Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1843)
- Date
- 1843-07-03
- Page
- Seite 403 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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108 Rande des Thalrs Josaphat beträgt ungefähr 1020 englische Vards, oder beinahe eine halbe engl, geographische Meile; von welcher Strecke 318 Parks von der Area der großen Moschee, dem Haram esh-Sherif eingenommen sind. Nördlich vom Päfa-Thor biegt sich die Stadtmauer mehr nach Westen und vergrößert die Breite der Stadt in diesem Theile. Der Boden rings um Jerusalem besteht ganz aus Kalkstein und ist nicht besonders fruchtbar. Die Felsen kommen überall über die Oberfläche hervor, welche auch an manchen Stellen mit lockern Steinen reichlich bedeckt ist; und die ganze Gegend gewahrt einen öden und traurigen Anblick. Jedoch gedeiht hier die Olive im Ueberfluß, und Getreidefelder erblickt man in den Thälern und auf den Flachen; aber sie sind weniger ergiebig als in der Gegend von Hebron und Nabulus. Weder Weinreben noch Feigenbäume gedeihen auf dem Hochgrunde rings um die Stadt; wiewol die letzter» in den Gärten unterhalb Siloam gefunden werden und Ln der Nahe von Bethlehem in großer Menge vorhanden sind." (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (I gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Nekrolog. Nicht nur Männer, welche der Geschichte angehören, welche im Gebiete der Wissenschaft und Kunst groß dastehen, verdienen den würdigen Kranz des Nachrufes, sondern auch Männer, welche fern von der Dessentlichkeit im kleinen Kreise ihrer Wirksamkeit, den Adel des Gemüthes, den tugendhaften Sinn schlichter Bürgerlichkeit bewahrten, Großes in Kleinen thaten, und deren nachahmungswürdige Wvhlthätigkeit wie ein Bach, übertont von Wogen der großen Welt, still und reichlich dahinfloß, und viele Schmachtende erquickte. Und wenn ihnen auch kein Lorbeer auf den Sarg gelegt, kein Stern, kein Orden auf seidnem Kissen nachgetragen werden — tausend weinende Augen, taufend betrübte Herzen, sprechendere Zeugen der Achtung und -Liebe,'folgen dem Trauerzuge und die Dankbarkeit der Armuth schreibt ihnen eine glänzendere Grabschristals die pomphafte Sprache gedungener Dichtung. Moses Riesen feld geboren zu Bielitz im Jahre 1780, starb im 63sten Lebensjahre -in der Nacht vom ö. zum 6. Juni d. I. in Folge mehrjähriger Kränklichkeit am Lungenschlage. In seiner Kindheit zum fleißigen -Unterricht des Talmuds angehalten, streng im mosaischen-Glauben erzogen., fand er in seinem Vater ein Muster von Bravheit und Biederkeit, und in seiner Mutter das Bild weiblicher Herzlichkeit. Unter solcher elterlicher Obhut wuchs er im religiösen Wandel heran, und in seinen letzten fünfzig Jahren sah er wohl nie -die Sonne auf- und niedergehen, ohne in den Schriften talmudischer Weisheit geforscht zu haben. Nach des Vaters Tode übernahm er dessen Geschäft und mit einem rastlosen Unternehmungsgeist versehen, nicht arm an Spekulationstalent und vom Glücke begünstigt , vergrößerte er gar sehr das Erbtheil seines Vaters, so daß sein Name in der Handelswelt eine Geltung und Bedeutsamkeit erlangte. Stets gewissenhaft und pünktlich in seinem Berufe genoß er unter seinen Standesgenossen den allgemeinen Ruf der Rechtlichkeit. Oft pflegte er zu sagen, ,/ich habe ja nichts als meinen Namen" — so wenig schätzte er sein bedeutendes Vermögen gegen - die -Größe der Äch- . kÜM, die er erlangte. M)en Stolz kannte er nicht, er war die Demuth und Einfachheit selbst, schätzte Kenntnisse und Hute Gesinnungen bei Andern hoch, und es gehörte zu seinen wahren -Genüssen , -sich mit achtbaren- Männern unterhalten zu -köNneru Drum war er stets, ehe ihn Kränklichkeit niederbeugte und für die Freuden der Außenwelt meist abstumpfte, der gutmüthige, freundliche, joviale Mann, wahr in Wort und That, ohne Hehl und Schmeichelei — ein Charakter, der um so größere Anerkennung verdient, als er immer mehr und mehr von der Bühne des Lebens schwindet. Je glücklicher die Resultate seiner Spekulationen wurden, desto wohlthätiger ward er, nicht wie die meisten engherziger werden , je weiter sich ihr Reichthum ausdrhnt, immer tiefer sinkenim Gemüth, je höher ihr Besitzthum steigt, und so -von den aüfgehauften Schätzen herab kaum das Elend der Mitmenschen schen, kaum die Stimme der Armuth -vernehmen. Er beschränkte seine Mildthätigkeit nicht