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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-13 · Heft 19 (13.5.1843) · p. Seite 282

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 19 (13.5.1843)
Date
1843-05-13
Page
Seite 282 (sequence 6)
Language
German
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282 Aus Preußen, 28. April. . (Privatnritth.) Es sind an fast alle größeren Gemeinden von Seiten der königl. Regierungen Fragen zur Beantwortung erlassen worden, aber noch ganz andere als die in vor. No. mitgetheilten, namentlich solche, die vielmehr auf die faktischen Zustände eingehen. Die Mittheilung aller dieser Aktenstücke würde nicht weiter interessiren. Berlin, 26. April. (B. Z.) Von dem hiesigen jüdischen Waisen-Erziehungs-Jnstitut ist so eben der zehnte Jahresbericht erschienen. Diese Anstalt liefert überaus erfreuliche Resultate, und die kräftige Theilnahme, welche sie bei den Glaubensgenossen der Kinder findet, verdient musterhaft genannt zu werden. Der Gründer, Herr B. Auerbach, sieht sich bereits im Stande, die demnächstige Eröffnung auch eines Mädchen-Waisenhauses anzuzeigen, dem wir einen gleichen Erfolg wie dem Knaben-Waisenhause von ganzem Herzen wünschen. Was das letztere betrifft, so sind bis jetzt 31 Waisenknaben in demselben erzogen und mit allen ihren Bedürfnissen versehen worden. Der Aufwand hiefür betrug in den 10 Jahren des Bestehens der Anstalt 15,123 Lhlr. 1 Sgr. Wenn dies den Fond der Anstalt erschöpft hatte, so dürfte es um so weniger Wunder nehmen, als sie mit nichts angefangen; allein statt dessen besitzt sie bereüs ein unantastbares Vermögen von 24,535. Lhlr. I Die Einnahme im Jahr 1842 — April 1843 betrug 5009 Thlr. 14 Sgr. 6 Pf. und haben die Ausgaben reichlich gedeckt. Die Chronik des Instituts enthalt.u. a. eine Aufzählung der in ihr gefeierten Tage. Wir erlauben uns die Bemerkung, daß wir die Zahl derselben etwas groß finden; die Veranlassung dieser sogenannten Jahrzeiten scheint der Art, daß im Verlauf der Jahre die Anstalt so viel Jahrzeiten zu feiern haben dürfte, als Tage im Jahre sind, da sie jetzt schon etliche fünfzig hat/ In einer Schule möchte dies hald mit dem Fortgänge deS Unterrichts kvllidiren. — Die Stiftungsfeier des Instituts findet am 2. k. M. Abends im Hörsaal der jüdischen Gemeinde-Knabenschule, Rosenstraße No. 12., statt. . .... Großbritannien. London, 21. April. (Privatminh.) Wir können nicht ermangeln, unsere Leser auf den Verlust eines Mannes aufmerksam zu machen, der ein Freund und Beschützer auch des Judenthums war wahrend seiner ganzen Lebenszeit. Gegen halb 1 Uhr Mittags ist heute Se. Königl. Hoheit der Herzog von Sussex, Oheim Ihrer Majestät der Königin, nach zurückgelegtem siebzigsten Lebensjahre verstorben. In diesen Blättern hatten wir häufig genug Gelegenheit, seiner als eines Förderers der Emanzipation der Israeliten zu erwähnen. Doch blieb es bei ihm nicht beim Wortes,, sondern ward zur That. So! war er Protektor des jüdischen Spitals in London, j so war vr. Löwe als Bibliothekar für orientalische i Literatur bei ihm 'angestellt. Ein Englisches Blatt! sagt von ihm: „Die Parlaments-Reform, die Emanzipation der Katholiken, die Verminderung der Staats-Ausgaben und die Handelsfreiheit fanden an ihm einen warmen Vertheidiger. Er sprach fließend, besaß sehr gründliche Kenntnisse von den öffentlichen Angelegenheiten, und erlangte sowol im Oberhause, wie im Volke, nicht unbedeutenden Einfluß. Dessenungeachtet war das Parlament nicht die Hauptbühne seiner Thätigkeit. Mehr als vierzig Jahre hindurch hat der Herzog von Sussex sich besonders der Beförderung alles desjenigen, was zur Veredlung der Menschheit dient, der Unterstützung aller wohlthätigen Anstalten und der Ausbreitung des Gebiets der Aufklärung und der Wahrheit gewidmet. Wie, sowol öffentlich als im Stillen, der Herzog sich der Sache der Wittwen und' Waisen, der leidenden Menschheit, überhaupt, ohne Unterschied der Nation und des Glaubens, angenommen hat, wird nicht leicht aus der Erinnerung vertilgt werden." *) Wir erinnern. $. B. an das Schreiben des Verstorbenen an den Herrn David Salomons, als dieser Sheriff geworden. Israel. Pred. und Schul-Mag. II. i S. 371. . Redakt.

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