Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1843)
- Date
- 1843-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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VII. Jahrgang. Zeitung AUgeineine No. sv. -es Zu-enthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von ttr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.). Leipzig, den 15. Mai 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Aitels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig, mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Lhlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Bemerkung. Antibaueriana (Schluß.) Zeitungsnachrichten: Deutschland: Dresden, Lüneburg. Preußen: Berttn, Berlin. Oesterreich: Wien. Frankreich: Straßburg. Palästina: Beirut. Rechnungsablage (Fortsetzung). .Syrien: Damaskus. Aegypten: Alexandrien. Lrtera-r. Nachrichten: Magdeburg^Belletristik.s Magdeburg (Postthetomie.j - Magdeburg (Grammatik. Schluß.^ Krotoschin (Real-Encyclopädie d. Judenth.s Korrespondenz: Die Israeliten - Gemeinde zu Groß - Kanischa in Ungarn. (Fortsetzung.) Leitende Artikel. Magdeburg, den 7. Mai. Neben den vielen feindlichen Elementen, die das Ju-. denthmu und seine Bekenner zu bekämpfen hatten, neben den vielen Unbillen, die sie trafen und treffen, ist auch die Eifersucht hervorzuheben, welche bei anderen Glaubeusgenossenschaften gegen den kleinen Kreis des Judenthums zu finden. Wie die Existenz des Judenthums überhaupt, so erregte auch jedes äußere Zeichen, jedes Kundgeben feiner Existenz eine leidige Eifersucht. Ich meine nicht bloß,, daß man die Synagogen hinter Mauern verwies, jedes äußere Kennzeichen ihnen versagte, es ist dies etwas, was die herrschende Kirche gegen jede andere überall erwirkt; sondern daß man alles geistliche Wesen ohne Anerkenntniß haben wollte, daß man bis auf Namen, Gewand, zufällige Bezeichnungen einen breiten Graben um das bloß geduldete Judenthnm zog. Das Einzige, womit der Jude würdig dem cntgegentrete» kann, ist — als kleinlich das ohne Beachtung, ohne Auflehnung, ohne die geringste Beschwerdeführung aufgebcn und liegen lassen, was doch nichts Wesenhaftes ist. Glaubet es mir^ meine Brüder, insonders meine jüngeren Amtsbrüder, der Jude kann nur gewinnen, wenn er sich zurückgezogen hält, er wird nur gesucht, wenn er sich suchen läßt. Das geringste Hervortreten, oder gar Hervordrängen, und man wirft den Stein der Verhöhnung auf Dich. Natürlich, es ist hier nur vom kleinen gesellschaftlichen Leben, vom Zeremoniösen und von lokaler Oeffentlichkeit die Rede. Da, wo es ein Wesenhaftes der Religion und Religionsgenoffenschaft gilt, kann die Handlungsweise nicht kräftig, nicht energisch genug sein. Der Jude, insonders der jüdische Geistliche nimmt dadurch die Stellung eines verschanzten Lagers ein, in welchem er wohl verwahrt ist. Verläßt er Dieses — nun, so giebt er dem Feinde Blößen, die einen Angriff leicht zur Folge haben. Diese. Eifersucht begleitet den Juden auch auf das Gebiet der Wissenschaft, namentlich der theologischen Wissenschaft und ihrer Hülfswisscnfchaften. In den anderen Künsten und Wissenschaften ist bloß der Jude anstößig, in der Theologie Jude und Judenthnm. Es grenzt an's Lächerliche, wie in Deutschland alle. Arbeiten, alle Erfolge in Exegese, Lexikographie, Grammatik, Kritik ff./ welche jüdische Gelehrte erlangt haben, ignorirt werden. Geschähe Dieses Einem und wieder Einem, so könnte es