittel/ keinen Weg scheut, die Offenbarung zu verdrängen und zu ersticken. Bald erniedrigt es den Menschen so tief, daß er für die Begriffe der Offenbarung keine Säfte mehr nr sich findet; bald reißt - es ihn zur schwindelnden Höhe fort, ihm gleißnerisch "Freiheit und Erkenntniß verheißend, Wo er nur Knechtschaft uNd Widerspruch, "Knechtschaft ti&ttt die Syllogismen der mit.hohlen -Phrasen ihre Blößen

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