Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-25 · Heft 12 (25.3.1843) · p. Seite 191

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 12 (25.3.1843)
Date
1843-03-25
Page
Seite 191 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225281-3225294--05103-3235735
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

191 auf eine ßinlabung des Kaisers nicht zögern, mich nach Rußland zu begeben. Advokat und Deputirter, lassen mich die Barre und die Kammer nur in den Monaten September* und Oktober frei; aber wenn es mir unmöglich ist, die Kammer zu verlassen, wo mich die Interessen meines Vaterlandes ftsthalten, werde ich nicht' zögern, mich von der Barre zu entfernen, wo mich nur meine Privatintereffen zurückhalten. Das Ende Iuni's wird der Schluß der Session sein, ich würde in den ersten Lagen Iuli's abreisen." Dies, m. H., habe ich Herrn Lll. den 4. Nov. v. I. geschrieben, seitdem bin ich ohne Nachricht von ihm. Ich kann Ihnen nicht sagen, welches der Entschluß des Sir Moses Montesiore ist. Sir Moses, dessen Vermögen unermeßlich ist, ist weder durch öffentliche Funktionen, noch durch die Forderungen eines beftimm- . ten Standes (x,rok688ioo), noch durch Familie zurückgeyalten, er hat demnach all die Freiheit, die mir mangelt. Sie sehen, was mich betrifft, ich bin bereit meine Beschäftigungen als Advokat zu verlassen, um das zu erfüllen, was ich als eine theure Pflicht betrachte. Ich muß aber nur einerseits die offizielle Gewißheit haben, daß der Kaiser meine Reise gern sehen würde, andrerseits wissen, daß meine Ankunft im Monat Juli mit den zur Gründung der Schulen getroffenen Dispositionen sich verträgt. Wie dem auch sei, meine Herren und theure < Glaubensgenossen, Niemand in der Welt richtet zum Himmel innigere Wünsche für das Glück meiner Brüder im Gesetze Mosis, und da ihre Emanzipation großen Lheils von dem Unterricht abhängt, welchen ihre ersten Jahre empfangen"), so werden Sie einsehen, wie sehr ich die Schöpfung Ihrer Schulen und deren Gedeihen wünsche. Der Kaiser Nikolaus wird eine große und glorreiche Stelle in der Geschichte der Zivilisation einnehmen, mögen Ihre Kinder seiner unermeßlichen Wohlthat entsprechen!. Genehmigen Sie ff. Ad. Crernieux, Advokat, Deputirter, Vizepräsident des isr. Zentral-Konsistorium. *) Mit Verlaub des hochverehrten Mannes, das ist nicht wichtig, sagen wir deutsche Israeliten wenigstens. Redakt. ' ' Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1^ Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. ' Die Verlagshandlun.g. So eben ist bei F. Eßmann trt Minden erschienen und in allen Buchhandlungen Deutschlands-, Rußlands, Frankreich und Englands za haben: Ueber die Möglichkeit der Inden - Emanzipation im christlich germauischcn Staate von H. E. Marcard. geh. 11 z Ngr. (9 gGr.) Der Verfasser hat seinen Gegenstand aus den durch den Titel angedeuteten Gesichtspunkten mit eben so viel Leichtigkeit und Witz als Gründlichkeit und Entschiedenheit behandelt, und das Werk wird, je nach den verschiedenen Ansichten angenehm oder ärgerlich wirken, jedenfalls aber anregen. Einladung zur Subscription eine neue Ausgabe des rühmlichst bekannten Werkes n.1« a n Menoratfi hammaor. Nebst einer dem Texte beigefügten, leicht faßlichen deutschen Uebersetzung von N. I. Fürstenthal. Der Nevoralb Hammaor, von Rabbi Jizchak Aboha, 1470 zuerst erschienen, hat durch unzählige Auflagen seine Vortrefflichkeit bewährt. Im vorigen Jahrhundert wurde er durch die Hinzufügung einer, jüdisch - deutschen Uebersetzung ein ErbauungSbnch, welches fast in keinem frommen jüdischen Hause fehlte. Vieles aber ist natürlich in die reiche Kette von Talmud- und Midrasch-SteLen, welche das Moralfystem dieses Buches umschließt, ausgenommen worden, was wohl zu jener Feit brauchbar in der Anwendung auf den frommen Sinn war, mit unserer Anschauungsweise aber sich nicht befreunden kann. Auch ist die alte jüdisch-deutsche Uebersetzung unverständlich, sogar Orthographie und Typik unseren Männern und Frauen unzugänglich geworden.— Wenn nun der Text unverändert beibehalten werden mußte, so war doch die deutsche Uebersetzung den Anforderungen unseres modernen Geschmackes genügend zu machen und die Wahl der Stücke mit Sorgfalt und Umsicht zu treffen. Für Beides hat Hr. Für st ent hat, der rühmlichst bekannte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.