Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1843)
- Date
- 1843-07-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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TU. Jahrgang. Allgemeine Zeitung des No. 28. Ein , unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig» (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 10. Juli 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. Ln Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate— 22 i Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königs. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. . Inhalt. Leitender Artikel r Neue Erscheinungen im Zudenthume. Zeitungsnachrichten r Preußen: Düsseldorf, Trier, Trier, Berlin. Deutschland: Offenbach, Schnaittach, aus dem Württembergischen. Oesterreich: Preßburg. Frankreich: Straßburg. Rußland und Polen: Warschau. Literar. Nachrichten r Magdeburg fMendelsohn'S Werkes, Magdeburg fkevus 6s l'Orientj, Magdeburg (Homiletik^, Magdeburg (Aeltere Literatur^, Magdeburg (Vermischte Schriften.^ Leitender Artikel. Magdeburg, den 3. Juli. Die Erscheinungen, die sich gegenwärtig im Judenthum kund ihnn, die Krise immer mehr verstärken, und die Entwickelung verwirren, Erscheinungen, die den extremsten Charakter tragen , und doch in der Zeit sich ganz nahe berühren, wovon zeugen sie? Dies ist die Frage. Zeugen sie von der Lebensfähigkeit des Judenthums, das immer neue, die mannichfalrigsten Formen eines und desselben Prinzips hervorzubringen vermag? Oder zeugen sie von der Auflösung des Judenthums, in welchem sich die Atome des bis dahin festen Körpers immer mehr auseinanderthun, so daß der kondensirte Kern immer mehr verliert? — Diese Frage muß gewichtig in den Sinn fallen, wenn man von zwei neuen Erscheinungen liest, die sich in den öffentlichen Blättern breit machen. In allen Zeitungen las man diese Woche aus dem Frankfurter Journal: „Frankfurt, 21. Juni. Es hat sich hier unter der Leitung des Dr. Creiznach eine jüdische Neusekte gebildet. Die Unterzeichner — und sie belaufen sich schon auf eine nicht unbedeutende Zahl — verpflichten sich, an keiner jüdisch-talmudischen Zeremonie oder Satzung fest zu halten, die Beschneidung weder als einen religiösen noch als einen bürgerlich verpflichtenden Akt zu betrachten und den Messias als gekommen zu, glauben mit dem Deutschen Vaterland. Mit jedem Tage vermehren sich die Anhänger dieser Sekte und bereits zirkuliren auswärtige Listen." Daß dies etwas Nagelneues ist, was nur in unsrer Zeit möglich ist, wird man bald zugeben. Eine neue Sekte aus Unterschriften, wie zu einem Konzert; statt des lebendigen Wortes — geschriebene Namen; statt des lebendigen Geistes — eine leere Formel, eine Anweisung, aber auf Nichtzahlen; Stifter — der Dichterling und Vorleser über Göthe, Creizenach; Verbreitung — auswärtige Listen. Welche großartige Thaten! Welch' ein Riesenwerk der Begeisterung! Welch' eine Weltverbesserung! Welch' eine klare Aussprache! Welche Religiosität! Welche Herzensfrömmigkeit! Welche Opfer! — — und der großartige Inhalt: die ganze Vergangenheit des Judenthums in'S Nichts geworfen, kein Talmud, aber auch keine Bibel (denn die Beschneidung ist doch wol biblisches Gesetz!) Was bleibt übrig? Selbst vom'■ muß das weggestrichen-werden, denn das wäre eine Versündigung, am heil. Geiste der neuen Sekte, noch von einem VfcW*