Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 16 (22.5.1843)
- Date
- 1843-05-22
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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2 sten äußerer Vortheile heute eine Meinung an, die er gestern fallen ließ, um sie morgen wieder wegzuwerfen; oder meint er etwa, daß ein Mann, der auf der zu Prag gebildet, schon zu 17 Jahr die von btet Vbö. biSptm .S gehabt, "inrrbi -r-ipb btfn na*»«*»» SjÄhtt*’ msrian bü 'anih /l-m2 rvnribi a-i i5*'kvn3 u. s. w., der im eifrigen Erforschen der Wahrheit, und im Studium des göttlichen Gesetzes ergrauet, der so nahe dem Ziele, leichtsinnig und nicht nach reiflichster Ueberlegung, nach innigster Ueberzeugung in Allem rede und handle? Doch daß dies der Fall, liegt zu klar am Tage, als daß ich noch weiter darüber sprechen sollte. Viele recht fromme Juden sind dem Beispiele ihres greisen Gotteslehrers gefolgt, und auch in England ist der zweite Tag ti'i abgeschafft; oder ist dies etwa auch auf Befehl des Narren Hellwktz geschehen? Zeugen außerdem nicht die mannigfachsten Aeußerungen und Handlungen meines Großvaters auf's evidenteste, daß es ihm in Wahrheit nur um die gute Sache zu thun, daß er eine zeitgemäße. Reform des Judenthums sehnlichst herbeiwünsche und selbst durch die That zu bewerkstelligen suche? Anerkennt dies nicht Jeder? Oder verbreitet er etwa' in seinem Kreise so wahre und reine Religion, ■ hat er in seiner. Gemeinde Schule und Gottesdienst auf so merkwürdige Weise gehoben, hat er wegen feines edlen Strebens schon so viele Anfeindungen erlitten, fördert er so nach Kräften die Zwecke des Haindorf'schen Instituts in Münster (s. den letzten Jahresbericht des Vereins S. 6.), hat er im hohen Alter eine beschwerliche Reise zur Rabbinerconferenz in Wiesbaden (Geiger's Ztschr. III. Band) unternommen, hat er zur Abschaffung der Trauergebrauche (das. IV. S. 354.), seine Zustimmung gegeben, hat. er sich für das Hamburger Gebetbuch und durchaus entschieden für unfern Geiger erklärt, that und thut er. als Greis dieses Alles , chloß weil es der Narre Hellwitz befohlen und befiehlt? oder, war und ist es innige, reine Ueberzeugung, für die er leibt und lebt und für die er zu. sterben jeden Augenblick bereit ist? —- Ich kann fest behaupten, daß die Amtsführung meines Großvaters in allen ihren Theilen ganz und gar unabhängig geschieht, und dies durch Tausende von Beispielen hinlänglich darthun. Doch wozu suche ich zu beweisen, was keinem Zweifel unterworfen? wozu suche ich einen Menschen zu widerlegen, der kein Recht, der nur schimpfen und Loben Trier am 5ten April 1843. kennt, der es sich ersichtlich zur Aufgabe gemacht hat. Jeden zu schmälern,, alles und jedes Verdienst zu verkleinern, Alle, selbst die Anerkanntesten herabzusetzen, der alle Fehler sieht, und die eignen zahllosen nicht, dem Alles feil ist, wenn er nur seinen Aergec auslassen kann und nebenbei auch noch ein Vortheilchen zu erwischen hofft? (Man sehe, nur seine Aeußerung. über die Facultatsangelegenheit. Orient No. 7. S. 50). Das Publicum weiß ja zur Genüge, mit wem dasselbe hier zu thun hat, welche die Beweggründe seines Benehmens sind; doch soll es einen noch deutlicheren Begriff von der Moralität des Hrn. Fürst bekommen und darum will ich hier bloß anführen, daß derselbe sich im Dec. 1840 an meinen Großvater um Verbreitung seines Blattes und um Einsendung von Mittheilungen und literarischen Notizen gewandt, und dabei bemerkt, er freue sich außerordentlich,, mit einer so edlen Familie, wie die unsrige — Hr. Fürst drückt sich selbst so aus— in Verbindung getreten zu sein!— Also denkt, also handelt der. Redacteur des Orients, der hochgelahrte Herr Dr. Julius Fürst, im Widerspruche mit sich selbst. So feil ist er, so inconsequent, daß er vor zwei Jahren sich zu einer jäheren Bekanntschaft mit den Meinigen gratulirt, und jetzt das Haupt und die Krone jener „edeln Familie" beschimpfen will, jetzt den Mann angreift, den er früher zur Correspondenz aufgefordert, jetzt ohne alle Veranlassung einen Greis krankt, der, wegen seines hohen Alters wenigstens die möglichste Schonung verdient. — Dem Leser überlasse ich es, den Character eines Menschen zu beurtheilen, der wegen seiner falschen Berichte von allen Seiten schon so oft Lügen gestraft worden. Der Herr Doctor wird mir übrigens auch auf diese Widerlegung Nichts erwidern, weil er's nicht kann: aber zu schmähen und zu schimpfen wird er unabläßig fortfahren; das bin ich gewiß, denn: „Stampfest du auch den Narren in der Stampfe,, unter den Graupen mit der Keule, weicht nicht von ihm seine Narrheit" sagt der Weiseste.. ' v , Wenn nun endlich auch der Herr Obervorsteher Hellwitz zu Soest, im Bewußtsein seines Werthes erhaben ist über solch' gehässige, gemeine Insinuationen, so bleibt es dennoch immerhin sehr wünschenswetth und wird es hoffentlich wohl geschehen, daß auch er diesen Polterer auf gesetzlichem Wege gehörig zur Ruhe bringen-lasse. Salorrron Friedländer. Student. Druck von B. Hirfchfeld.