Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1843)
- Date
- 1843-08-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Jahrgang. 2Llt$tiXitifte No. 34. Zeitung -es Zu-enthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 21. August 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigr mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 221. Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptfpedition für beide Letzter« hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Das Haus Rothschild. — Wohin? Zeitungsnachrichten: Oesterreich: Wien. Preußen: Bromberg, Düsseldorf (Fortsetzung). Deutschland: Wiesbaden, Deutschland, Frankfurt am Main. Frankreich: Paris, Straßburg. Personalnachrichten: Paris, Nancy. Korrespondenz: An die Nabbinen, aus Braunschweig. Dieses Haus, das so hoch in der materiellen Welt steht, hat durch merkwürdige Thatsachen seitdem seine Anhänglichkeit am väterlichen Glauben glänzenderwiesen.. So ist denn auch Schreiber Dieses der erste, und uU Freuden, der seine Huldigung darbringt. Er steht noch so unabhängig und unparteiisch in seiner Meinung da, wie ehemals. Er hat durchaus keine Gelegenheit gehabt, in persönliche Beziehungen zu den Gliedern-^dieser Familie zu treten, kaum zu einigen direkt/n Mittheilungen in der Angelegenheit des Hospitals und der Schikle in Jerusalem. Nicht seine Meinung hat er geändert; aber die Thatsachen sprechen jetzt ein andres Urtheil, und mit all' dem Eifer, mit all' dem Feuer, die in ihm für die Sache seines Glaubens glühen, ordnet er diesem fich ein. Schreiber Dieses erachtet das Beispiel, welches das Haus Rothschild hiermit unter den Reichen Juda's giebt, für höchst wichtig und erfolgreich. Daher sind ihm die Worte Salomon's von Rothschild mehr werth, als alle Geldgaben und Unterstützungen in einzelnen Fällen. Die elende Scham, welche die Begüterten in Israel so oft für ihren Glauben kund geben, die nichtige Gleichgültigkeit, mit der sie alle Angelegenheiten desselben ignoriren, die Fadaisance, mit der sie gerade nach ausnahmSweisen Auszeichnungen vor ihren Glaubensgenossen strebe», diese haben hier ein glänzendes Dementi erhalten. Der Sinn wird dadurch erkrästigt werden, der schwankende Wille aufgerichtet, das Leben mächtiger, und inhaltreicher. ^Die schöne Rückwirkung kann nicht ausbleiben. Die Zeit, wo jeder bettelhafte Zeitungsschreiber bei Leitende Artikel. Magdeburg, den 14. August. Wir machen unsere Leser auf denin der heutigen Nummer enthaltenen Brief des Herrn Salomon von Rothschild aufmerksam. Wir achten ihn einer feierlichen Demonstration gleich. Und zwar zu Gunsten unsrer Religion, unsrer religiösen Genossenschaft. Bei Gelegenheit der Verleihung des Bürgerrechts in einer Stadt, die jedem Israeliten dasselbe verweigert, nur von der Stellung des Judenthums sprechen, und durch die Wünsche für eine bessere und hellere Zukunft der Gegenwart indirekte Beschuldigungen ertheilen, von der individuellen Ehre ganz abstrahiren, und die Unehre seiner Glaubensgenossen den Ehrebezeugenden zum Vorwurf machen, ist großartig, und steht in der Geschichte der.reichen Juden als ein seltenes Beispiel da. — Es gab eine Zeit, wo Schreiber Dieses das Haus Rothschild wegen Jndifferentismus heftig provozirte. Er glaubte damals hinreichenden Grund zu haben. Die Zeit ist vorüber.