Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-02-25 · Heft 8 (25.2.1843) · p. Seite 119

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 8 (25.2.1843)
Date
1843-02-25
Page
Seite 119 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/3224737-3225281-3225290--05025-3235653
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

auf mich die „Töchter Israels^' inihrem eigenthümlichen ÄätiöMkostW.?'''Mnn./nHt'.nur' :fmg''-sich' mir an ibft, alteSage von. den"sä)önenpölmschen Jüdinnen', so wie überhaupt von Galiziens schönem Menschenschläge zu' bewähren; sondern das Natiönalkostüm der jüdischen Frauen (wir meinen der Verheiratheten, denn die Mädchen tragen sich 'fast alle deutsch), das gegenwärtig nur noch in ihrem Köpfpütz Spuren (aber sehr' wichtige Spuren) einer romantischen Vergangenheit' zürücktieß *); gewann für das schone Geschlecht eine eigne,' ich möchte sagen antiquarisch-interessante Seite mit ab. Ich sage „antiquarisch," dieses Wort könnte möglicherweise erinnern an einen bestaubtenBibtiotheken-Schatz, an eine ausgegrabene, kqu^seskrliche^dMeilige Inschrift, oder gar an ein antidiluvianischechpetrisizirtes Skelet eines gigantischen Saugethieres, doch glücklicher Weise assozirt sich für dieses Mal das Antiquarische mit frisch funkelnden Diamanten, Perlen und Edelsteinen, die auf einer kronartigen gewirkten mit schneeweißen, in sechs Räder mit so vielen Spitzen auslaufende)'-m'schwärzen "Sammet' eingefaßten, an der Rückseite mit den mannigfaltigsten, das Herz fesselnden Band ern und Bouquets und Blumengewinden von den beredtesten Farben,, versehenenKrone, 'wie die blühenden Diamanten im Felde der Fabel zerstreuet da liegen; und unter dieser Perlenfrone (in der Volkssprache Sternbindel, Sterntüchei) strahlt gewöhnlich ein junges, blühendes, an einen einzigen Gott und an die *) Es giebt zwar noch alte (siMet?), wenige mittelalterliche und in ganz kleinen Dorfstädtchen auch junge Frauen mit ihren weißen Musselinen, mit großen geblümten Kanten versehenen Schlepp-V ortüchern (woran sich gewöhnlich die verzärtelten Kinderchen in ihren Angstmomenten, besonders wenn,..e$ heißt: in Cheder, gehen! anklammern); — mit goldgestickten, nach großem Rezeptformat alter Medici wahrscheinlich ausgearbeiteten sogenannten B r u st r ü ch e r n; — mit ihren kegelförmigen hohlen Nessel-Körben auf dem' Hinterkopfe und einem dreifarbigen, breiten, quer um den Kopf gewickelten Streifens Ja m pe r k i s)., mit ihren abenteuerlichen knappansitzenden, schwarzen seidenen Schlafröcken (Jüpe's) wovon gewöhnlich' ein Aermel' zum imponirenden Staat oder als 'überflüssiges Möbel auf dem Rücken herumbau- Melk; es grebd deteM noch, sage ich; ^allein- Töchter Eva's von dieser Sorte (deren sittlichen Werthaber wir hier ganzaus' dem Spiele lassen) sind^ jetzt in, einigermaßen größer» Städtchen große Raritäten, wovon hier bei einem Reiseberichte über eine weibliche Volkstracht, die als sittliches Moment der Gesellschaft sich geltend macht, natürlich keine Notiz genommen werden kann.. - 6orr. einzige und. herrliche Keuschheit rechtgläubiges Gesichtchen hervor. — Eine solche Jdeenassoziation ist doch^ gewiß so alterthümlich^. abstößig, nichf. — In der That^ wenn man das antiquarische' ÄternÜn'del^ als Köpft)ütz'an jstch betrachtet und an dasselbe ohne, weitere soziale Relationen zu berücksichtigen, den ästhetischen .Maßstab anlegt,, fo fies het dieser jüdische Frauenkopfputz.(namentlich in. den größer» ' Städten-! unter der mobevnen -ssÜNgeM' Fran^vÄlt) nicht nur dem gewöhnlichen europäischen um nichts nach, sondern er übertrkfft gar oft diesen an Mannichfaltigkeit, Pracht und — Anziehungskraft^ Denn die beiden Kardinal-Faktoren der Schönheit,: Mannichfaltigkeit und Einheit, und der einzige Grundfaktor der Pracht: KoMarkeit und Glanz, sind gewiß nirgends', so sehr vereint und in oonereto dargestellt, als hier. — /. .t . " - : .. .(Fortsetzung folgt.) ' . Anzeiger.; Sn demselben werden Annoncen aller Art gegen i-J Ngt. (1 gGr.) Gebühren für^ die gespaltene Aeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen aufgenommen. , Die Verlagshandlung. Bei C. L. Fritz sch e irr Leipzig in Commission ist folgende Broschüre zu haben und durch jede solide Buchhandlung auf feste Rechnung zu beziehen: '■; '.N Y H - *T 11 3[ . . In 8. Preis o. 5 Ngr. . - . , . ' Dieses Schriftchen eines russischen wahrheitsliebenden Israeliten, welches die Mission des Dr. Qiiienifyai beleuchtet und die seligen wie unseligen Folgen derselben in der Form eines Sendschreibens an seine russischemBrüder erörtert und darstellt, wird wohl für diejenigen zu empfehlen überflüssig sein, die das Merkchen Magid Jeschuir (Verkünder des Heils) gelesen. rü ■ N'w IflDUl '311B NW-N 5i’ : ^pN ) 1U5hV ■ nö^x w'b» pn?,p . riN» '! Prag, 1843. Preis 20 Ngr. (1 fl. C. M.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.