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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-06 · Heft 18 (6.5.1843) · p. Seite 275

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 18 (6.5.1843)
Date
1843-05-06
Page
Seite 275 (sequence 11)
Language
German
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275 Monat jo wol in den nöthigen wissenschaftlichen Lehrgegenständen, als auch in weiblichen Händarbeiten befriedigenden Unterricht erhalten, werde. Dieser Aufruf fand vollen Anklang, und drei Monate nach diesem, am 1. Mai 1840, wurde die Mädchenschule neuerdings eröffnet und in gehörigen Gang gebracht. Die Gemeinde hat sie von nun an als eignes Kind adoptirt, sie mit der Knabenschule betreff der wissenschaftlichen Lehrfächer unter gleiche Aufsicht und Leitung gestellt, und gewährt ihr auch von jetzt ab, gleiche Protektion und Unterstützung. Die Schule befand und befindet sich auch noch gegenwärtig" in einem gemietheten, sehr beengtem Lokale. Auf eine desfallsige, unlängstige Vorstellung von Seite des Schuldirektoriums bei den Gemeindevorstehern , unter denen schon seit mehren Jahren Herr Wilhelm Straffer sehr würdig das Präsidium einnimmt, wurde der Bau eines eignen Mädchenschulgebäudes auf Gemekndekosten bewilliget, und hierzu sofort eine Kommission, bestehend aus den sehr ehrenwerthen Kommunegliedern Herrn Israel Benzion, Hrn. Gottlieb Mayer und S. Tachauer ernannt. Mit dem kommenden Frühjahre wird das Gebäude vollendet dastehn, und die Anstalt hierdurch ungemein an Aufschwung und Bestand gewinnen. Die Anstalt zählt gegenwärtig schon über^ hundert Schülerinnen, .nnter welchen auch mehre christlichen Glaubens sind.. In den wissenschaftlichen Lehrfächern, erhalten sie Unterricht von Hrn. Heinrich Moses, dem ein Individuum für die Elemmtargegenstände, vorzüglich für den Unterricht im Ungarischen beigeordnet ist. In den weiblichen Handarbeiten wird Unterweisung von zwei Lehrerinnen, einer israelitischen und einer christlichen ertheitt. In Beziehung letzterer Lehrfächer steht die Schule unter der Leitung und Aufsicht der sehr umsichtigen und sehr ehrenwerthen. Frauen Cäcilie Tachauer, Rosalie Lakanbacher, Katharine Löwenstein und Babette Straffer. Die Leistungen der Lehrer und Lehrerinnen sind sehr befriedigend und allgemein anerkannt, und findet das Lehrperfonal in d'ieser Anerkennung den schönsten! Lohn,^ und)..Knnk>^,.und^ die. größte Anspornung zur ferMrii^ekfriM^^aNgW'^ Außer diesen beiden öffentlichen Jugendlehrinstitüten tragen, noch hier sieben Privatlehrer, von den der größere Theil sehr gebildete Männer sind, zur' Förderung der Jugend- und unvermerkt auch zur anderweitigen Bildung beträchtlich bei. Die Vorsteher sahen indessen ein, daß mit dieser wohlbedachten Fürsorge für zeitgemäße Erziehung und Bildung der. Jugend beider Geschlechter ihr Werk, eine durchgreifende Reform für Jung und Alt herbeizuführen, nicht vollendet sein, und in so lange unvollendet bleiben werde, in so lange der Gottestempel mit dem Ausflüsse seiner Belehrungen von der Kanzel herab nicht einen mächtigem Einfluß auf Gemüth und Geist bei Jung und Alt übt. Darum glaubten sich die Vorsteher bemüßiget, ihren bisherigen, provisorischen Rabbinats- und Kanzelverweser, Hrn. Löwy, dessen Anstellungszeit mit Ende 1839 zu Ende gewesen war, zu entlassen. Die Entlassung geschah auf eine beide' Parteien sehr ehrende Weise, darum sie andern Gemeinden, fanden sie sich in gleichem Falle,- zum Vorbilde anempfohlen zu werden werth ist. Die Gemeinde hat nämlich ihren Ex-Rabbinen, ungeachtet dessen Anstellungsfrist gänzlich abgelaufen war, als rnö3., für drei fernere Jahre den vollen Gehalt ausbezahlt, und durch diese Summe ihn in Stand gesetzt sich zum Jünger des Merkur — wozu er schon im priesterlichen Gewände und Stande, ein Gelüsten, und gelegentlich auch Qualifikation bezeugte— zu weihen. Die neue Wahl traf, wie bereits bekannt, Hrn. Leopold Löw, und ist diese ganz so, wie sie die Gemeinde gewünscht) ausgefallen^^und charum auch ^eine sehr glück-' liche zu nennen; denn abgesehr?, daß Herr Löw alle die hohen Eigenschaften, die heute große wie' kleine' Gemeinden von ihrem geistlichen Personale wenn auch ein wenig zu überspannt anfordern, in einem hohen Drade in sich vereinigt,, besitzt er auch noch die nicht minder wichtige und nothwendige Eigenschaft eines festen Charakters^. ei- > nes Charakters, . der in der Erfüllung und Ausübung seines Berufes, wie in seinem sonstigen Thun oder Nichtthun mit klarer Besonnenheit stets eine entschieden einheitliche und bestimmte Richtung verfolgt, und unverwandt nach deren Erzielung strebt. —1 Wenn nirgends ,, wol aber'da, nämlich bei der Wahl eines Rabbinen, dürfte.die.sonst sehr beachtenswerthe Regel: „In uWK(hei/^AUom.Di^^ghldne Mittelstraße zu g e h n " eine volle Ausnahme. erleidendenn wol nirgends stellen sich die .'Folgen so schnell .und ~ so sichtlich nachtheilig heraus, als bei einer' getroffenen Rabbinenwaht aus jener Aspiranten-Zahl,. die ein 'Mittelding zwischen der alten . Und neuen Rabhinenbildüng-Korstelten. — In der Regel sind sie auch großentheils vom

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