Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1843)
- Date
- 1843-01-21
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
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S. Freund l Thlr., K. Freund 4 Thlr., P. Glaser 4 Thlr., A. Glass 4 Thlr., I. S. Hahn 1 Thlr., % Hahn 4 Thlr., P. Katschinsky 1 Thlr., M. Katschinsky 4 Thlr7, Mor. Katschinsky 1 Thlr., A. D. Knopf 12 Sgr.- H. Knopf 4 Thlr., H. Laband 2 Thlr., H. Löbinger 1 Thlr., E. Löbinger IThlr., S. Löbinger 4 Tblr., Mad. Lowe 4 Thlr., Herr Löwe 4 Thlr., M. Löwenthal 1 Thlr., L. Mosler 4 Thlr., S. Prager 1 Thlr. 3 Sgr. 4 Pf., W. Prager 1 Thlr., I. Panofsky 1 Thlr., 8. Ryschvfsky 4 Thlr., I. Rosenbaum 12 Sgr., N. I. Stern f Thlr., A. Stern 14 Thlr., I. Sachs 4 Thlr., A. Sachs 4 Thlr., M. Staub 4 Thlr., L. Schindler 4 Thlr., H. Schleier | Thlr., Treumann 4 Thlr., W. Zelniker 1 Thlr. —' Summa: 392 Thlr. 13 Sgr. 9 Pf. Magdeburg, den 8. Januar. ' Das Jahr 1842. (Schluß.) Auch im verflossenen Jahre wurde in Deutschland an der Stellung der Israeliten herumkurirt, Gesetze wurden vielfach auf's Papier gebracht, gesprochen noch mehr.^ aber die Frage in ihrer Wesenheit kaum' vorwärtsgebracht. Es ist . und bleibt ein unschlüssiges Wesen, eine hin und her züngelnde Waage, in bic der Zufall bald in diese, bald in jene Schale ein Körnlein Gewicht mehr legt. In Baden petitionnirten unsere Glaubensgenossen einmal wie- ' der umsonst, die Stände zeigten nicht einmal ein Interesse am Für und Wider, und gingen zur Tagesordnung über. In Baiern wurde das Gesetz, durch das die Inden von richterlichen und Verwaltungsämtern, ausgeschlossen sind, ausdrücklich auch auf das Mtlrtärwesen ausgedehnt. Die Stände von Hessen-Darmstadt, veranlaßt durch einen Lokalvorfall, ersuchten die Staatsregierung um Vorlage eines Gesetzentwurfes über das Staatsbürgerrecht der Israeliten. In Schaumburg-Lippe und in Anhalt-Bernburg gestaltete man die Eidesformel zeitgemäßer, und die hannöver'schen Stände verlangten'dies von der/k'öili'gl. Regierung. Endlich kam das Gesetz in Hannover nach zehnjährigen Debatten so zu Stande, daß unsre Glaubensgenossen eher verloren als gewonnen haben. Der König von Dänemark verlieh den Israeliten zu Altona das Stadtbürgerrecht, und hob Schützgeld' auf. Hamburg bequemte sich, den Erwerb von Grundeigenthum und die Wohnungsbefugniß auf alle Theile der Stadt auszudehnen. Nirgends aber war das Jahr bewegter, fieberhafter für die Inden als in Preußen, wo das Jahr erwartungsvoll begrüßt worden. Ein Gesetzentwurf war vor> Händen, in welchem sich ein Prinzip geltend machte, das von allen bisherigen Legislaturen verschieden war. Die Juden sollten wieder in eine gewisse Jsolirung. treten, durch Aufhebung der Militärpstichtigkeit, durch' streng gesondertes Korporationswesen, eigene Vertretung bei den Kommune«, eigene Schiedsrichter. Einhellig brachte dies unter unseren Glaubensgenossen vom Rhein bis zur Weichsel die lebhafteste Bestürzung hervor, einhellig wandten sie sich dagegen petitionirend an den königlichen Thron. Daraus entspannen sich lebhafte Debatten. Einerseits suchte man das Prinzip des fraglichen Gesetzesentwurfes zu vertheidigen, naukentlich auf statistischem- Wege den aus dem innigsten Selbstbewußtem des Lebens hervorquillenden Widerspruch der Juden zu beseitigen: gründliche Rachweisungen bezeugten dies als falsch. Andrerseits ließ der alte Judenhaß seine nimmerfehlende Koppel los: man begegnete diesen, und vergalt Biß mit Biß. — Dem Gesetzentwurf wurde nun ein werterer Jnstanzenzug: die Begutachtung der königl. Regierungeü, und, wie es heißt, die Provinziatstände. Letzteres stände noch zu erwarten. Aus dem großen österreichischen Kaiserstaate' haben wir nur die Aufhebung der Toleranztaxe für die ungarischen Jsraeliren zu vermerken, nachdem von diesen die rückständissen Reste durch eine Gesaiqmtsmume abgekauft worden. Was sonst das europäische Judenthum am Ende des vorigen Jahres lebhaft bewegte, ist im Laufe des verflossenen bürgerlichen Jahres zu einer gewissen Ruhe gekommen, nachdem sich die Streitkrafte erschöpft, die Meinungen ausgesprochen hatten. In London besteht die neue Synagoge, .in Hamburg der Tempel ruhig fort, erstere hat die Einweihung längst abgehalten, letzterer sich ein neues Gebäude gegründet. In Breslau entstand in mitten des Jahres ein erbitterter Kampf, und der Vorstand entfernte den Oberrabbinen Tiktin. Inwieweit die richterliche Behörde eine Aenherung in dieser'Maßnahme entscheiden werde oder nicht, muß erwartet werden. Sehr bemerkenswerth ist noch das verflossene Jahr durch den Tod vieler älteren Rabbinen, denen sich auch noch jüngere jüdische Theologen anreihten. So starben Trebitsch, Deutz, Gugenheim, Egers, Hirsches, so Ro-' mann, Rehfüeß, Creuznach. Wohlan! treten wir in das neue Jahr mit altem Eifer, mit bewährtem Muthe, mit nicht zu hoch gespann-