Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 12 (25.3.1843)
- Date
- 1843-03-25
- Page
- Seite 184 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3225281-3225294--05096-3235728- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
184 schon viele vom Beitritt abgehalten, da man von Betbrüdern Nichts hören möge. — Die Populationstabellen unserer Stadt ergeben für 1842: eheliche Geburten 4216, worunter portugiesisch-jüdische 11, deutsch-jüdische 219; uneheliche Geburten 685, worunter jüdische 4;' zusammen 234 jüdische Geburten auf 4901. Todesfälle 5658, worunter portugiesich-jüdische 1, deutsch-jüdische 200. Kopulationen 1530, worunter jüdische 58, deren 48 durch Herrn Geists. Beamten Bernays, 3 durch Herrn Klausrabbiner. Dreyfuß, 3 durch Herrn Dr. Salomon, 2 durch Herrn Dn Frankfurter eingesegnet wurden, und 2 aufgeboten, aber noch nicht vollzogen sind. % Jährlich erscheint hier fast dasselbe Verhältniß: Geburten' Ty, Todesfälle TV, Ehen TV. Die, unbedeutende Zahl der unehelichen Geburten ist indeß um einiges zu erhöhen, weil die Jüdinnen, insbesondere aus der dienenden Klaffe, die in den Fall kommen, gewöhnlich außer der Stadt gebären, oder die Geburten bei der jüdischen Registratur nicht angeben', oder auch die Kinder bei den christlichen Pflegealtern taufen lassen. Ueberdieß verdienen die meisten unehelichen Geburten unter den christlichen Gemeinden, weil sie nämlich aus sogenannten wilden Ehen entsprossen, diesen Namen nur so halb und halb, und werden großentheils von den Vätern anerkannt. — Eine neue Art von Aristokratismus hat sich Ln unserer Nachbarstadt hervorgethan. Während nämlich andere Leute nicht unter 24 Stunden nach dem Verscheiden beerdigt werden dürfen, übergiebt man verstorbene Rabbinerinnen schon nach sechs Stunden dem Schooß der Erde. Solche Bevorzugungen dürften vielleicht den jungen Damen besondere Neigung für geistliche Ehestandskandidaten einflößen. Die neuliche anonyme Anfrage an die Redaktion unsers Gesangbuchs hat Befremden erregt: diese Wißbegierde kann sehr wohl durch Privatbriefe befriedigt werden. .Dresden, 12. März. (Privatmitth.) Da wir in unserem leitenden Artikel die Verhandlungen ausführlich geben, so stellen.wir hier nur die letzten Resultate zusammen: im fünften Punkte, der voraus genommen wurde, war das Deputationsgutachten mit 38 gegen 21 Stimmen abgelehnt; im dritten Punkte würde das Deputationsgutachten mit 39 gegen 19 Stimmen u n g e n o m m e n. Der vierte Punkt, die Aufhebung: des Verbots der Annahme christlicher Lehrlinge, wurde nach dem D.epl^Äionsgutachten gegen lO Stimmen abgelehnt^Jm sechsten Punkte wurde der Antrag des Abg. Müller, daß die Juden außer ein em Grundstück auch noch ein Gartengrundstück-besitzen dürfen mit 35 gegen-28 Stimmen angenommen und die notwendige Besitzzeit auf ssünf Jahre mit 33 gegen 30 Stimmen herabgesetzt. (NB.) In Bezug auf den in vor. Nummer aus der L. A. Z. erwähnten Umstand, daß lein Jude in Dr. ein Ausschnittgeschäst unter-der Firma eines Heruntergekommenen Christen etablirt habe, enthält No. 63 der L. A. Z. eine ausführliche, widerlegende Erwiderung.) Dresden, IO. März. (Privatmitth.) Unser Herr Oberrabbiner Dr. Frankel, der uns nun hoffentlich nicht verlassen wird, hat in einer am Sabbat Pekude. in der hiesigen Synagoge gehaltenen sehr ergreifenden und inhaltreichen Predigt über den Text Ps. 9i, 15 die jüngsten Verhandlungen in der zweiten Kammer auf eine meistervolle Weise benutzt, sowol um der Gemeinde erhebenden Trost zuzurufen, daß nicht alle ihre Wunsche in Erfüllung gingen, als auch um einerseits jene Lästerer, die von ihrer Höhe herab sich erdreisteten gegen Juden und Judenthum zu sprechen, in ihrer wahren Blöße darzustellen und andrerseits den Edlen uyd-Biedren, die offen und frei in die Schranken traten, um Jsrael's Rechte zu erkämpfen, den ewigen Himmelslohn zu verkünden. Auf mehrseitiges Verlangen wurde ein Abdruck dieser Predigt veranstaltet und wird solche zum Besten der voigtländ. Armen verkauft. — Sowol Vortrag als Ausführung jener Predigt ist vollkommen gelungen zu nennen und wird solche gewiß ihre Wirkung nicht verfehlen. Frankfurt am Main, 5. Marz. (Privatmitth..) Die in No. 9 dieser Blätter von hier datirte Privatmiltheilung ist dahin zu berichtigen, daß nicht der Senat sondern das hiesige Sanitäts-Amt in Betreff der Beschneidung einGesetz erlassen, worin ein Passus vorkommt, der durch zweideutige Fassung zu der Meinung geführt, daß die bisher bestandene Alternative — entweder Beschneidung oder Taufe —