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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-29 · Heft 22 (29.5.1843) · p. Seite 324

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 22 (29.5.1843)
Date
1843-05-29
Page
Seite 324 (sequence 4)
Language
German
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324 lehrte lebte vier Jahre in unsrer Mitte, und verwaltete izwei,Jahre das. Rabbinat provisorisch. Die letzten, zwei:'Jahre schrieb er seine Religionsphilosophie der Juden, die Messiaslehre d. I. und kürzlich eine Broschüre gegen Bruno- Bauers Judenfrage. D.i.e gründliche und tüchtige wissenschaftliche Bearbeitung dieser Werke mögen wol dazu beigetragen haben, daß ihm das. Rabbinat in Luxemburg angetragen wurde. Er erbaute uns nicht allein an Sabbat und Festtagen durch Predigten, sondern hielt auch noch während der Winterabende, auf eine höchst uneigennützige Weise treffliche Vorlesungen über Religion u. s. w. Oesterreich. ' Proßnitz, im April. (Privatmitth.) Auf Anregung unseres würdigen und gelehrten Rabbinen Herrn Hirsch Fasset, der in Förderung des Guten und Nützlichen unermüdlich ist, bildete sich am 1. April 1839 in unserer Gemeinde ein Verein zur Beförderung der Handwerke unter den Israeliten zu Proßnitz, der, von der k.k. Landesstelle genehmigt, sofort in Wirksamkeit trat. Zur Bildung eines bleibendenden Fonds spendeten die Herren Mos. L. Schreiber 400 fl. C.M. I. Brüll 68fl., A. Schreiber 50fl., Bernhard Bak 50fl., Joachim Horn 50fl. Von den aufgedungenen und unterstützten 21 Handwerkslehrlingen sind sechs Schuhmacher, drei Schneider, drei Kappenmacher, drei Weber, zwei Tuchmacher, ein Bäcker, ein Schlosser, ein Fleischer, ein Rothgerber. Die Theilnehmer dieses Vereins zahlen jeder 12 Xr. W. W. monatlich. — B. Aus Mähren, I.Mai. (Privatmitth.) Die Vakanz des Landrabbinats in Mähren hat den Parteien von den verschiedensten Farben einen neuen Kampfplatz eröffnet. Fortschritt und Stabilität, Aufklärung und Verfinsterung, Privatintereffe und Gemeinsinn versuchend abwechselnd das Terrain für sich zu behaupten und die Gegner vom Schauplatze des Handelns und'Wirkens zu verdrängen. Die Einen lassen die frühem Landrabbiner sammt deren halachischen und agadischen Werken in ihrem Gedächtniß die Revüe paffiren, lesen aus deren-Physiognomien, daß der Nachfolger derselben eine vom Talmudstudium gefurchte Stirne, ein finsteres Auge, einen nur in Bibel- und Talmudsprüchen redenden Mund und ein von einem langen Barte verdecktes Kinn haben müsse; schließen aus den zahlreichen Schriften derselben, daß der Erbe des landrabbinischen Horaah- Thrones (n^iin «ös) wenigstens einen voluminösen Folioband über einen kleinen Traktat geschrieben haben, oder auch, für Maimonides (rihVi) auf einer sechsrädrigen (ö^öi« fttoiö) Dialektik zu kämpfen im Stande sein müsse. Die Andern lassen die Todten friedlich ruhen, richten nicht ihren Blick auf das Vergangene, auf das, was gewesen, sondern sehen die Gegenwart in ihrer Frische und Lebendigkeit an, horchen auf die Zeit, die so beredt den Fortschritt predigt. „Was frommt es uns," rufen sie, wenn das Gedächtniß unseres Landrabbiners eine tobte Bibliotheca rabbinica ist, wenn er in jeder talmudischen Fehde den Sieg davon trägt. Wir bedürfen eines Mannes, der unser Schulwesen verbessert, den Jugendunterricht hebt, die Synagoge von geistlosen Formen befreiet, für unsere Rechte, für unsere Menschenrechte kämpft, die drückenden, jeden geistigen Aufschwung hemmenden Fesseln sprengt, kurz der nicht blos Morenu's und Rabbinen-Diplome ertheilen, sondern der für uns und unsere Rechte streiten, für unsere Jugend und deren Bildung sorgen kann, der Muth und Entschlossenheit genug besitzt, um trotz der vielen Hindernisse, eine freie, geistig sowol als politisch freie Bahn zu. brechen. Noch Andere überheben sich jedes selbstständigen Urtheils über Umgestaltung oder Beibehaltung der gegenwärtigen Lage der Dinge, nehmen die Ansichten eines verwandten oder befreundeten Rabbiners, den sie gern an der Spitze des Landes sehen möchten, als Norm bei der Beurtheilung und Würdigung dieses und jenes Vorschlages an. Alle diese Parteien nun, die eben durch ihre Parteinahme ihr Interesse an dieser wichtigen Landesangelegenheit bekunden, sind in jeder mähr. Gemeinde anzutreffen, vorzüglich aber und im schroffsten Gegensätze in Nikols bürg. (Fortsetzung folgt.) Prag, im April. (Privatmitth.) ^Die seit fünf Jahren in unserer Gemeinde bestehende Lehr- und Erziehungsanstalt der. Frau Charlotte Löw für israelitische Mädchen legt in den jährlichen

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