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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-17 · Heft 29 (17.7.1843) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 29 (17.7.1843)
Date
1843-07-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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-V». Jahrgang. Allgemeine No. SS. Zeitung -es ZudenthumS. Ein «nparthejisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgartners Buchhandlung ' Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 17. Zuli 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig» mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 224 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. 3H I) fl.i t. Leitender Artikel: Kritik und Philosophie. I. Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin, Berlin, Düsseldorf, Saarbrücken. Oesterreich: Groß-Canischa, St. Ujhely, Lemberg. Die Schweiz: Genf. Frankreich: Metz. Corfu. Algerien: Augsburg, Algier. Personalnachrichten r Paris. Nachrichten von Intoleranz aus der jüngsten Zeit: Magdeburg, aus dem Kreise Soest, Speier. Literar. Nachrichten : Paris (Entgegnung.) Leitender Artikel. Magdeburg, den 10. Juli. Kritik und Philosophie. I. Die Wissenschaft schlägt sich in zwei große Richtungen auseinander: Kritik und Philosophie. Jene faßt das Gegebene als bestehend auf, zerlegt es aber in feine Bestandtheile, sucht das Wesen und die Ursachen derselben auf, stellt diese dann untereinander zusammen, und resultirt daraus ihre Wahrheit oder Falschheit. Die Philosophie hingegen sucht die Praemissen selbstständig auf, konstruirt aus ihnen das Wahrhaftige von selbst, unbekümmert, ob ihr Gefundenes mit dem Gegebenen übereinstimmt, oder nicht. Es ergiebt sich schon hieraus, daß die Kritik ivillkürlich, die Philosophie selbstständig ist. Denn die Kritik wird ganz abhängig sein von dem Standpunkte, von dem der Kritiker ausgeht; von diesem aus wird das Gegebene ihm ganz verfallen sein, er schaltet darüber frei, und das, was er davon übrig läßt, wird ganz anders aussehen, als wie es bis jetzt bestanden, hat. Natürlich, daß das Bestehende dagegen reagirt, und sich in der Antikritik gegen die Kritik vertheidigeu wird. Aber auch diese Antikritik hat den Charakter der Kritik, den Charakter der Willkür, denn sie wird entweder vom Standpunkt des Bestehenden selbst ausgehen, und so die Kritik gar nicht gelten lassen; oder sie wird mehr oder weniger von den Grundsätzen der Kritik annehmen, diese mit ihren eigenen Waffen schlagen, indem sie die falsche Anwendung nachweiset. Die Philosophie hingegen ist selbstständig, weil sie selbst erschafft, das Bestehende unberücksichtigend, und ihr Produkt neben dieses hinstellt. Natürlich, daß dann und da/ wo das Bestehende durch das Produkt der Philosophie negirt wird, ein. Kampf entsteht. Dann aber muß die Philosophie wesentlich in die Kritik Umschlägen. Die Kritik wird gegenständlich entweder die Lehre, das Gesetz selbst zu ihrem Objekte machen, und sie lediglich vom Standpunkt der gegenwärtigen , Anschauung behandeln; oder sie wird zu den Quellen der Lehre, des Gesetzes zurückgeheu; hier kann sie wieder einen zwiefachen Prozeß vornehmen, sie wird entweder die Lehre, das Gesetz aus ihren Quellen von späteren Zusätzen zu reinigen suchen, und zu der ursprünglichen Gestalt zurückzuführen; oder sie wird die Quellen selbst in Angriff nehmen, ihre Autorität erforschen, und zu bestimmen streben. Es ergiebt sich da von selbst, daß die Lehre, das, Gesetz mit der Quelle steht oder fällt.

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