Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1843)
- Date
- 1843-08-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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vii.Jahrgang. Allgemeine No. 32. unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Vertag von L-r. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ' zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 7. August 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig» mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der-Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Aeitungs-Expedition allhier unterzogen. 3 u h a l t. Literatur: Iir. Jüdische.Religionsphilosophie (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichtenr Preußen: Magdeburg, Düsseldorf, Bonn, Aachen, Aachen, Düren, Köln, Crefeld, Heidelberg, Düsseldorf, Breslau. Deutschland: Nassau, Hamburg, Mittelfranken, Mecklenburg. Rußland und Polen: Warschau. Amerika: Neu-Pork. Literae» Nachrichten: Magdeburg (Legislatur. Schluß). Literatur. in. Jüdische Neligionsphilosophie. *) (Fortsetzung.) B. Neueste Bearbeitungen der jüdischen .. Religionsphilosophie. Wenn zu einer neuen Auffassung der Theologie vom religionsphilosophischen Standpunkt überhaupt, und zur Bearbeitung selbstständiger Religionsphilosophie insbesondere immer eine große Vorbereitung, ein weiter Gang des Geistes notwendig ist: so kann es nicht auffallen, daß erst in dem letzten Lustrum Werke an's Licht getreten, die die jüdische Religionsphilosophie zum Gegenstände haben. Mendelssohn war Wolffianer, und wer diese Schule kennt, weiß, wie weit ab diese von einer Religionsphilosophie^) entfernt war. In Men¬ °) S. No. 7 und 10 d. I. Bei dem Gebrauche, den wir von dem Worte delssohn steht daher, in so weit er Schriftsteller ist, der Philosoph und Theologe ganz auseinander, und finden diese bei ihm höchstens einen Jnzidenzpunkt in der Bearbeitung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat (Jerusalem). Mendelssohn's Schüler, wenn man solche überhaupt annehmen kann, beschäftigten sich bloß mit singulären materiellen Stoffen (Kultur der Juden, Kultus, Schule, Emanzipation). Die langen Jahre der europäischen Kriege konnten nur ohne Inhalt für unfern Gegenstand ablaufen; diesen folgte eine allgemeine Abspannung, die bis zum Ende der Zwanziger sowol in der allgemeinen wie in der jüdischen Literatur nur wenig Bedeutsames hervorzubringen vermochte. Aus dieser Apathie war zuerst zu erwecken, die Schleusen des Lebens waren wieder zu offnen, die Felder zu bestellen: wer vermochte da sofort an die Früchte des Herbstes zu denken. Doch wir wollen hier den Gang unsrer Literatur nicht verfolgen: wir wollten nur den Umstand beleuchten, daß erst in den letzten Jahren religionsphilosophisches Studium bei uns zur Aussprache gelangte. Die Religionsphilosophie ist die Krone des neu aufstrebenden Stammes, wie die wissenschaftliche Bildung die Wurzel; man fängt aber mlt „Religionsphilosophie" machen, müssen wir auf die einleitenden Worte No. 7 verweisen. Wir verstehen hier lediglich darunter die Philosoppie, welche die positive Religion zum Objekt gemacht, so daß damit der allgemeinen Philosophie ihre Bearbeitung der Lehre von Gott und vom Menschen gar nicht genommen ist.