Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1843)
- Date
- 1843-09-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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vn.Jahrgang. Allgemeine No. SS. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. jU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Soncession.) , Leipzig, den 4. September 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 98 Bogen in Quart incl. det^itels, Registers u. s. w. > umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig^ mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate -— 22^ Ngr. (18 gGr.) für das VierteljaH^ angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Ieitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. , > : I rr h a l t. ZeitungsnachrichtenrDeutschland: Hamburg, Bruchsal, Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Mainz. Preußen: Berlin (Schluß), Düsseldorf (Fortsetzung), Trier, Minden, Köln. Oesterreich: Von der böhmischen Grenze. Dänemark: Kopenhagen. Frankreich: Paris. Zettimgsnachrichten. Deutschland. Hnmdurg, 27. August. (Privatmitth.) Am letzten 9. Ab wurde im hiesigen neuen Tempel für das Hospital in Jerusalem kollektirt, und über den Gegenstand gepredigt. Diese Kollekte wird von nun an statutenmäßig an jedem 9. Ab, Purim u. s. w. im Tempel statt finden. — Seit Kurzem regt sich die Judensache etwas lebhaft in den hiesigen Lokalblättern, doch hat sich die Debatte bisher ' noch au bas etage gehalten; der Gegenstand war fast nur der Hausir- und Straßenhandel, an welchem jedoch weit mehr Christen als Juden Th eil nehmen. — Die Zahl der gemischten Ehen sangt an sich merklich zu vermehren, so daß es nicht gar lange dauern möchte, bis unsere Legislatur davon Notiz nimmt. Jetzt werden diese Ehen gewöhnlich in England, vorzüglich in Hüll vollzogen, wo die Prozedur höchst einfach ist: die Brautleute gehen in die Kirche, beschwören, daß sie nmndigen Alters, unverheiratet und nicht anderrMtig verlobt, so wie daß ihre Eltern mit dieser Ehe einverstanden sind. Hierauf werden sie vom Pfarrer eingesegnet, wechseln Ringe und sind Mann und Frau, worüber sie" ein Dokument erhalten. Die ganze Angelegenheit, Hin- und Herreise von hier mitgerechnet ist in acht bis zwölf Tagen abgemacht. Daß von Verträgen wegen der KüidererriLbsrua nicht die Rede sein kann, versteht sjDMn « bisher sind hier alle Sprößlinge dieser Ehen in ^er väterlichen — d. h. jüdischen Religion erzogen worden. —. Der Aufsatz in No. 33, die Freischule betreffend, ist von einer gewissen Absichtlichkeit nicht frei zu sprechen, da der anonyme Verfasser, der die Angelegenheiten der Schule so^genau kennt, auch ohne Zweifel gewußt hat, wasMir hiermit erklären, daß die Gemeinde die Anstellung eines orthodoxen Lehrers für den hebräischEünterricht ganz und gar nicht verlangt hat. Auch ist es falsch, daß ■£■£• der Schüler orthodoxen Eltern angehören; denn ächt orthodoxe Eltern fragen nicht, danach, wie viele fromme Schüler in das Institut hin ein gegeben werden, sondern wie viele heraus kommen — und bleiben tzS-mr lieber zurück. Ueberhaupt existirt hier in Harnburg die Sondirung in markirte Orthodoxe, und Moderne bis jetzt nur in einem sehr gemäßigten Grade, und ist keinenfalls die Masse der Gemeinde zu der frommen Partei zu zählen. Das Rechnen auf die