Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-25 · Heft 12 (25.3.1843) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 12 (25.3.1843)
Date
1843-03-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225281-3225294--05085-3235717
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

No. IS VII. Jahrgang. :V Allgemeine <55R uupartheiisches Orga» Redacteur: L»!'. Ludwig Philippson, Rabbiner zu Magdeburg. Ein für alles jüdische Interesse. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Soncession.) Leipzig, den 25. März 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 86 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigr mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 13 gGr.) für sechs Monate — 22 i Ngr. (18 g<8r.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächf. wohUöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel : Die Verhandlungen der zweiten sächsischen Kammer. Zeitungsnachrichten: Palästina: Frankfurt am Main ' (Fortsetzung.) Deutschland: Walldorf bei S. Meiningen, Hamburg, Dresden, Dresden, Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Dresden, Stuttgart. Preußen: * Berlins Oesterreich: Aus Ungarn (Schluß). Großbritannien:- London. Rußland und Polen: St. Petersburg-, ruff. poln. Grenze, Paris. Leitender Artikel. Magdeburg, den 12. März. Die Verhandlungen Ler zweiLen sächsischen Kammer. Die Verhandlungen der oben genannten Kammer sind seit geraumer Zeit die ersten ausführlichen deutscher Stände über unsre Angelegenheit wieder, und ziehen, wögen sie ausfallen, wie sie wollen, die Aufmerksamkeit nicht nach dem Maßsiabe der Zahl von Israeliten, die sie betreffen — es sind dies nur ca. 800 Seelen — sondern nach der Würde des Landes, in welchem sie geführt worden, auf sich. Sachsen, ein intelligenter deutscher Staat, der Sitz des deutschen Buchhandels, und somit Mittelpunkt der deutschen Literatur, das betriebsame Sachsen, dessen Lebensnerv Kommerz und Fabrik ist, eine Kammer, die so eben für Mündlichkeit und Oeffentlichkeit deS JustizwefenS eine fo entscheidende Stimme verlautbart hat: wie wird da über dir Juden abgeurtbeik? Dies muß ein Gegenstand des höchsten Interesses fein. Zwar erinnert man sich sofort, daß dies dasselbe Sachsen ist, in welchem sich Judengehäffigkeit, in welchem sich mittel-- alterliche Beurtheilung der Juden zu aller Zeit am heftigsten geäußert hat, wo die drückendsten Gesetze eine dau. ernde. Herrschaft gewonnen hatten, wo nur erst vor einigen Jahren die unabweisbaren Forderungen der Zeit, die unveränderlichen Rechte des Menschen in einigen Punkten für die Juden unter harten Kämpfen sich Gehör verschaffen konnten, ja, wo der Gesetzentwurf der Regierung von Seiten der Kammern noch bedeutender Reduzirüng unterzogen ward. Und dies fand denn vollständigen Nachklang in den schwebenden Verhandlungen; undjob sich auch herrliche, kräftige Männer theils für das Prinzip der bürgerlichen Gleichstellung, theils für einige Punkte der Realisirung furchtlos in schlagenden Worten ausfprachen: so sind doch so böse, verwerfende, aber Gott sei Dank! auch verwerfliche Urtheile gefällt, und die Resultate so beschränkt, und für die weiteren Instanzen noch so schwankend gemacht worden, daß es dem beurtheilenden Israeliten schwer werden muß, nicht bitter zu werden. Deutschland ist einmal das Land, wo die bürgerliche Gleichstellung sich nicht Raum schaffen will, wo ewige- Fortschritte nur mit unsäglicher Mühe gethan, und ebenso schnell wieder bereut werden, so daß man des. Erlangten nicht sicher ist über Nacht. Wie? sind die deutschen Juden die schlechtesten? Gewiß nicht, da gerade unter den deutschen Juden intellektuelle und soziale Kultur erwacht,, und zu schneller und dauernder Blüthe gekommen ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.