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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-06 · Heft 18 (6.5.1843) · p. Seite 272

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 18 (6.5.1843)
Date
1843-05-06
Page
Seite 272 (sequence 8)
Language
German
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272 bam) an den Sultan Saladin. Ein Beitrag zur Geschichte der Medizin ff. von Di. D. Winternitz. Wien, 1843. Von diesem Sendschreiben existirt das arabische Original Ln der Bibl. zu Oxford, eine gediegene hebräische Version in der Bibl. des R. Oppenheim, deren Abdruck im Lerem ekemeä 1838, latein. in der k. k. Hofbibliothek. Die vorliegende, erste deutsche Uebersetzung ist vortrefflich, und durch zahlreiche Bemerkungen und Erklärungen der obsoleten Heilstoffe bereichert. Gewiß wahr ist der Ausspruch der Herren Di-. W. am Schluffe der Vorrede: Es ist hiermit „dem gebildeten Leser jedes Standes eine interessante Lektüre, dem Philosophen und denkenden- Arzte zum Nachdenken anregender Stoff, vor Allem aber dem Forscher der Medizin. Literaturgeschichte ein willkommner Beitrag zur Geschichte der arabischen Medizin" übergeben. Um unsern Lesern > den trefflichen medizinischen Standpunkt unsres in jeder Weise großen Rambam deutlich zu machen, führen wir hier einige seiner Aussprüche an. Z. B.'aus dem zweiten Abschnitt: „Ist man im Stande, den Kranken durch strenges Regimen zu heilen, so unterlasse man jedes Medikament; kann man aber ein solches nicht entbehren, so verordne man Medikamente aus dem Bereiche der Diätetik oder Nahrungsmittel; reichen diese nicht aus, so nehme man seine Zuflucht zu den leichten Medikamenten; versagen auch diese, so gehe man zu den stärkeren über, und so progressive zu den stärksten." Ferner: „Was man vermittelst eines einfachen Mittels auscichten kann, soll man durch kein zusammengesetztes erstreben wollen. Ist aber ein Compositum unvermeidlich, so wähle man zum wenigsten ein solches, das so wenig als möglich zusammengesetzt ist, und nur im äußersten Nothfalle greife man nach Mitteln von größerer Zusammensetzung." Nicht weniger im vierten Abschnitt: „Der ist der vollendete Arzt, der da weiß, wo Zaudern ohne ärztliches Einwirken ersprießlicher ist, als Wirken, und wo in schweren Fällen es weise ist, die Natur zu unterstützen, ohne sie zu beirren und vom rechten Wege abzulenken." Aeußerst trefflich spricht Ramb. über die Einwirkung der Affekte, über Bewegung, Luft ff. Kurz, man lernt hier abermals den großen Genius bewundern, der auf so vielen entlegenen Gebieten gleich umfassend war. Magdeburg, 19. (Privatmitth.) sSchulbücher.) Biblische Geschichte für Kinder von sechs bis neun Jahren von Emanuel Hecht, Lehrer. Fulda, 1842. Auf 40 Seiten die biblischen Geschichten für das kindliche Alter höchst angemessen und lebhaft erzählt. Sehr empfehlenswerth. - . 9ßavi$. Vor. einiger Zeit, ist das fünfte Heft eines großen Prachtwerks l’Espagne artistique et monumentale, erschienen, in welchem das erste Blatt ist: „die große Synagoge .in Toledo, gegenwärtig zur Kirche U. L. F. del Transits eingerichtet, km maurischen Style verziert und mit hebräischen Inschriften in den Gesimsen." Magdeburg, im* April. (Privatmitth.) Unter der Presse befindet sich eine Sammlung der Dichtungen in metrischer und prosaischer Form des Redakteurs dieser Zeitung. Sie wird in zwei Banden unter dem Titel „Saron" erscheinen. G e f ch i ch t e. Geschichtliche Anekdoten. (Schluß.) Folgende zwei Beispiele mögen uns zeigen, wie auch Christen enthusiastische Juden werden, und dies mit dem Leben bezahlen konnten. Ein Abentheurer, Namens Jean Fontauier, zu Montpellier gebürtig, der mehre Male seine Religion gewechselt, ward zuletzt Jude, und wagte es, in Paris öffentlich das Judenthum zu predigen. Er wurde hier mitten unter seinen Zuhörern arretirt, als er eben die Worte sprach: „das Herz zittert mir, die Feder entfällt meiner Hand." Er wurde am 10. Dezember 1621, mit seinem Buche „der unschätzbare Schatz," lebendig verbrannt. — Um dieselbe Zeit fand einChrist, Namens Nicolas Anthoine, bei der Forschung im Alten und Neuen Testament, Schwierigkeiten im letztern, die ihm unauflösbar schienen, und nahm den mosaischen Glauben an. Er bekannte sich hierzu in Metz, und verlangte, zur Synagoge zugelaffen zu werden. Aber der Rabbine Saul Juda fürchtete die Folgen,

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