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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-22 · Heft 21 (22.5.1843) · p. Seite 319

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 21 (22.5.1843)
Date
1843-05-22
Page
Seite 319 (sequence 15)
Language
German
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nicht verzieren, doch — reinigen. Diese alten Sitze und Stander, die vielleicht nie eine Farbe gehabt, diese alten Leuchter, die grauen, schmutzigen Wände, vor Allem aber die kleinen, dicht vergitterten Fenster, welche von dem für die Frauen bestimmten Raum in die Synagoge gehen, und den Schießscharten alter Wartthürme nicht unähnlich sind^, flößen wirklich Grauen ein. Wie mögen die armen Frauen wol beten können hinter diesen kleinen Fenstern, wie man sie nur in Gefängnissen, findet? Vom Gottesdienste will ich gar nicht sprechen: man hat für die Festtage ein kleines Chor eingerichtet, und glaubt nun schon Wunder was gethan zu haben. Aber durch die unzweckmäßige Einrichtung der Sitze und Stände, durch den so viel Platz einnehmenden alten Alemmer (twi) ist der Raum so beschränkt, die Leute steheä so durch und untereinander, daß ich gar nicht begreife, wie man nur andächtig beten kann in solchem Raum. Das Ganze hat ein düstres, trauriges Ansehen, und obgleich die Fenster auf der Südseite liegen, so glaube ich doch nicht, daß ein Sonnenstrahl diesen Tempel Gottes erleuchtet. Es ist hier viel, viel Schatten und wenig Licht. — Ich denke wohl, man könnte selbst diesen alten Tempel auf eine würdige Weise wieder Herstellen, wie man es z. B. in Worms gethan. Hatte Mainz in dieser Hinsicht einen unangenehmen Eindruck auf mich gemacht, war alle Ehrfurcht, die ein Gotteshaus, indem schon so viele Geschlechter, in so verschiedenen Zeiten und Verhältnissen, ihr Dankgebet, leider auch oft ihren Hülferuf zum Schöpfer emporgesandt, sonst wol jedem Israeliten einflößet, in mir zurückgedrängt bei dem Anblick dieser dunkeln Synagoge, die nur zu deutlich' den Beweis liefert, wie man hier den Werth eines würdigen Gotteshauses und Gottesdienstes so wenig zu schätzen weiß, so freuete ich mich um so mehr, in Worms gerade das Gegentheil zu finden. Die hiesige Synagoge, in demselben einfachen Styl erbauet, vielleicht npch älter, durch ihre Sagen gewiß noch interessanter und ehrwürdiger, ist allerdings erhalten worden, aber das Innere hat dennoch eine freundliche Gestalt *) Der Frauentempel ist nämlich neben der Synagoge, wahrscheinlich etwas erhöhet, und diese Fensterchen stehet man an der Nordseite derselben,, ungefähr vom Fußboden fünf Fuß hoch. Die großen Gallerien der Südseite sind noch den Männern^ bestimmt, was bei der so kleinen Synagoge sehr nothwendig , Korresp. gewonnen. Einzelnes, woran besondere Erinnerungen sich knüpfen, sind sogar in der auf's Neue^restaurirten Synagoge wieder angebracht, und zwar so, daß dadurch die einfache Schönheit nicht leidet: man hat also dje Ehrfurcht vor dem Alten durchaus nicht geopfert, und doch ein Gotteshaus hergestettt, wie man' es sich nicht leicht würdiger denken kann. Und Worms ist im Vergleich zu Mainz eine sehr kleine Gemeinde. Man hat sich auch nicht, bloß auf die Verschönerung des,. Gotteshauses beschränkt, sondern war auch auf das Aeußere bedacht.! (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen l£ Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Anzeige. Im Laufe des Monat Juli erscheint bei mir wiederum der. Volkskalender, für Israeliten für 5604 (1814); heransgegeben Ton K, Klein. 3ter Jahrgang, mit einer Knnstbeilage, geh. Preis i2‘h Sgr. Obwohl der letzte Jahrgang dieses Kalenders durch einige sehr unangenehme Verzögerungen erst kurz vor dem jüdischen Neujahr erscheinen konnte, ist er dessenungeachtet mit vielem Beifall aufgenommen worden. Da nun dieses Jahr alle Massregeln genommen wurden, dass eine ähnliche Verzögerung nicht wieder Statt finden könne, so zweifle ich nicht an noch grösserem Erfolge. ' ‘ < Ausführliche Angabe des Inhalts befindet sich auf den Subscriplionslislen. Unter anderen wird eine treffliche Geschichte der Juden in Berlin dem Kalender bleibenden Werth sichern. r -v";~ Von Elein’s Museum zur Belehrung und Unterhaltung für die israelitische Jugend, Ster Jahrgang* erscheint binnen wenigen Wochen das 1 ste Bändchen. Jft TJrlban Kern in Breslau.

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