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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-01-21 · Heft 3 (21.1.1843) · p. Seite 38

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 3 (21.1.1843)
Date
1843-01-21
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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38 Zeitungsnachrichten. Australien. New-Sydney. (V. of J.) Nach zehn Jahren sehnsüchtigen Harrens werden nun die,Wünsche der Bewohner Sydney's jüdischen Glaubens erfüllt, sie haben die Aussicht, bald einen Tempel zu besitzen, zur Anbetung des einigen Gottes ihrer Vater. Der Grundstein wurde am 19. April v. I. gelegt, und die Feier war angemessen; am Abend ward ein prächtiges Diner, von sechzig Unterzeichnern in der „Albion Lavern" gehalten. Der architektonische Styl ist ägyptisch und sehr imposant. Die Ornamente werden von polirtem Stein, das Dach von Schiefer. Es wird Sitze für 420 Personen enthalten, offene Bänke mit Rücklehnen. Am Westende eine Gallerie für die Frauen. Unmittelbar vor der Lade, auf einer Platform von vier Stufen wird der Sitz und die Tafel für Rabbiner und Vorbeter sein. Von Herrn I. Salomon in London ist ein prächtiger hebräischer Dekalog von Glas mit eingebrannten goldenen Buchstaben zum Geschenk gemacht worden. — Am Geburtstage der Königin giebt die Chebrah zu Sydney jährlich einen Ball. — Nach der offiziellen Zählung von 1841 lebten 856 Juden in 28 Grafschaften. Im Cumberland-Distrikt, wozu Sydney gehört, befanden sich 500 ungefähr in gutem Stande. Großbritannien. London, im Dezember. So eben kommen uns die Nummern 33—35 bei: Voice of Jacob zu (No. 31. 82. fehlen uns,) und entnehmen wir ihnen Folgendes. Ein Nekrolog des Oberrabb. Solomon Hirschel berichtet uns, daß derselbe 5522 (1761) dsn 10ten Schewat geboren war. Sein Vater, R. Hirsch Berliner, war damals Oberrabbiner der großen Synagoge in London, und wurde, als der Knabe vier Jahre alt war, Oberrabb., in Berlin. Seine Studien waren natürlich die rabbinischen, er entwickelte viel Talent, erwarb sich eine außerordentliche Gewandtheit im hebr. Style und gute mathematische Kenntnisse. Zu siebzehn Jahren verheirathet, wurde * er bald Rabbiner in Prenzlau, wo er neun Jahre 'lebte. Im vierzigsten Jahre wurde er nach London berufen, womit die andre, wichtigere Hälfte seines Lebens begann, da er einen großen Einfluß erlangte. Während seines Rabbinats, wuchs die deutsche Gemeinde aus der Unbedeutenheit so sehr hervor, indem sie an Zahl wie an Wichtigkeit eine der größten Europa's wurde; während seines Rabbinats, sank die Schranke zwischen der! deutschen und portugiesischen Gemeinde, und entstanden die pnL rm, die Freischule, und viele wohlthätige Anstalten. Daß sein moralischer Einfluß hierbei vielfach wirksam gewesen, läßt sich leicht vorausfetzen.. Die vielfache Beschäftigung, die er in seinem Amte fand/hinderte ihn freilich an den Bewegungen Theil zu nehmen, welche innerhalb des Rabbinettwesens des Kontinents statt fanden. Daß seine letzten Tage durch die Kultusreformen, welche eine jüngere Generation verlangte, getrübt wurden, ist bekannt. Vielleicht daß er in der Kraft des Mannesalters der Sache eine andere Wendung zu.geben verstanden hätte, noch dazu da vielfache Fasten in seiner Lebenszeit seine Gesundheit längst geschwächt hatten. Er starb am 31. Oktober 1842, zwei Monate fehlten am vollendeten 81sten Jahre. Er hatte vier Söhne und vier Töchter, von denen je zwei todt sind. Ein Sohn wohnt in Jerusalem. Seine Nachkommen bestehen in 28 Enkeln und 24 Urenkeln, die meisten zogen von ihm seinen Unterhalt; er hinterließ für sie.ungefähr 14000 Pfund, und eine große Bibliothek. R. Solomon hatte eine große Gestalt und ein durchdringendes Auge. Sein Begräbniß war prächtig. —. Herr Morris Jacob Raphall, Prediger an der Synagoge und Direktor der hebr. Schule zu Birmingham, hat den Doktortitel von der Universität zu Gießen kostenfrei erhalten. —. Daß die Wahl eines neuen Oberrabbinen die Londoner Gemeinden in Bewegung ssetzt, läßt sich voraussetzen, so wie auch, daß Einhelligkeit sehr schwierig ist. Die V. of J. giebt mehre Artikel „über die zukünftige geistliche Leitung unserer Gemeinden." In dem einen sucht sie die Vereinigung der verschiedenen Gemeinden zu einem geistlichen Verbände zu erzielen. Das Komito der großen Synagoge hat sofort folgende Beschlüsse vorgelegt:

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